Étienne Bonnot de Condillac
Étienne Bonnot de Condillac (* 30. September 1714 in Grenoble; † 3. August 1780 in Flux bei Beaugency) war ein französischer Geistlicher (Abbé von Muréaux), Philosoph und Logiker im Zeitalter der Aufklärung. Von John Locke ausgehend, entwickelte dieser Aufklärer eine sensualistische Erkenntnistheorie.
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Leben und Wirken [Bearbeiten]
Sein Vater Gabriel Bonnot de Mably (1666-1727) und seine Mutter eine Madame de la Coste (* 1675) hatten außer Étienne Bonnot de Condillac noch weitere Kinder Jean Bonnot de Mably (1696-1761), Anne Bonnet (* ca. 1698), François Bonnot de Saint Marcellin (1700-1785), Gabriel Bonnot de Mably, Georges Joseph Bonnot (* 1711)[1].
In Traité des systèmes (1749) unterscheidet Condillac Zeichen, die mit dem Gegenstand zufällig zusammenhängen, natürliche Zeichen und künstliche oder bedingte Zeichen (Sprache und Schrift). Das Geheimnis der Erkenntnis besteht in der richtigen Anwendung dieser Zeichen. Durch die Zerlegung komplizierter Begriffe in ihre einfachsten Elemente vermeidet man Irrtümer.
1754 führt Condillac in Traité des sensations alle Funktionen der Seele (Gefühle, Wünsche, Willensakte) auf die ihnen zugrunde liegenden Empfindungen zurück. Die Empfindung selbst und die psychische Erfahrung wurden von ihm intellektualisiert. Der Verstand sieht mehr als das Auge, schreibt Condillac.
Im Jahre 1757 wurde er nach Parma berufen, um dort die Erziehung des Infanten und Kronprinzen Ferdinand, des späteren Ferdinand (Parma), zu übernehmen. Diese Aufgabe übernahm er für neun Jahre, gleichzeitig mit Auguste de Keralio (1715-1805), der für die "moralische Erziehung" im Sinne der Aufklärung wirkte.
In den Arbeiten La logique ou les premiers dévelopments de l'art de penser (1780) und La langue des calculs (1798) geht Condillac von der These der Unteilbarkeit von Denken und Sprache aus und erklärt die Sprachentwicklung aus Handlungen. Durch Zergliederung der Handlung zum Zwecke der Mitteilung - und damit durch Zergliederung der Ideen, deren Zeichen diese Handlungen sind, wird die Sprache der Handlung zur analytischen Methode.
Wissen wird bei Condillac in seiner Logik als sicherer Schluss aus Vernunftgründen interpretiert, der mehr als nur Wahrscheinlichkeit hat.
Werke (Auswahl) [Bearbeiten]
- Essai sur l’origine des connaissances humaines 1746
- Traité des systèmes 1749
- Traité des sensations 1754
- Traité des animaux 1755
- Cours d’études 1775
- Le Commerce et le gouvernement considérés relativement l’un à l’autre 1776
- La Logique ou l’art de penser 1780
- La Langue des calculs 1798 posthume.
Literatur [Bearbeiten]
- Abhandlung über die Empfindungen. (Traité des sensations.) Hrsg. v. Lothar Kreimendahl. Meiner, Hamburg 1983. ISBN 978-3-7873-0564-3
Weblinks [Bearbeiten]
- Eintrag In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy
- Kurzbiografie und Werkliste der Académie française (französisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Condillac, Étienne Bonnot de |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Philosoph der Aufklärung |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1714 |
| GEBURTSORT | Grenoble |
| STERBEDATUM | 3. August 1780 |
| STERBEORT | Flux bei Beaugency |