Übach-Palenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Übach-Palenberg
Übach-Palenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Übach-Palenberg hervorgehoben
50.9197222222226.1194444444444110Koordinaten: 50° 55′ N, 6° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 26,12 km²
Einwohner: 24.052 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 921 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52531
Vorwahlen: 02451, Teile Boschelns 02404Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 028
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 4
52531 Übach-Palenberg
Webpräsenz: www.uebach-palenberg.de
Bürgermeister: Wolfgang Jungnitsch (CDU)
Lage der Stadt Übach-Palenberg im Kreis Heinsberg
Niederlande Kreis Düren Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Rhein-Neuss-Kreis Städteregion Aachen Erkelenz Gangelt Geilenkirchen Heinsberg Hückelhoven Selfkant Übach-Palenberg Waldfeucht Wassenberg WegbergKarte
Über dieses Bild

Übach-Palenberg ist eine an der Grenze zu den Niederlanden gelegene Stadt im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg.

Geografie[Bearbeiten]

Übach-Palenberg liegt 17 Kilometer nördlich von Aachen im Süden des Kreises Heinsberg. Unmittelbar angrenzende Nachbarkommunen sind die Gemeinde Landgraaf auf niederländischer Seite und die Städte Geilenkirchen, Baesweiler und Herzogenrath auf deutscher Seite.

Gewässer[Bearbeiten]

  • Die Wurm fließt in Süd-Nord Richtung durch die Stadtteile Zweibrüggen und Frelenberg.
  • Ein Bach mit Namen Übach entspringt südlich des Alsdorfer Stadtteils Busch. Er fließt, teilweise unterirdisch, im Bogen nördlich um Merkstein herum, weiter Richtung Norden an Herbach vorbei nach Übach und weiter im Bogen nach Westen in Richtung Palenberg, wo er in der Nähe des Naherholungsgebietes nach etwa 9 Kilometern in die Wurm mündet.[2]

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Eine Teilfläche des Naturschutzgebietes Teverener Heide gehört zum Gebiet der Kommune.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus den Ortsteilen (in Klammern Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2010):

sowie den Gehöften Hoverhof, Drinhausen, Blaustein, Valkerhofstadt und Weißenhaus.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten]

Die Via Belgica, eine römische Hauptverkehrsstraße, durchschnitt das heutige Stadtgebiet und überquerte in der Nähe des Schlosses Rimburg die Wurm. Etwa anderthalb Kilometer flussabwärts zwischen Palenberg und Marienberg fand man die Grundmauern eines römischen Gutshofs. Die zu dem Hof gelegene Therme ist zwischenzeitlich teilweise rekonstruiert und an ihrer Fundstelle zu besichtigen.

Vom Mittelalter zur Neuzeit[Bearbeiten]

Der Ortsteil Palenberg wird in einer Urkunde vom 20. Januar 867 über einen Güteraustausch zwischen einem Vasallen des Jülicher Grafen Matfridt namens Otbert und dem fränkischen König Lothar II. erstmals schriftlich erwähnt.[3] Um das Jahr 1000 gehörte der Ort vermutlich zur Herrschaft Geilenkirchen, welche im 12. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Heinsberg gelangte. Mit der Herrschaft Heinsberg kam Palenberg schließlich zum Herzogtum Jülich und wurde Teil des Jülicher Amtes Geilenkirchen.

Die erste Erwähnung von Übach erfolgte 1172 mit Nennung einer Adligen gleichen Namens als Ministerialin der Abtei von Thorn an der Maas. Die Abtei übte mindestens seit dieser Zeit die Herrschaft über den Ort aus, vermutlich aber bereits früher.

1794 wurde nach der französischen Besetzung des Rheinlandes die Mairie (Bürgermeisterei) Übach gebildet und dem Département de la Roer unterstellt. Nach dem Wiener Kongress 1815 waren die heute zu Übach-Palenberg gehörenden Orte Teile des neugebildeten Kreises Geilenkirchen. Im Jahr 1827 hatte Palenberg 98 Einwohner und Übach 1268 Einwohner.

