Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans

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Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans

Élisabeth Charlotte de Bourbon-Orléans, genannt Mademoiselle de Chartres (* 13. September 1676 in Saint-Cloud; † 23. Dezember 1744 in Commercy) war durch Heirat Herzogin von Lothringen und ab 1736 Fürstin von Commercy.

Leben[Bearbeiten]

Élisabeth Charlotte war die einzige Tochter von Herzog Philipp I. von Orléans mit seiner zweiten Frau Prinzessin Elisabeth Charlotte (Liselotte), Tochter des Kurfürsten Karl I. Ludwig von der Pfalz.

Sie heiratete am 13. Oktober 1698 in Fontainebleau Herzog Leopold Joseph (1679–1729), Sohn von Karl V. von Lothringen und seiner Gattin Erzherzogin Eleonore Maria Josepha, Tochter des deutsch-römischen Kaisers Ferdinand III.. Aus der Ehe gingen dreizehn Kinder hervor, die meisten starben allerdings früh infolge der Pocken; nur vier erreichten das Erwachsenenalter:

∞ 1736 Erzherzogin Maria Theresia von Österreich, später Kaiserin und Königin
∞ 1737 König Karl Emanuel III. von Sardinien-Piemont
∞ 1744 Erzherzogin Maria Anna von Österreich

Nach anfänglich sehr glücklicher Ehe neigte Elisabeth Charlotte schon bald zur Fettleibigkeit und ihr Mann wandte sich seiner Mätresse Madame de Beauvau-Craon zu. Bei einer Reise nach Paris, bei der dem Paar das Prädikat „Königliche Hoheit“ vom König zugebilligt wurde, zeigte sich Elisabeth Charlotte erschüttert über die moralische Verwahrlosung des Hofes. Herzogin Elisabeth Charlotte musste mehrmals nach dem Tod ihres Gatten († 1729) unter schwierigen Verhältnissen die Regentschaft übernehmen. 1736 wurde sie von ihrem Cousin, König Ludwig XV. von Frankreich, zur souveränen Fürstin von Commercy ernannt. Als Mutter des späteren Kaisers Franz I. wurde sie zur gemeinsamen Vorfahrin aller künftigen Habsburger bis zur Gegenwart, da alle Habsburgerlinien von Franz I. und dessen Gemahlin abstammen. Dazu gehören auch die französischen Monarchinnen Marie Antoinette und Marie-Louise von Österreich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk Van der Cruysse: Madame Palatine, Lettres françaises. Fayard, 1989.
  • Dirk van der Cruysse: Madame sein ist ein ellendes Handwerck. Liselotte von der Pfalz. Eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs. 7. Auflage. Piper, München 2001, ISBN 3-492-22141-6.
  • Guy Cabourdin: Encyclopédie illustrée de la Lorraine, les Temps Modernes. Éditions Serpenoise, P.U.N., 1991.

Weblinks[Bearbeiten]