Gartenhummel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bombus hortorum)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gartenhummel

Gartenhummel auf Echtem Leinkraut

Systematik
Überfamilie: Apoidea
ohne Rang: Bienen (Apiformes)
Familie: Echte Bienen (Apidae)
Unterfamilie: Apinae
Gattung: Hummeln (Bombus)
Art: Gartenhummel
Wissenschaftlicher Name
Bombus hortorum
(Linnaeus, 1761)

Die Gartenhummel (Bombus hortorum) ist eine häufige Hummelart, die in Gärten, auf Wiesen, in Obstgärten und Parks vorkommt.

Die Gartenhummel trägt an der Vorder- und Hinterkante des Brustkorbs jeweils eine goldgelbe Binde mit einem breiten schwarzen Bereich dazwischen. Auch das erste Tergit des Hinterleibs ist goldgelb, die mittleren Glieder schwarz und das Hinterleibsende weiß behaart. Die Königin ist 18–26, die Arbeiterinnen 11–16 und die Drohnen 13–15 mm lang. Die Flügel der Königin sind groß, mit einer maximalen Spannweite von 40 mm, bei den Arbeiterinnen nur 30 mm. Das Gesicht der Gartenhummel ist durch einen recht großen Abstand von Auge zu Mandibel auffällig länglich, was sie z. B. von den Erdhummeln mit ihren rundlicheren Gesichtern unterscheidet. Ähnlich aussehende Arten sind die Dunkle Erdhummel, Heidehummel, die Feldhummel und die Tonerdhummel.

Die Gartenhummel kommt in ganz Europa vor. Ihr Lebensraum sind Waldränder, daran angrenzende Wiesen, Streuobstwiesen, Parkanlagen und Gärten im Siedlungsbereich sowie Hochwasserdämme.[1]

Die Gartenhummeln gehören zu den langrüsseligen Hummelarten und besuchen deshalb oft Pflanzen mit langer Blütenröhre, wie zum Beispiel Lippenblütler und Schmetterlingsblütler. So sind sie auf Wiesen-Klee, Eisenhut, Disteln, Ackerbohnen und Geißblatt zu finden.

Fortpflanzung und Nestbau

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nest befindet sich auf oder oberflächennah in der Erde, kann aber auch in verlassenen Vogel- und Mäusenestern, Ställen, Scheunen, Schuppen und Dachböden gebaut werden. Ein ausgewachsenes Volk besteht aus etwa 50 bis 100 Arbeiterinnen. Die nistplatzsuchenden Königinnen können von März bis Mitte Mai beobachtet werden, die Arbeiterinnen von Anfang Mai bis Ende Juli, die Drohnen von Ende Juni bis Ende Juli. Die Königinnen aus dem ersten Nest beginnen manchmal noch im selben Jahr mit einem eigenen Nest. Eine solche zweite Generation kann bis in den September hinein beobachtet werden.

Wie die meisten langrüssligen Hummelarten ist die Gartenhummel ein Pocketmaker, lagert den Pollen also in eigens dafür angefertigten Taschen.[2]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Paul Westrich: Die Wildbienen Baden-Württembergs. Spezieller Teil: Die Gattungen und Arten. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-3317-2.
  2. Eberhard von Hagen, Ambros Aichhorn: Hummeln. Bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen. 6. Auflage. Fauna Verlag, Nottuln 2014, ISBN 978-3-935980-32-6, S. 278.
Commons: Gartenhummel (Bombus hortorum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien