Ö3 Austria Top 40

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Ö3 Austria Top 40

Die Ö3 Austria Top 40 sind eine wöchentliche Erhebung der meistverkauften aktuellen Musiktitel. Sie sind die wichtigsten Single-Charts Österreichs. Die dazugehörige gleichnamige Hitparade wird wöchentlich auf Ö3, dem dritten Hörfunkprogramm des Österreichischen Rundfunks, ausgestrahlt. Sendezeit ist Freitag von 19 bis 22 Uhr. Die Ö3 Austria Top 40 sind keine Airplay-Charts wie z. B. das gotv Austrian Ranking (welches das Airplay in seiner Wertung berücksichtigt), sondern Verkaufscharts – gewertet werden alle Verkäufe aus dem österreichischen Tonträgerhandel und die verkauften Download-Dateien der größten Internetportale des Landes.

Radiopräsentation[Bearbeiten]

Von 1980 bis 7. Jänner 1990 war Sonntag abends die gemischte Hörer- und Verkaufsparade Hit wähl mit gesendet worden. Sie hatte zuerst eine Stunde mit 15 Chart-Platzierungen und sechs Neuvorstellungen, die längste Zeit dann zwei Stunden mit 25 Chart-Platzierungen und acht Neuvorstellungen.

Ö3 Top-30[Bearbeiten]

Am 12. Jänner 1990 wurde auf Ö3 die reine Verkaufshitparade Ö3 Top-30 eingeführt. Sie wurde Freitag abends von Udo Huber präsentiert und dauerte zwei Stunden. Die erste Nummer 1 der Verkaufshitparade wurde der Titel All Around the World von Lisa Stansfield. Die Verkaufsdatenerfassung als Basis für die Sendung wurde bis Anfang 1999 durch die Urheberrechtsgesellschaft Austro Mechana durchgeführt, welche für die Lizenzgebühren der mechanischen Vervielfältigung zuständig ist.

Ö3 Austria Top 40[Bearbeiten]

Am 15. September 1995 wurde die Verkaufshitparade auf 40 Plätze und die Sendezeit auf drei Stunden erweitert. Die Ö3 Austria Top 40 waren entstanden. Die Verkaufsdatenerfassung als Basis für die Sendung zuerst weiterhin durch die Urheberrechtsgesellschaft Austro Mechana durchgeführt und seit April 1999 werden die Daten von der Firma Media Control ermittelt.

Time to Say Goodbye (Sarah Brightman & Andrea Bocelli), so hieß am 10. Jänner 1997 die Nummer 3 der Ö3 Austria Top 40. Mit diesem Titel verabschiedete sich „Mr. Hitparade“ Udo Huber als langjähriger Moderator der österreichischen Hitparade. Seine Nachfolgerin wurde Martina Kaiser, die bis 28. Dezember 2001 moderierte. Daraufhin übernahm Matthias Euler-Rolle bis 30. April 2004 und wurde von Gustav Götz abgelöst, der am 14. März 2014 seine letzte Sendung moderierte. Seit dem 21. März 2014 moderieren Elke Lichtenegger und gelegentlich Thomas Filzer.

Fernsehpräsentation[Bearbeiten]

Im Fernsehen lief zuerst die im Dezember 1982 gestartete Monatshitparade Die Großen 10 mit Udo Huber weiter. Sie war nach dem Musikantenstadl auch die zweite österreichische Sendung, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in jungen Demokratien gastierte, 1990 in Bratislava. Nach Quotenverlusten übernahm 1992 Dominic Heinzl die Moderation und 1993 wurde die Sendung eingestellt.

Ab 15. Jänner 2000 wurde mit der Fernsehsendung Ö3 Austria Top 40 am frühen Samstag Nachmittag die Marke zur „trimedialen“ Sendung (Hörfunk, Fernsehen, Internet) ausgeweitet. In der Show wurden die meisten Videos der höchsten Neueinsteiger, österreichischen Songs und der Top 3 gezeigt. Bis zu den Jahrescharts am 29. Dezember 2001 wurde die Fernsehsendung alternierend von Martina Kaiser und Matthias Euler-Rolle moderiert. Ab Jänner 2002 moderierte Euler-Rolle alleine, bis die Sendung im selben Jahr eingestellt wurde.

