Ærø

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Ærø
Ærø Kommune
Ærø Kommune
Gewässer Ostsee
Inselgruppe Dänische Südsee
Geographische Lage 54° 52′ N, 10° 24′ O54.86055555555610.408333333333Koordinaten: 54° 52′ N, 10° 24′ O
Lage von Ærø
Länge 30 km
Breite 6 km
Fläche 88 km²
Einwohner 6383 (1. Januar 2014[1])
73 Einw./km²
Hauptort Marstal

Ærø (sprich: Ärö, aus dänisch ÆrAhorn“ und Ø „Insel“, wörtlich also Ahorninsel, deutsch Arrö) ist eine Ostseeinsel und eine Großgemeinde Dänemarks mit 6383 Bewohnern (1. Januar 2014[1]). Sie gehört zum Verwaltungsbezirk Region Syddanmark.

Ærø gilt in der Tourismusbranche als besonders „hyggelig“, also als besonders „idyllisch“ und „typisch dänisch“.

Geographie[Bearbeiten]

Ærø ist etwa 30 km lang und bis zu 6 km breit und bedeckt eine Fläche von 88 Quadratkilometern.[2] Es liegt am südlichen Eingang des Kleinen Belts und ist umgeben von Fünen (dänisch Fyn) im Norden, Langeland im Osten, Schleswig-Holstein im Süden und Alsen (Als) im Westen. Es zeichnet sich aus durch eine hügelige Landschaft, drei Kleinstädte, 14 Dörfer und diverse Höfe. Es eignet sich gut zum Wandern und Fahrradfahren und verfügt über relativ einsame Badestrände. Angler schätzen diese Insel ebenso wie Künstler.

Südöstliches Ærø
Haus in Ommel

Die Orte[Bearbeiten]

Wichtiger Hafen und größter Ort ist Marstal im Osten. Hier ist der Hafen mit seinen Reedereien, Werften und die Seefahrtsschule beherrschend. Historisches Zentrum ist die malerische Stadt Ærøskøbing mit ihren engen Gassen und denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert. Die „Märchenstadt“ hat seit 1522 die Stadtrechte. Wirtschaftszentrum und Fischereihafen ist heute Søby an der Nordspitze der Insel. Beim zentralen Ort Molde auf dem höchsten Punkt der Insel befindet sich die Friedensbank des Bildhauers Erik Brandt. Sie soll die Menschen dazu einladen, beim Blick über diese Insel und das Meer über den Weltfrieden nachzudenken.

Verkehr und Technik[Bearbeiten]

Ærø gehört wie Samsø zu den größeren dänischen Ostseeinseln, die nicht durch eine Brücke mit der Außenwelt verbunden sind. Das hat zur Folge, dass es hier keinen Durchgangsverkehr gibt und dass sich auch sonst der Straßenverkehr in Grenzen hält.

Es bestehen Autofähren-Verbindungen nach Alsen, Fünen und bis Anfang 2013 auch nach Langeland. Ærø liegt in dem beliebten Segelrevier der so genannten dänischen Südsee (Sydfynske øhav). Darüber hinaus gibt es einen Flugplatz bei Marstal. Allerdings dient diese Graspiste den Ærø-Besuchern eher als Ausgangspunkt für Rundflüge über die südfünische Inselwelt.

Die Anreise aus Deutschland erfolgt in der Regel über die A7 (oder den Zug) nach Flensburg. Von dort geht es gleich hinter der Grenze rechts in Richtung Osten auf die Nationalstraße 8 ab (Wanderer und Radler nehmen bei schlechtem Wetter den Linienbus ab Flensburg nach Sønderborg). Nach etwa 30 Kilometern erreicht man Sønderborg. Von dort querte man bis März 2010 die Insel Alsen bis zum kleinen Hafen Mommark, von dort verkehrte eine kleine Autofähre nach Søby. Die Überfahrt dauerte circa eine Stunde. Im März 2010 wurde der Abfahrtshafen nach Fynshav verlegt. Dieser Hafen ist ab Flensburg 54 Kilometer entfernt. Die Route wird von der kommunalen Reederei Ærøfærgerene befahren, die hier ihre 2009 erworbene Fähre Skoldnæs einsetzt. Die Überfahrtszeit beträgt 70 Minuten. Die Skoldnæs besitzt eine doppelt so große PKW-Kapazität wie ihre ab Mommark eingesetzte Vorgängerin Øen.[3]