Industrialisierung[Bearbeiten]

Übach-Palenberg verfügt seit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Aachen-Mönchengladbach 1852 über einen Bahnanschluss.

Von 1917 bis 1962 wurde auf der Grube Carolus Magnus Steinkohle abgebaut. In diesem Zeitraum entwickelte sich parallel zum Wachstum der Steinkohlengrube das zusammenwachsende Übach-Palenberg. Das Wachstum Palenbergs begann gegenüber der Betriebsfläche der Zeche entlang der Carlstraße und dehnte sich bis zur Wurm aus. In den rund 50 Jahren des Bestehens der Zeche stieg die Einwohnerzahl des Weilers Palenberg von rund 400 auf 4436 und diejenige Übachs von rund 1600 auf 5570.

In Boscheln entstand zu Beginn der 1920er Jahre eine weitere Bergmannssiedlung. Diese war nicht für die Grube Carolus Magnus bestimmt, sondern für die im benachbarten Baesweiler liegende Grube Carl Alexander.

Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Vorkriegszeit[Bearbeiten]

Im Jahr 1935 entstand die Gemeinde Übach-Palenberg aus den bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Scherpenseel und Übach. 1936 wurden von der Gemeindeverwaltung 14 Übach-Palenberger als Juden erfasst, deren Spuren sich in den folgenden Jahren verloren. Zwei mit Nichtjuden verheiratete Frauen überlebten den Holocaust, während der Jude Baruch Dellman 1938 nach Polen ausgewiesen wurde und nachweislich 1940 den Tod im Konzentrationslager Sachsenhausen fand.[4]

Während des Kriegs[Bearbeiten]

Heinrich Himmler ordnete am 9. September 1940 die überregionale Einrichtung von Bordellen für Gemeinden an, in denen mehr als hundert fremdvölkische Arbeiter untergebracht waren. Der Übach-Palenberger Bürgermeister Carl sowie die Zeche Carolus Magnus versuchten dies zu verhindern. Die Bemühungen waren erfolglos. Im Jahr 1941 wurde ein Bordell in einer Holzbaracke mit drei polnischen Prostituierten eingerichtet. Mit der zurückgehenden Kohleförderung nahm auch die Nutzung des Bordells ab, welches in der Folge aufgelöst wurde. Die freiwerdende Baracke wurde dann mit sowjetischen Kriegsgefangenen belegt.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner war die Bevölkerung zunächst erleichtert. Für die Gemeinde datiert das Ende der Kampfhandlungen auf den 5. Oktober 1944. Als sich eine amerikanische Infanterieeinheit eines Abends gegen 22 Uhr auf ihren Abmarsch in den Kölner Raum für den folgenden Tag vorbereitete, schlug eine für einen Angriff auf Antwerpen bestimmte V1 in ein Doppelhaus in der Hügelstraße ein. Die Schäden in der bis zu diesem Zeitpunkt von Kriegseinwirkungen weitgehend verschonten Siedlung waren verheerend. Die Anzahl der Toten wurde nie bekannt.[5]

Nach 1945[Bearbeiten]

Im Jahr 1967 erhielt die Gemeinde Übach-Palenberg die Stadtrechte.

Am 1. Januar 1972 wurde ein Teil der Gemeinde Merkstein mit damals etwa 300 Einwohnern eingegliedert. Gleichzeitig änderte sich die Kreiszugehörigkeit.[6] Die Stadt wechselte aus dem aufgelösten Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg in den neuen Kreis Heinsberg.

