Å
Der Buchstabe Å – Kleinbuchstabe å – ist ein Buchstabe des lateinischen Alphabets. Er kommt unter anderem im Dänischen, Norwegischen und Schwedischen vor. Etymologisch entspricht es dem altnordischen langen a (dort gewöhnlich á, bisweilen ā oder aa geschrieben); die daraus entstandenen Zwielaute im Isländischen und Färöischen werden immer noch á geschrieben.
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Form und Geschichte [Bearbeiten]
Das Å ist ein A mit einem kleinen Kreis (bolle) darüber. Dieser Kreis wird gleichermaßen bei den Groß- und Kleinbuchstaben, und sowohl in der Druck- als auch in der Schreibschrift verwendet. Der Überlieferung zufolge soll er die gerundeten Lippen bei der Aussprache darstellen.
Historisch geht er zurück auf ein kleineres A, das über das A gesetzt wurde und so den Langvokal aa ablöste. Das kleine A wurde dann zu einem Kreis reduziert und tauchte erstmals in einer schwedischen Handschrift im 15. Jahrhundert auf.
Einsortierung im Alphabet [Bearbeiten]
- Im Schwedischen und Finnischen ist Å der 27. Buchstabe im Alphabet und steht zwischen Z und Ä: Xx Yy Zz Åå Ää Öö
- Im Dänischen und Norwegischen ist Å der 29. und letzte Buchstabe des Alphabetes: Xx Yy Zz Ææ Øø Åå
- Im Deutschen (und anderen Sprachen) wird Å unter A einsortiert.
Vorkommen [Bearbeiten]
Im Dänischen [Bearbeiten]
Im Dänischen steht der Buchstabe Å für den offenen, tiefen Vokal A mit einer Tendenz zum O (langes nordisches A). Früher wurde Aa bzw. aa geschrieben, erst mit der Rechtschreibreform von 1948 wurde das Å eingeführt.
Im Norwegischen und im Schwedischen [Bearbeiten]
Im Norwegischen und im Schwedischen steht der Buchstabe Å für den Vokal O (wie langes „geschlossenes“ bzw. kurzes „offenes“ deutsches "O")
Im Norwegischen wurde, wie im Dänischen, ursprünglich Aa bzw. aa geschrieben. Å wurde 1917 eingeführt und ist seit 1938 obligatorisch in der offiziellen Rechtschreibung.
Andere Sprachen [Bearbeiten]
Å kommt außerdem vor:
- im Chamorro, einer auf Guam und den Marianen gesprochenen Sprache
- im Wallonischen
- im Istrorumänischen
- in einer bestimmten Orthografie des Nordfriesischen
- bei der Schreibung einiger deutscher Dialekte, wie Südrheinfränkisch oder Pfälzisch
- bei der Schreibung einiger italienischer Dialekte, wie dem bologneser Dialekt
- in der Kärntner Mundart, insbesondere im Kärntnerlied
Einheitenzeichen [Bearbeiten]
Im ISO-8859-1-Standard existiert neben dem Buchstaben Å (U+00C5) auch das separate Einheitenzeichen Å (U+212B) für die Einheit Ångström. Dieses wird jedoch kaum verwendet.
Kuriosa [Bearbeiten]
In Dänemark wurde der alte Digraph „Aa“ 1948 durch „Å“ ersetzt; in Eigennamen und Ortsnamen wie Aabenraa und Aalborg findet sich jedoch noch die alte Schreibung. Auch die Großstadt Aarhus schreibt sich nach einem Beschluss des Stadtrates seit 2011 wieder mit Aa. Der Rat will damit die Stadt im internationalen Wettbewerb stärker positionieren.[1]
Im Norwegischen finden sich noch Reste der alten Schreibweise, die aus der Unionszeit mit Dänemark stammen. So heißt der aktuelle norwegische Thronfolger Haakon (gesprochen „Hokun“).
Einen der kürzesten Ortsnamen der Welt haben skandinavische Orte mit Namen Å („å“ ist ein Wort für „Fluss“), z. B. Å an der Südspitze der Inselgruppe Lofoten vor Norwegen.
Da im Dänischen und Norwegischen Å der letzte Buchstabe des Alphabetes ist, wird in diesen Sprachen „A–Z“ (z. B. auf Internetseiten) mit „A–Å“ übersetzt.
Darstellung auf Computersystemen [Bearbeiten]
| System1 | Großbuchstabe (Å) | Kleinbuchstabe (å) | Einheitenzeichen (Å) | |
|---|---|---|---|---|
| Windows | CP850 (TUI) | Alt+1432 | Alt+1342 | — |
| CP1252 (GUI) | Alt+01972 | Alt+02292 | — | |
| Apple Macintosh | alt/⌥+⇧Shift+A | alt/⌥+A | ||
| Linux (mit neueren Versionen von X11) | Compose, ⇧Shift+AA oder |
Compose, A, A oder |
||
| Neo | Mod3+↹, ⇧Shift+AA3 | Mod3+↹, ⇧Shift+A, A3 | ||
| OpenOffice.org | ||||
| Microsoft Word | Tastenkombination | Alt+Strg+Q, ⇧Shift+A | Alt+Strg+Q, A | |
| Unicodeeingabe | C, 5, Alt+C | E, 5, Alt+C | 2, 1, 2, B, Alt+C | |
| Vim | Digraph4 | Strg+K, ⇧Shift+AA | Strg+K, A, A | — |
| Unicodeeingabe | Strg+V, U, 0, 0, C, 5 | Strg+V, U, 0, 0, E, 5 | Strg+V, U, 2, 1, 2, B | |
| TeX/LaTeX | Math mode | \mathring{A} |
\mathring{a} |
|
| Text mode | \AA oder
|
\aa oder
|
||
| HTML-Entität | Å |
å |
Å5 |
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| XML/XHTML | dezimal | Å |
å |
Å |
| hexadezimal | Å |
å |
Å |
|
| ISO 8859-1 (Latin-1) und Unicode | U+00C5 | U+00E5 | U+212B | |
Triviales [Bearbeiten]
- Bei der Science-Fiction-Fernsehserie Stargate – Kommando SG-1 ist im Logo das zweite A im Wort „Stargate“ durch das Symbol ersetzt, das an der Spitze des der Serie namensgebenden Sternentors sitzt. Dieses ist allerdings im Grunde ein großes Lambda mit aufgesetztem Ring (STARGΛ̊TE). Da es dieses Schriftzeichen nicht gibt, wird in Texten ersatzweise in Anlehnung an das Serienlogo oft die falsche Schreibweise „STARGÅTE“ verwendet.
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Martin Johansen, Jonas Hvid: Byen skifter navn. In: Aarhusportalen, 28. Oktober 2010 (dänisch)