Ærøfærgerne betreibt neben der Route ab Fynshav zwei weitere Linien zwischen Ærø und Fünen: Ab Faaborg (nach Søby) und ab Svendborg (nach Ærøskøbing). Die Verbindung zwischen Marstal und Rudkøbing auf Langeland wurde zum 21. Januar 2013 eingestellt.[4][5]

Auf Ærø befindet sich nach eigenen Angaben die größte Solarenergie-Anlage der Welt mit 18.365 m² Fläche. Sie deckt ein Drittel des Wärmebedarfs der größten Stadt Marstal (über 2.000 Einwohner).

Eine Eisenbahnverbindung mit Hilfe von Eisenbahnfähren bestand von 1931 bis 1995 (siehe Eisenbahn auf Ærø).

Geschichte[Bearbeiten]

Es gibt archäologische Funde, die eine über 10.000-jährige Besiedlung nachweisen. Im Südosten der Insel befinden sich mehrere Hünengräber. Hierzu gehören ein Ganggrab bei Kragnæs und die Langdolmen von Lindsbjerg Bakke, Risemark und Tingstedet. Letzteres soll, wie der Name besagt, eine Thingstätte gewesen sein.

Søbygård. Verteidigungsanlage aus dem Mittelalter

Bereits im 14. Jahrhundert war Ærø mit dem Herzogtum Schleswig verbunden und wurde es endgültig, nachdem König Erik von Pommern auf seine letzten schleswigschen Besitzungen verzichten musste.

Die inoffizielle Flagge Ærøs aus dem 17. Jahrhundert

Über die Lokalgeschichte ist bis ins 16. Jahrhundert wenig bekannt. Man weiß nicht einmal sicher, ob die frühere Stadt Vysbye mit Ærøskøbing identisch ist, auch wenn dies sehr wahrscheinlich ist. Mehrere Klöster der Insel Fyn (deutsch Fünen), aber auch einige schleswigsche Adelsgüter hatten auf der Insel Besitzungen. Nur ein eigenständiges Gut Ludsgaard ist bekannt.

Bei den Landesteilungen von 1490, 1523 und 1544 blieb Ærø beim königlich dänischen Anteil, wurde aber 1564 dem Bruder König Friedrichs II., Johann dem Jüngeren, überlassen. Der kaufte sämtliche Streugüter auf der Insel auf und fasste das Gebiet zu drei großen Lehnsdistrikten zusammen, die nach den Hauptgütern Söbygaard, Gravenstein und Gottesgabe benannt wurden. Nach dem Tod des Herzogs kam die Insel an dessen ältesten Sohn Christian und war fortan ein eigenständiges Herzogtum, das aber den Schleswiger Landesherren unterstellt blieb, wie der gesamte Sonderburger Besitz seit 1564, da die Landstände keinen weiteren Herrscher dulden wollten.

1629 zerstörte ein Brand die Inselmetropole Ærøskøbing. Ansonsten blieb Ærø von Verheerungen verschont.

1633 starb Herzog Christian, und seine vier Brüder teilten die Insel. Das Lehen Gravenstein war inzwischen aufgeteilt worden, so dass mit Vodrup ein vierter Distrikt entstanden war. Da der Sonderburger und der Plöner Herzog von Schleswig-Holstein-Plön ihre Besitzungen an ihre Brüder aus Norburg und Glücksburg verkauften, war die Insel fortan dreigeteilt, da ersterer Söbygaard im Norden und Gottesgabe mit Marstal im Süden besaß, letzterer aber die Mitte. 1676 bis 1729 gehörten die beiden erstgenannten Teile zum neuen Herzogtum Norburg-Plön und wurden nach dessen Ende königlich. 1749 verkaufte auch der Glücksburger Herzog seinen Besitz an den König.

