Tschepni

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Das Zeichen der Çepni

Die Tschepni (moderne türkische Schreibweise: Çepni, aserbaidschanisch Çəpni) waren ein bedeutender Oghusen-Stamm. Sie siedelten sich während der seldschukischen Eroberung des Nahen Ostens hauptsächlich auf dem Gebiet der heutigen Türkei an.

Mahmud al-Kaschghari erwähnte sie unter dem Namen Tschepni als einen der 24 oghusischen Stämme. Als Totemtier hatten sie einen Habicht. Ihr Stammesname bedeutet im Alttürkischen „wo auch immer sie einen Feind sehen, greifen sie ihn blitzschnell an“.[1]

Die Tschepni sind mit den Seldschuken im 11. Jahrhundert aus Zentralasien nach Anatolien gekommen. Sie spielten eine große Rolle bei der Eroberung Nordanatoliens und eroberten ab 1277 die byzantinischen Städte Kerasous, Kotyora und Sinope. Die Tschepni griffen bis zum Zusammenbruch des Kaiserreichs Trapezunt 1461 immer wieder die Byzantiner an. Der spanische Autor Ruy Gonzáles de Clavijo berichtete während seiner Reise nach Zentralasien 1404, dass sie die Städte Giresun und Ordu kontrollieren würden. Er berichtete weiterhin, dass die Armee der Tschepni etwa 10.000 Mann stark gewesen sei und unter Kontrolle des lokalen turkmenischen Herrschers Hacı Süleyman Bey gestanden hätte.[1]

Während der Herrschaft des osmanischen Sultans Selim I. wurde die Gegend um die Provinzen Giresun und Ordu sowie Beşikdüzü, Şalpazarı, Vakfıkebir (alle drei Provinz Trabzon), Koyulhisar (Provinz Sivas) und Kürtün (Provinz Gümüşhane) als Vilâyet-i Çepni bezeichnet.[1]

Heute existieren noch Reste des Stammes in der Türkei, wo es 32 Orte mit dem Namen Çepni, Çetme, Çetmi oder Çitme gibt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Besim Atalay: Divanü Lügati't - Türk. Türk Tarih Kurumu Basımevi, Ankara 2006, S. 57. (Türkisch)