2003 wurde arena das erste Mal ausgestrahlt. Dieses Mal moderierten nicht Menschen, sondern Zeichentrickfiguren die Sendung. Die Nummer eins wurde damals durch Verkäufe und TED-Voting bestimmt. Jedoch blieb auch diese Sendung unter ihren Erwartungen, sodass sie abgesetzt wurde.

Die letzte Chartsendung war play music, die knapp 8 Wochen von Boris Uran moderiert wurde. Da alle Hitparadenausstrahlungen floppten, beschloss der ORF sie einzustellen.

Auf YouTube gibt es manchmal einen Austria Top 40 Video Cast mit Prominenten-Interviews. Das beliebteste Video mit einem Motorroller-Sturz von Daniel Schuhmacher erreichte mehr als 320.000 Aufrufe.[1] Dieses Video wurde sogar bei zahlreichen TV-Sender ausgestrahlt und bildete die Grundlage für eine Top-Schlagzeile in vielen Zeitungen.

Erhebung der Charts[Bearbeiten]

Die Erhebung wird von der Firma Media Control durchgeführt. Media Control vermarktet die Veröffentlichungsrechte der von ihr ermittelten Daten. Die Daten werden sowohl in Branchenzeitschriften wie Musikmarkt, als auch in populären Medien wie der Wochenzeitschrift News oder auf den Webseiten von Ö3 veröffentlicht. Die absoluten Verkaufszahlen werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.

Für die Charts zählen jene Verkäufe, die der Konsument im Handel tätigt. Dabei werden nur die Verkäufe wesentlicher Musikgeschäfte, die bestimmte Kriterien erfüllen, bei der Charterhebung berücksichtigt. Die Daten werden wöchentlich gesammelt und elektronisch an Media Control Austria übermittelt. Verkaufte Mengen werden nicht von einer Woche in die nächste Woche übertragen.

Bis Jänner 2001 wurden tatsächlich nur die Top 40 der jeweiligen Tonträgerverkäufe ausgewiesen, seitdem werden in Österreich jeweils 75 Single- und Longplay- sowie 20 Compilation-Positionen ermittelt. Am 16. März 2003 kamen die DVD-Top-Ten hinzu. Seit Anfang März 2005 werden digitale Downloads von Download-Shops wie zum Beispiel iTunes in die Wertung miteinbezogen. Dazu gehören seit März 2007 auch Handy-Musikdownloads, seit November 2007 werden auch Titel gewertet, die ausschließlich als digitaler Download verfügbar sind. Das erste Lied, das über diesen Weg zum Nummer-eins-Hit wurde ist All Summer Long von Kid Rock. Dem zunehmenden Erfolg von Streaming-Diensten wurde 2014 Rechnung getragen. Mit den Charts vom 14. Februar fließen bei den Singlecharts auch diejenigen Lieder mit ein, die über kostenpflichtige Musikabos abgerufen wurden (Mindestlänge 30 Sekunden) abgerufen wurden.[2]

Inzwischen dominieren bei den Singles die digitalen Verkäufe und 2010 lag ihr Anteil bei 73 %, wobei Österreich hier europaweit unter dem Durchschnitt liegt. Bei den Alben waren die CDs weiterhin vorherrschend, wobei auch hier Österreich mit einem digitalen Anteil von 6 % weit hinter anderen Ländern lag.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andy Zahradnik: Das Leben ist eine Hitparade! Die Geschichte der österreichischen Hitparade. Von der „Disc-Parade“, den „Großen 10“ und „Hit wähl mit“ bis zur „Ö3 Austria Top 40“. Alle Moderatoren. Die verfügbaren Verkaufs-Jahrescharts und die Daten seit 1967. Josef Keller, Starnberg u. a. 2002, ISBN 3-7808-0189-2.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Das Ö3-Austria Top 40 Studio - Daniel Schuhmacher fällt auf die Schnauze, 22. Juni 2009
  2. Österreich nimmt Streaming in die Charts-Wertung auf, Mediabiz, 5. Februar 2013
  3. 85 Prozent der Verkäufe in den deutschen Single-Charts sind digital, Media Control, 31. Mai 2010