Îles de Los

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Îles de Los
Satellitenbild der Îles de Los
Satellitenbild der Îles de Los
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 9° 27′ N, 13° 47′ W9.4541666666667-13.79Koordinaten: 9° 27′ N, 13° 47′ W
Îles de Los (Guinea)
Îles de Los
Anzahl der Inseln 7
Hauptinsel Tamara
Gesamtfläche
Karte der Îles de Los
Karte der Îles de Los

Die Los-Inseln (Îles de Los) sind eine Inselgruppe vor der Küste des westafrikanischen Staates Guinea.

Geographie[Bearbeiten]

Die Îles de Los liegen im Atlantik westlich von Conakry, der Hauptstadt von Guinea. Es gibt drei Hauptinseln:

Coraille, Blanche und Cabris sind kleinere Inseln im Süden.

Tamara ist die größte der Inseln, sie ist 13 km lang und 1,6 km bis 3 km breit. Sie hat auch die höchste Erhebung mit 152 m. Nur Tamara und Kassa haben nennenswerte Siedlungen (Fotoba und Cité de Kassa).

Die Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs und heute mit Palmen bewachsen.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die frühen portugiesischen Seefahrer nannten die Inseln "Ilhos dos Idolos", also "Inseln der Idole (Götterbilder)", woher ihr heutiger Name "Îles de Los" stammt.

Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein pflegten Angehörige der Bagas alljährlich Prozessionen zu diesen Inseln durchzuführen. Dabei brachten sie ihren Göttern - darunter der Fruchtbarkeitsgöttin Nimba - Opfergaben.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals gelangte der portugiesische Seefahrer António Fernandes 1446 in das Gebiet der Inseln, aber erst ab dem 16. Jahrhundert wurden die Inseln erstmals von den Europäern als Handelsstützpunkt genutzt, jedoch entstanden keine dauerhaften Verwaltungssiedlungen. Roume war ein berüchtigtes Zentrum für den afrikanischen Sklavenhandel, auf Tamara befand sich ein von den Briten 1812 erbautes Gefängnis. Im Jahre 1818 erwarb Sir Charles MacCarthy, der Gouverneur von Sierra Leone, die Inselgruppe vom Stamm der Baga. Ende 1884 drängte der Kolonialhändler Friedrich Colin die deutsche Regierung, zusammen mit den am gegenüberliegenden Ufer erworbenen Regionen Kapitaï und Koba auch die zwar schon britisch beanspruchten, noch aber nicht britisch besetzten Los-Inseln zu annektieren.[1] Die lange unbewohnten Inseln wurden bis 1904 dem britischen Einflussgebiet zugerechnet, ehe sie an Frankreich übergeben wurden. Seit der Unabhängigkeit von Guinea im Jahre 1958 gehören sie zu diesem Staat.

Im Jahre 1949 begann man auf Kassa mit dem Abbau von Bauxit; 1966 waren die Vorkommen dann erschöpft. Die Vorkommen auf Tamara wurden von 1967 bis 1972 abgebaut.

Trivia[Bearbeiten]

Die Insel Roume soll Stevenson zu seinem Roman Die Schatzinsel inspiriert haben.

Tourismus[Bearbeiten]

Heutzutage sind die Îles de Los aufgrund ihrer Strände und bewaldeten Flächen im Inselinneren ein beliebtes Ausflugsziel, von Conakry aus gibt es Fähren auf die Inseln.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norbert B. Wagner (Hrsg.): Archiv des Deutschen Kolonialrechts. Brühl/Wesseling 2008, S. 153f. (PDF; 1,9 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Îles de Los – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien