Ólafur Jóhann Sigurðsson

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Ólafur Jóhann Sigurðsson (* 26. September 1918 in Hlíð, Island; † 30. Juli 1988 in Reykjavík, Island) war ein isländischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Ólafur Jóhann Sigurðsson wurde als Sohn von Sigurður Jónsson und Thora Ingibjörg Jónsdóttir in Hlíð (jetzt Garðabær) geboren. Nachdem er unweit von Reykjavík in einer armen Bauernfamilie zur Welt kam, wuchs er in ländlicher Gegend im Südwesten Islands auf. Während des Winters wurde er von einem Wanderlehrer unterrichtet, ansonsten erwarb er sich sein Wissen autodaktisch. Sigurðsson ging mit 15 Jahren nach Reykjavík mit der Absicht, Schriftsteller zu werden. Dort schlug er sich als Arbeiter in Fabriken, im Straßenbau, bei der Ernte, als Laufbursche, Korrektor, Redakteur und hausierender Buchhändler durch. Als jüngstes Mitglied wurde er in die Vereinigung revolutionärer Schriftsteller aufgenommen. Mit 16 Jahren veröffentlichte Sigurðsson sein erstes Buch: Skuggarnir af bænum (dt. „Schatten der Stadt“). Nach weiteren erfolgreichen Veröffentlichungen verfügte er über ausreichende finanzielle Mittel, Island zu verlassen. In Kopenhagen (Winter 1936–1937) lernte er daraufhin die literarischen Strömungen seiner Zeit kennen, und in New York hörte er von 1943 bis 1944 Vorlesungen in Literaturwissenschaft an der Columbia University.

Am 22. April 1943 heiratete Sigurðsson Anna Jónsdóttir (* 31. Mai 1918; † 22. Februar 1995). Das Ehepaar bekam zwei Söhne: den Meereskundler Jón Ólafsson (* 17. November 1943) und den Schriftsteller und Geschäftsführer Ólafur Jóhann Ólafsson (* 26. August 1962).

Rezeption und Würdigung[Bearbeiten]

Sigurðssons erste Werke werden dem Sozialistischen Realismus zugeordnet, was erklärt, dass seine Bücher in deutscher Übersetzung in der DDR im Aufbau-Verlag veröffentlicht wurden. Bekannt wurde seine Trilogie mit dem Journalisten Páll Jónsson als literarischer Figur. Diese Trilogie verfasste er über eine Zeitspanne von nahezu 30 Jahren: 1955: Gangvirkið (deutsch: „Das Uhrwerk“), 1977: Seið og hélog („Zauber und Irrlichter“), 1983: Drekar og smáfuglar („Drachen und Zaunkönige“). Diese Romane werden als Höhepunkt des Realismus in der Isländischen Literatur des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Ólafurs Texte behandeln die revolutionären Veränderungen, denen die isländische Gesellschaft im 20. Jahrhundert unterworfen war; die Entstehung der Städte und die Landflucht. Sein Stil wird von genauen Beschreibungen und Ironie geprägt. Ólafur Sigurðsson erhielt 1976 als erster Isländer den Literaturpreis des Nordischen Rates für seine Lyrikbände Að laufferjum (wörtlich: „An die Laubfähren“) und Að brunnum (wörtlich: „An die Brunnen“). Er schrieb Romane, Erzählungen, Gedichte und Kinderbücher und übersetzte aus dem Englischen. Sein Werk ist in 18 Sprachen übersetzt worden, ins Deutsche überwiegend von Owe Gustavs und Bruno Kress.

Werke[Bearbeiten]

  • Við Álftavatn 1934
  • Um sumarkvöld 1935
  • Skuggarnir af bænum 1936
  • Liggur vegurinn þangað? 1940
  • Kvistir í altarinu 1940
  • Fjallið og draumurinn 1944
  • Teningar í tafli 1945
  • Speglar og fiðrildi 1947
  • Litbrigði jarðarinnar 1947 („Farbenspiel der Erde“)
  • Vorköld jörð 1951
  • Nokkrar vísur um veðrið og fleira 1952
  • Gangvirkið 1955 („Das Uhrwerk: Abenteuer eines Journalisten“ von 1982)
  • Á vegamótum 1955
  • Ljósir dagar 1959
  • Leynt og ljóst 1965
  • Bréf séra Böðvars 1965 („Pastor Bödvars“)
  • Seint á ferð 1972
  • Að laufferjum 1972
  • Hreiðrið 1972
  • Að brunnum 1974
  • Að laufferjum og brunnum 1976
  • Seiður og hélog 1977 („Zauber und Irrlichter: aus den Aufzeichnungen eines Journalisten“ von 1987)
  • Virki og vötn 1978
  • Í gestanauð: sögur 1940-1945 1979
  • Margs er að gæta: sögur 1945-1962 1979
  • Drekar og smáfuglar. Úr fórum blaðamanns 1983 („Drachen und Zaunkönige: aus den Aufzeichnungen eines Journalisten“ von 1989).
  • Að lokum. Kvæði. 1988
  • Sagnaúrval 1939-1965 1993
  • Kvæði 1995

Weblinks[Bearbeiten]

Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.