Gleichverteilung
Der Begriff Gleichverteilung stammt aus der Wahrscheinlichkeitstheorie und beschreibt eine Wahrscheinlichkeitsverteilung mit bestimmten Eigenschaften. Im diskreten Fall tritt jeder mögliche Zustand mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ein, im stetigen Fall ist die Dichte konstant. Der Grundgedanke einer Gleichverteilung ist, dass es keine Präferenz gibt.
Beispielsweise sind die Ergebnisse beim Würfeln die sechs möglichen Zustände nach einem Wurf: {1, 2, 3, 4, 5, 6}. Bei einem idealen Würfel beträgt die Eintrittswahrscheinlichkeit jedes dieser Werte 1/6, da sie für jeden möglichen Wert gleich groß ist und die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten 1 ergeben muss.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
[Bearbeiten] Diskreter Fall
Sei
eine endliche Menge. Dann ist bei einer Gleichverteilung die Wahrscheinlichkeit
eines Ereignisses
mit
definiert durch die Laplace-Formel:
[Bearbeiten] Stetiger Fall
Sei
ein endliches reelles Intervall, also
für
. Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses
ist bei einer Gleichverteilung definiert als
wobei
das Lebesgue-Maß bezeichnet. Insbesondere gilt für ein Teilintervall ![A = [c,d] \subset [a,b]](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/f/f/3/ff38a92d3201a4dc8fd11c7c3f929309.png)
Die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion ist hier eine stückweise konstante Funktion
mit:
Mit Hilfe der Indikatorfunktion des Intervalls
schreibt sich dies kürzer in der Form
In ähnlicher Weise kann man eine stetige Gleichverteilung auch auf beschränkten Teilmengen
des
-dimensionalen Raumes
erklären. Für ein Ereignis
erhält man die zum eindimensionalen Fall analoge Formel
wobei
das
-dimensionale Lebesgue-Maß bezeichnet.
[Bearbeiten] Beispiele
- Beim Würfeln eines idealen Würfels ist die Wahrscheinlichkeit jeder Augenzahl zwischen eins und sechs gleich 1/6.
- Beim Münzwurf einer idealen Münze ist die Wahrscheinlichkeit für jede der beiden Seiten gleich 1/2.
- Im Weißen Rauschen sind die Frequenzen stetig gleichverteilt.
[Bearbeiten] Laplace
Die Gleichverteilung war Forschungsgebiet für Pierre-Simon Laplace, der vorschlug, dass man, wenn man auf einem Wahrscheinlichkeitsraum das Wahrscheinlichkeitsmaß nicht kenne, erst einmal Gleichverteilung annehmen solle (Indifferenzprinzip). Nach ihm nennt man einen Wahrscheinlichkeitsraum
für endliches Ω auch Laplace-Raum.




![\rho(x) = \frac 1{b-a} \cdot \mathbf{1}_{[a,b]}(x).](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/4/4/f/44fb948e7490a770f5f308aa3677c631.png)
