Île Téviec

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Île Téviec
Île Téviec (rechts) und der Fels Guernic (links) vom Strand von Penthièvre gesehen
Île Téviec (rechts) und der Fels Guernic (links) vom Strand von Penthièvre gesehen
Gewässer Biskaya, Atlantischer Ozean
Geographische Lage 47° 33′ 22″ N, 3° 9′ 55″ W47.556184-3.16528611Koordinaten: 47° 33′ 22″ N, 3° 9′ 55″ W
Île Téviec (Morbihan)
Île Téviec
Länge 460 m
Breite 190 m
Fläche 8 ha
Höchste Erhebung 11 m
Einwohner (unbewohnt)
Das mesolithische Grab
Das mesolithische Grab

Die Île Téviec ist eine 1800 Meter westlich von Penthiévre an der Halbinsel Quiberon gelegene 11 m hohe winzige Felseninsel in der Bretagne. Das im Norden der Côte Sauvage (Wilde Küste) gelegene Eiland ist von herausragender Bedeutung für die Archäologie des französischen Endmesolithikums.

Beschreibung[Bearbeiten]

Bereits zwischen 1928 und 1930 wurden von den Archäologen Marthe und Saint-Just Péquart die aufwändig errichteten und auf sepulkrale Rituale verweisenden Gräber in den Muschelhaufen der Insel entdeckt und untersucht. Die Toten der Hockergräber waren mit rotem Ocker bestreut. Ihre Datierung erfolgte auf etwa 4625 v. Chr. Die Geräte, darunter ein so genannter Kommandostab[1], lehnen sich in etwa dem Tardenoisien an. Zwei Skelette von 25 bis 35 Jahre alten Frauen, die eines gewaltsamen Todes gestorben waren, waren mit Kopfverletzungen und Pfeilwunden bedeckt. Die Körper wurden mit größter Sorgfalt in einer Grube begraben, geschützt durch ein Geweih. Zu den Grabbeigaben gehören Feuerstein und Knochen (vor allem vom Wildschwein). Der Schmuck besteht aus durchbohrten Meeresmuscheln, die zu Ketten, Armbändern und Knöchelringen montiert waren. Einige sind Knochenobjekte mit gravierten Linien.

Teviec und Île d’Hœdic sind entscheidend für unser Verständnis der späten Mittelsteinzeit am Übergang zur Jungsteinzeit. Sie sind Teil des Phänomens der zunehmenden "Komplexität" in der späten Mittelsteinzeit in Nordwesteuropa und füllen eine geografische Lücke zwischen den Funden in Portugal und im südlichen Skandinavien.

Eine neue Analyse der Begräbnisse auf Téviec und Hoëdic zeigt die Bedeutung der Meeresressourcen für die Mesolithiker. Es zeigt auch eine Differenz zwischen den beiden Inseln. Während die Bewohner des viel größeren und landferner gelegenen Hoëdic etwa 75 % ihres Eiweißbedarfs durch das Meer deckten, zeigten die auf Téviec Bestatteten eine Ausgewogenheit zwischen maritimem und terrestrischem Eiweiß, was bedeuten könnte, dass sie an Land lebten (die heutige Halbinsel Quiberon war eventuell noch eine Insel) und auf Téviec nur bestatteten.

Die Insel kann für Tagestouren von Quiberon aus per Schiff angefahren werden.

Bestattung von Théviec Museum von Toulouse[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Simone Ansquer: Téviec, le Secret. Quadri signe-A. Bargain, Quimper 2006, ISBN 2-914532-87-3, (Enquêtes & suspense).
  • Rick J. Schulting: Antlers, bone pins and flint blades: the Mesolithic cemeteries of Téviec and Hoëdic, Brittany
  • Marthe Péquart, Sant Just Péquart: Sur une vertèbre humaine mésolithique percée d'une flèche. In: Association Française pour l’Avancement des Sciences 55, 1931, S. 321–324.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Théviec – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. W. Gaerte: Ein mesolithischer verzierter "Kommandostab" aus Ostpreussen. In: Prussia 29, 1931, S. 92–97.