Ñuflo de Chávez

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Ñuflo de Chávez, auch: Ñuflo de Chaves (* 1518 bei Trujillo, Spanien; † 1568 im heutigen Bolivien), war ein spanischer Conquistador. Er ist vor allem bekannt als Gründer der bolivianischen Stadt Santa Cruz de la Sierra.

Ñuflo de Chávez stammte aus dem Dorf Santa Cruz de la Sierra („Heiliges Kreuz der Berge“), ca. 12 km südlich von Trujillo in der spanischen Extremadura.

Schon als junger Mann ging er als Offizier und Konquistador nach Südamerika. 1544 unterstützte er in Asunción (heute Paraguay) den erfolgreichen Staatsstreich gegen den spanischen Gouverneur Álvar Núñez Cabeza de Vaca durch dessen Stellvertreter Domingo Martínez de Irala. 1557 erreichte er als Eroberer das Gebiet des heutigen brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, in dem er Goldvorkommen vermutete.

1561 gründete er mit einem Siedlerzug am südlichen Rand des Amazonasbeckens im heutigen bolivianischen Departamento Santa Cruz die Stadt Santa Cruz de la Sierra, die er nach seinem spanischen Heimatdorf benannte und in der er sich mit seiner Familie niederließ. Ñuflo de Chávez führte als erster Europäer Schafe und Ziegen in die Region ein.

Ñuflo de Chávez starb in Santa Cruz de la Sierra bei einer Auseinandersetzung mit indianischen Ureinwohnern. Aufgrund der andauernden Konflikte mit den Ureinwohnern wurde der Standort später aufgegeben und die Stadt um ca. 220 km nach Westen verlegt; in der Nähe der ursprünglichen Siedlungsstelle befindet sich heute die im 18. Jahrhundert gegründete Jesuitenmission San José de Chiquitos.

Die Provinz Ñuflo de Chávez im bolivianischen Departamento Santa Cruz trägt ihren Namen zu Ehren des Stadtgründers.