Écoyeux

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Écoyeux
Écoyeux (Frankreich)
Écoyeux
Region Poitou-Charentes
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Burie
Gemeindeverband Communauté de communes du canton de Saint-Hilaire-de-Villefranche.
Koordinaten 45° 49′ N, 0° 30′ W45.823055555556-0.50583333333333Koordinaten: 45° 49′ N, 0° 30′ W
Höhe 43–94 m
Fläche 20,34 km²
Einwohner 1.254 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 62 Einw./km²
Postleitzahl 17770
INSEE-Code

Écoyeux – Rathausturm und Vierungsturm der Kirche
.

Écoyeux ist eine westfranzösische Gemeinde mit 1254 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Charente-Maritime in der Region Poitou-Charentes. Der Ort lag auf einer Nebenstrecke des Pilgerwegs (Via Turonensis) nach Santiago de Compostela.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Saintonge etwa 15 Kilometer (Fahrtstrecke) nordöstlich von Saintes bzw. etwa 24 Kilometer nordwestlich der Stadt Cognac. Der Hauptort des Kantons, Burie, liegt nur etwa 11 Kilometer südöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 650 623 685 804 940 1.152

Wirtschaft[Bearbeiten]

Écuyeux diente bereits im Mittelalter den umliegenden Dörfern als Handels- und Handwerkszentrum. Im Jahr 1500 erhielt der Ort das Recht dreimal jährlich eine überregionale Messe zu veranstalten. Landwirtschaft und Weinbau bestimmen seit Jahrhunderten das Wirtschaftsleben des Ortes. Seit den 1980er Jahren ist der Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen) als Einnahmequelle hinzugekommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Écoyeux reicht bis in die gallorömische Zeit zurück, in der ein Landgut (villa rustica) mit Namen Escoïus erwähnt wird. Aus mittelalterlicher Zeit sind keine Nachrichten überliefert; bei dem recht imposanten Kirchenbau dürfte es sich jedoch um eine benediktinische Prioratskirche gehandelt haben, der durch ihre Lage nahe dem Pilgerweg nach Santiago zusätzliche Einnahmen zuflossen. Im Jahr 1652 starben 132 Einwohner an einer Pestepidemie; einige Familien wanderten danach nach Québec aus. Im Jahre 1881 beschrieb der Abbé Braud Kirche und Sakristei als ebenso heruntergekommen wie die geistig-religiöse Verfassung der Bevölkerung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Saint-Vivien
  • Die einschiffige Kirche Saint-Vivien, ein romanisch anmutender, aber erst im 15. Jahrhundert in seine heutige Form gebrachter Bau, ist eine Wehrkirche, die den Bürgern des Ortes, aber auch den Santiago-Pilgern Schutz vor marodierenden Räuberbanden bot, die nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) arbeitslos wurden und die Gegend unsicher machten. Oft waren es ehemalige Söldner, die sich auf nichts anderes verstanden als Gewalt anzuwenden, zu plündern und zu morden. Manche Dörfer reagierten darauf durch den Bau von Wehrkirchen. Die romanische Apsis ist durch massive Strebepfeiler bzw. Halbsäulenvorlagen gegliedert; unterhalb der Dachtraufe findet sich eine – bei vielen Kirchen in der Saintonge anzutreffende – Blendarkadengliederung. Die Westfassade, deren seitliche Türme die Fassadengliederung teilweise überschneiden, ist im Erdgeschoss dreigliedrig gestaltet: ein tympanonloses Mittelportal sowie zwei kleinere seitliche Blendportale mit ihrem schönen Mauerwerk aus schräggestellten Steinen ergeben zusammen das antike Triumphbogenmotiv. Die Archivolten des Mittelportals sind mit abstrakt-vegetabilischen Motiven geschmückt. Darüber entstand eine dekorlose und durch eine – im 19. Jahrhundert phantasievoll ergänzte – Zinnenwehr optisch verstärkte burgartige Architektur. Das einschiffige Innere der Kirche ist ausgesprochen schlicht gehalten. Die Kirche wurde im Jahr 1907 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Der als 'Alte Burg' (château vieux) bezeichnete Baukomplex mit einem schönen oktogonalen Treppenturm dient heute als Rathaus (mairie).
  • Das Château de Polignac, ein Herrensitz aus dem 17. Jahrhundert, der jedoch nur in Teilen vollendet und von seinen Eigentümern nie bewohnt wurde, befindet sich in Privatbesitz und ist seit 1971 als Monument historique[2] eingetragen.
  • Auch das eher unscheinbare – um nicht zu sagen hässliche – Gebäude einer Milchverwertungskooperative (Caséinerie) aus dem Jahr 1893 wurde in die Liste der Monuments historiques[3] aufgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église Saint-Vivien, Écuyeux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Château de Polignac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Caséinerie d’Écoyeux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Écoyeux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien