Álvaro Manrique de Zúñiga

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Álvaro Manrique de Zúñiga

Álvaro Manrique de Zúñiga, Marqués de Villamanrique (* um 1540 in Spanien; † 1590 in Madrid, Spanien) war ein spanischer Kolonialverwalter, der als Vizekönig von Neuspanien amtierte.

Herkunft und Karriere in Europa[Bearbeiten]

Manrique war ein nachgeborener Sohn des vierten Herzogs von Béjar, entstammte also dem spanischen Hochadel. Er diente in seiner Jugend am Hofe von König Philipp II.. Für seine Dienste erhob ihn der König zum Marqués de Villamanrique. Im Februar 1585 erhielt er die Ernennung vom Vizekönig von Neuspanien, um den Erzbischof von Mexiko, Pedro de Moya y Contreras abzulösen.

Amtszeit als Vizekönig von Neuspanien[Bearbeiten]

Mit seiner Frau machte er sich auf die Reise nach Mexiko, landete im Hafen von Veracruz und hielt am 18. November 1585 seinen feierlichen Einzug in Mexiko-Stadt, um sein Amt zu übernehmen. Eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, den Handel und den Ausschank von Wein neu zu regeln.

Schon seit längerem tobte in Mexiko ein Kampf innerhalb des Klerus. Die Ordensbrüder der Dominikaner, Augustiner und Franziskaner standen im Konflikt mit den Vertretern der Amtskirche unter dem Erzbischof. Während die Ordensbrüder beim einfachen Volk beliebt waren, standen die Führer der Kolonialverwaltung - und auch der Vizekönig - auf Seiten des Amtsklerus.

Eine weitere Herausforderung für Manrique bildeten die englischen Freibeuter, darunter Walter Raleigh, Francis Drake und Thomas Cavendish, die die Küsten und die Handelsschifffahrt unsicher machten. Der Vizekönig stellte eine Freiwilligenmiliz auf, um die Küste vor Piratenangriffen zu schützen und entsandte bewaffnete Schiffe in den Pazifik, um die Seewege von Acapulco nach den Philippinen zu sichern.

Verhandlung, Verurteilung und Sturz[Bearbeiten]

1588 ereilte den Vizekönig Manrique ein weiterer Konflikt - diesmal mit der Real Audiencia von Guadalajara; diese neue Verwaltungs- und Gerichtseinheit arbeitete weitgehend selbstständig vom Wirken der Real Audiencia von Mexiko in Mexiko-Stadt und auch praktisch unabhängig vom Vizekönig. Manrique versuchte, die Oidores an die verbindliche Rechtsordnung zu binden und eine willkürliche Amtsführung zu verhindern. Das schaffte ihm weitere Feinde.

Beim Indienrat in Spanien häuften sich scharfe Beschwerdebriefe, die dem Vizekönig Inkompetenz und Amtsmissbrauch vorwarfen. Heute lässt sich schwer sagen, ob diese Beschwerden faktisch berechtigt waren oder ob sie aus politischer Intrige durch seine zahlreichen Feinde in Guadalajara und bei den Ordensbrüdern initiiert waren.

Der Indienrat jedenfalls fürchtete erneut Bürgerkrieg in Neuspanien. Der Bischof von Tlaxcala, Pedro Romanos, ein erklärter Feind des Vizekönigs im Klerusstreit, wurde als Visitador benannt, der den Streit untersuchen und schlichten sollte. Romanos beschlagnahmte alle Güter von Manrique, enthob ihn seines Amtes und setzte ihn in Mexiko-Stadt gefangen. Anschließend untersuchte er in langwierigem Verfahren die Rechtmäßigkeit von Manriques Amtsführung (Juico de Residencia).

Einige Quellen geben an, Manrique habe sechs Jahre lang in Mexiko in Haft gesessen, was freilich dem Todesdatum 1590 widerspräche.

Mit dem Eintreffen des neuen Vizekönigs im Januar 1590 durfte Manrique, verarmt und erkrankt, nach Europa zurückkehren, wo er ein Gerichtsverfahren anstieß, um sich zu rehabilitieren und sein Vermögen zurückzuerhalten. Bevor ein Urteil gefällt werden konnte, starb er in Madrid gegen Ende des Jahres 1590 in tiefer Armut.

Quellen[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Pedro de Moya y Contreras, Erzbischof von Mexiko Vizekönig von Neuspanien (Mexiko)
1585–1590
Luis de Velasco y Castilla, Marqués de Salinas