1773 wurde das Eiland in einer Verwaltungseinheit zusammengefasst, die zum Amt Norburg gehörte, als Landschaft aber einen ähnlichen Status wie die Nordseeinseln Sylt und Osterland-Föhr hatten. Im Gegensatz zu den übrigen schleswigschen Städten musste sich auch Ærøskøbing der Landjurisdiktion unterwerfen. Bis 1864 gehörte Ærø zum Herzogtum Schleswig. Bei der Grenzregulierung im Frieden von Wien kam es direkt an das Königreich Dänemark.

Nach der Lösung vom Herzogtum Schleswig und der Eingliederung ins Königreich wurde Ærø ein Teil des Svendborg Amt, das den Südteil von Fyn (deutsch Fünen) und die südlich vorgelagerten Inseln umfasste. Wie in Dänemark üblich, wurden auch hier die Kirchspielsgemeinden (dän.: Sogn) zum Träger der ländlichen Kommunalverwaltung. Søby Sogn, Tranderup Sogn, Rise Sogn, Bregninge Sogn, Marstal Sogn und Ærøskøbing Sogn bildeten die Landgemeinden, während die Stadt Ærøskøbing und der Flecken (eine schleswigsche Kommunalform, die im Königreich dem handelsplads entspricht) Marstal ihren Sonderstatus behielten. In rechtlicher wie kirchlicher Hinsicht bekam die Insel als Ganzes den Status einer Harde (Ærø Herred).

In der Folgezeit hatte Ærø mit seiner Grenzlage zu kämpfen, da die historischen Verbindungen über den Kleinen Belt hinweg stark erschwert worden waren und die Insel sich in Bezug auf Fünen und das übrige Dänemark in einer unbequemen Randlage befand. Namentlich der bis dahin wichtige Seehandelsplatz Marstal wurde hart getroffen.

Bei der Verwaltungsreform 1970 vereinigte sich der Flecken Marstal mit dem Landkirchspiel zur Marstal Kommune, während die übrigen Inselgemeinden zur Ærøskøbing Kommune zusammengeschlossen wurden. Beide Kommunen wurden Teil des neuen Fyns Amt mit Sitz in Odense. Mit dem Jahresbeginn 2006, also bereits ein Jahr vor der Dänischen Kommunalreform zum 1. Januar 2007, vereinigten die beiden Kommunen sich zur Ærø Kommune, die ein Jahr später mit der Kommunalreform Teil der neuen Region Syddanmark wurde.

Ein neueres wichtiges Datum ist auch das Jahr 2000, in dem eine Bürgerbewegung der Insulaner die Seefahrtsschule in Marstal vor der Schließung rettete.[6] Die Landschaft, ein Leuchtturm, zwei Museen, einige Mühlen, Dorfkirchen (Rise aus dem 12. Jahrhundert ist die älteste), das Voderup Klint und ein Ausflug zur Insel Birkholm werben für Ærø.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Strandhaus, Ærø Hale, Marstal

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ærø – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF4: Folketal pr. 1. januar fordelt på øer (dänisch)
  2. Danmarks Statistik: Statistical Yearbook 2009 – Geography and climate, Table 3 Area and population. Regions and inhabited islands (englisch; PDF; 39 kB).
  3. Fynshav neuer Abfahrtsort nach Ærø. Reiseportal Dänemark, 18. März 2010, abgerufen am 25. Januar 2013.
  4. Einstellung der Fähre, letzter Fahrplan.
  5. Einstellung der Fähre bei fyens.dk (dän.).
  6. Ærø Guide 2007 (PDF; 7,7 MB), S. 3.