In den 1970er und frühen 1980er Jahren erfolgte eine Sanierung der Bergarbeitersiedlungen Boscheln, Palenberg, Marienberg und Frelenberg sowie eine Sanierung des Ortskerns Übach. Im Jahre 1989 wurde ein großes Naherholungsgebiet rund um den Wurmtalsee zwischen Palenberg und Marienberg eingeweiht. Im Jahre 1993 erfolgte der Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Grube Carolus Magnus zum Carolus-Magnus-Centrum für Umwelttechnologie (CMC).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils am 31. Dezember)

  • 1998: 24.128
  • 1999: 24.386
  • 2000: 24.804
  • 2001: 25.049
  • 2002: 25.362
  • 2003: 25.452
  • 2004: 25.436
  • 2005: 25.327
  • 2006: 25.206
  • 2007: 25.110
  • 2009: 24.817
  • 2010: 24.776
  • 2011: 24.706
  • 2012: 24.052
  • 2013: 24.432

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Kirche[Bearbeiten]

Die erste Kirche in Palenberg war eine Holzpfostenkirche aus dem 8. Jahrhundert. Im 11. Jahrhundert wurde eine kleine Steinkirche errichtet, von dieser ist der Kern heute noch erhalten. Sie ist damit eine der ältesten Kirchen im Kreis Heinsberg. Die St.-Petrus-Kapelle wird auch Karlskapelle genannt.

Bis zum 31. Dezember 2009 bestand das Dekanat Übach-Palenberg aus sechs Pfarreien bzw. Weggemeinschaften. In den dazugehörigen Kirchen wurden entsprechende Gottesdienste abgehalten. Seit dem 1. Januar 2010 existiert durch den Zusammenschluss dieser sechs Pfarreien nur noch die Pfarre St. Petrus Übach-Palenberg. Ihre Hauptkirche liegt in Übach (früher St. Dionysius).

Katholische Kirchen in der Pfarre St. Petrus Übach-Palenberg:

  • Die Kirche in Übach, eingeweiht im Jahre 1953, wurde dem Heiligen Dionysius geweiht. Es gab zwei Vorgängerkirchen und zwar von zirka 930 bis zum 16. Jahrhundert eine alte Sandsteinkirche, die 1303 dem Damenstift Thorn inkorporiert wurde sowie der Folgebau, der im Laufe des 16. Jahrhunderts entstand. Im Jahre 1581 wurde der Folgebau mit großen Turm fertiggestellt. Er wurde bei dem Kampfhandlungen während der Einnahme Übachs durch die Alliierten im Oktober 1944 fast vollständig zerstört. Nach Nutzung einer Notkirche konnte – wie schon erwähnt – 1953 die jetzige Kirche geweiht werden.
  • Die Palenberger Kirche ist der Heiligen Theresia geweiht. Sie wurde im Jahre 1930 nach dem Entstehen der dortigen Bergmannssiedlung der Grube Carolus Magnus erbaut. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die St. Petrus-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert für die Gottesdienste benutzt.
  • Die St.-Fidelis-Kirche in Boscheln existiert seit 1930 und war die ersten 20 Jahre Rektoratskirche (Bestandteil der Übacher Pfarre). Von 1951 bis 2009 war St. Fidelis Boscheln eine selbständige Pfarre.
  • In Frelenberg existieren zwei katholische Kirchen, und zwar die alte Pfarrkirche (siehe Sehenswürdigkeiten), die bis zum Jahre 1960 genutzt wurde. Die neue Pfarrkirche, die wie die alte Kirche dem Heiligen Dionysius geweiht ist, ist ein großer und moderner Sakralbau, der seit 1960 für Gottesdienste genutzt wird.
  • Im Jahre 1895 wurde in Scherpenseel die dortige Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt fertiggestellt. Sie ist eine der schönsten Kirchen von Übach-Palenberg.
  • Die Pfarre von Marienberg trägt ebenso den Namen St. Mariä Himmelfahrt. 1911 ließen sich die Oblaten des Heiligen Franz von Sales in Marienberg nieder. Die alte Kirche in Marienberg wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. In den Jahren 1957 und 1958 erbaute man an der alten Stelle das heutige Gotteshaus.

