Çorum (Provinz)

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Çorum
Nummer der Provinz: 19
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Über dieses Bild
Landkreise
Çorum districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 41° N, 35° O40.56444444444434.663888888889Koordinaten: 41° N, 35° O
Provinzhauptstadt: Çorum
Region: Schwarzmeerregion
Fläche: 12.820 km²
Einwohnerzahl: 535.405[1] (2010)
Bevölkerungsdichte: 41,76 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Nurullah Çakir
Sitze im Parlament: 4
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0364
Kennzeichen: 19
Website
www.corum.gov.tr (Türkisch)

Çorum ist eine Provinz der Türkei. Ihre Hauptstadt ist das gleichnamige Çorum.

Die Provinz hat 535.405 Einwohner (Volkszählung 2010) auf einer Fläche von 12.820 km². Sie grenzt an die Provinzen Kırıkkale, Yozgat, Amasya, Samsun, Sinop, Kastamonu und Çankırı.

Landkreise[Bearbeiten]

Die Provinz ist in Landkreise (İlçe) untergliedert:

Geschichte[Bearbeiten]

Löwentor in Hattuša
  • 5000–3000 v. Chr.: Erste menschliche Siedlungen im Gebiet von Çorum wurden vor etwa 7000 Jahren gegründet. Nach Ausgrabungen in Alacahöyük, Balımsultan, Büyük Güllücek, Boğazkale, Eskiyapar, Hüseyindede und Kuşsaray war diese Region durch nahe gelegene Rohstoffvorkommen technisch und kulturell weit entwickelt.
  • 3000–1000 v. Chr.: In der Bronzezeit war Çorum Schauplatz vieler Städtegründungen. Um 2000 v. Chr. gehörte Çorum zu einem Fürstentum der Hattier.
  • 1950–1850 v. Chr.: In dieser Zeit existierten in diesem Gebiet Handelskolonien (Karum) der Assyrer, aus denen die ersten schriftlichen Nachrichten stammen.
  • vor 1500-1200 v. Chr.: Die Hethiter haben das Zentrum ihres Reiches in Hattuša, bei dem heutigen Ort Boğazkale.
  • Nach dem Seevölkersturm und dem indirekt damit zusammenhängenden Fall des Hethiterreiches gehört das Gebiet zu den Reichen der Phryger und später der Meder, um anschließend im Perserreich und danach dem Reich Alexanders aufzugehen.
  • Nach den Diadochenkämpfen wird das Gebiet Teil des Königreiches Kappadokien, das später Teil des römischen und danach des byzantinischen Reiches wird.
  • 1075: Eroberung durch oghusische Türken und Eingliederung ins Fürstentum der Danischmenden (Danişmend Beyliği).
  • 1276: Sieg über die Mongolen unter der Führung von Emir Celalettin.
  • 14. Jahrhundert: Eingliederung ins Osmanische Reich.
  • 1923: Çorum wird eine Provinz der Republik Türkei.
  • 1980: Türkische Rechtsextremisten töten beim Pogrom von Çorum etwa 57 Angehörige der alevitischen Minderheit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Provinz zählen:

Der Boğazköy-Alacahöyük-Nationalpark, das Thermalbad von Figanı (Beke), die Hügelgräber von Balımsultan, Büyük Güllicek, Kuşsaray, Güzelcedere, Pazarlı (das Dorf Çikhasan), Eskiyapar und Kalınkaya, die Burgen von Çorum, Kaletepe, Kale (Eğercidağ), Iskilip und Osmancık (Kundıber), die Siedlungsruinen von Melik Gazi, Kalehisar und Gerdekkaya, die Felsengräber von Iskilip Bayat und Kızılcapelit, die Große Moschee (Ulu Cami) von Çorum, die Moscheen von Hamid, Han, Şeyh Muhiddin-i Yavsi, Tabakhane, Mihri Hatun, Oğuzköy und Koca Mehmed Pascha (Imaret), die Große Moschee, der Sinan Pascha Komplex, die Medressen von Alaca Hüseyin Gazi und Akşemseddin, die Koyun Baba-Brücke, die Badehäuser von Güpür Pascha, Ali Pascha, Koca Mehmed Pascha und Sunguroğlu, die Museen von Çorum, Alacahöyük und Boğazkale (Boğazköy).

Ruinenplätze[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten und frühesten Siedlungsplätzen gehören Alacahöyük und die Hauptstadt der Hethither Hattuša, heute Boğazkale (früher Boğazköy) mit dem Felsheiligtum von Yazılıkaya. An beiden Orten befinden sich eindrucksvolle Ruinen und ein kleines Museum. Sehenswert ist ebenfalls die hethitische Stadt Šapinuwa bei Ortaköy.

Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Bevölkerungszahlen der Landkreise
Landkreise 1831* 1849 1893 1907 1927 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2007
Çorum 10.075* 49.057 80.973 60.752 88.056 118.536 144.569 168.985 189.748 221.699
Alaca - - - - 26.787 46.444 54.315 56.657 56.724 53.403 53.193
Bayat - - - - - - 22.836 27.078 31.957 36.294 30.574
Boğazkale - - - - - - - - - 9.973 8.190
Dodurga - - - - - - - - - 13.550 10.439
İskilip 11.450* 43.442 43.271 52.362 53.722 66.611 55.618 67.434 72.569 52.569 45.327
Kargı - - - - - - 31.564 32.261 31.247 26.762 20.388
Laçin - - - - - - - - - 11.960 9.425
Mecitözü - - 31.928 1907 36.752 44.319 34.598 35.496 34.911 31.246 26.064
Oğuzlar - - - - - - - - - 11.154 9.083
Ortaköy - - - - - - 9.580 11.016 12.420 13.073 11.820
Osmancık 4.349* 17.639 29.473 29.184 33.494 42.960 53.849 63.018 52.490 53.758
Sungurlu 67.607 39.793 40.405 62.429 76.382 90.006 100.000 88.327 80.840
Uğurludağ - - - - - - - - - 18.111 16.265
Summe 202.601 247.602 341.353 446.389 518.366 571.831 608.660 597.065

Die Bevölkerungszahlen sind erst ab dem Datum dargestellt nachdem die jeweilige Ortschaft in den Status eines Landkreises (İlçe) erhoben wurde.

Wichtige Tage[Bearbeiten]

Volksfeste[Bearbeiten]

  • Das Kargı-Volksfest zwischen dem 31. Oktober und 6. November

Festspiele[Bearbeiten]

  • Das Internationale Hethiterfestival in der Stadt Çorum am 15. Juli
  • Osmancık-Reisfestival in Osmancık zwischen dem 1. und 10. November
  • Mecitözü-Sonnenblumenfestival in Mecitözü in der letzten Woche des September

Feierlichkeiten[Bearbeiten]

  • Die Hıdrellez-Feier in Osmancık zwischen 6. und 8. Mai
  • Die traditionellen Herbstringkämpfe und die Musikfeier in İskilip in der ersten Woche des September
  • Ringkampf und Feier in Sungurlu im Herbst
  • Ringkampf im Dorf Berk des Landkreises Dodurga im Oktober

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 18. August 2011

Weblinks[Bearbeiten]