Evangelische Kirche[Bearbeiten]

Durch die Ansiedlung von zahlreichen Bergleuten zogen auch evangelische Christen in größerer Zahl zu. Für diese gibt es nach verschiedenen Neuordnungen der Gemeindegrenzen seit dem 1. Januar 2007 eine evangelische Gemeinde mit drei Kirchen. Es sind dies die Erlöserkirche in Übach (erbaut 1932), die Christuskirche in Frelenberg (erbaut 1954) und die Auferstehungskirche in Marienberg (erbaut 1953).

Freikirchen[Bearbeiten]

Apostolische Gemeinde

Von den Freikirchen ist die Apostolische Gemeinschaft mit ihrem Gemeindezentrum in Boscheln und von anderen Konfessionen die Neuapostolische Kirche mit ihren Kirchen in Übach und Boscheln vertreten.

Im Dezember 2010 hat die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herzogenrath-Merkstein die Kreuzkirche in Boscheln von der evangelischen Kirche erworben. Die Gemeinde firmiert nun als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Übach-Palenberg. Seit Mitte Februar 2011 an finden alle Gemeindeveranstaltungen der EFG in der Kreuzkirche statt. Die 1953 erbaute Kreuzkirche in Boscheln hatte vor dem Zweiten Weltkrieg einen provisorischen Vorgängerbau, eine zu einer Kirche umgebauten Holzbaracke. Dies wurde möglich, nachdem die NS-Machthaber diese der der Arbeiterwohlfahrt gehörenden Baracke (ein Jugendheim) enteignet und später der evangelischen Kirche verkauft hatten.

Andere Religionen[Bearbeiten]

Im Stadtteil Holthausen existiert im Gewerbegebiet eine Moschee für die fast 2000 Muslime der Stadt.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 52,5 % (2009: 57,6 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,0 %
32,3 %
7,9 %
9,5 %
2,1 %
1,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+7,0 %p
-1,1 %p
-6,5 %p
+2,0 %p
-1,6 %p
+1,9 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 32 Sitze im Stadtrat:

  • CDU: 15 Sitze (+3)
  • SPD: 10 Sitze (–1)
  • UWG: 2 Sitze (-3)
  • GRÜNE: 3 Sitze (+1)
  • FDP: 1 Sitz (±0)
  • USPD: 1 Sitz (+1)

Es wurde eine Koalition zwischen den Fraktionen CDU und FDP/USPD geschlossen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1935–1944: Wilhelm Carl
  • 1946–1948: Johann Heinrichs
  • 1949:–1949 Gerhard Peters
  • 1949–1952: Richard Wagner
  • 1952–1961: Martin Lürkens
  • 1961–1964: Josef Fürkötter, CDU
  • 1964–1972: Max Gärtner, SPD
  • 1972–1982: Manfred Sybertz, SPD
  • 1982–1988: Werner Müller, SPD
  • 1988–1996: Rolf Kornetka, SPD (am 28. November 1996 im Amt verstorben)
  • 1997–2009: Paul Schmitz-Kröll, SPD, hauptamtlich
  • seit Oktober 2009: Wolfgang Jungnitsch, CDU, hauptamtlich

Wappen[Bearbeiten]

Waagerecht geteilter Schild, im oberen blauen Feld gekreuzte Lilienzepter, golden tingiert, darüber schwebend der Buchstabe T in schwarz. Das untere Feld des Schildes gespalten, vorn im gelben Feld ist ein schwarzer, ungekrönter Löwe mit roter Zunge. Im roten Feld ist ein weißer, gekrönter Löwe.

Die gekreuzten Lilienzepter und der Buchstabe T weisen auf die Grundherrschaft des Damenstiftes Thorn (Niederlande) hin. Frelenberg und Palenberg gehörten zum Herzogtum Jülich. Daran erinnert der schwarze, ungekrönte Löwe. Der silberne Löwe ist dem Wappen der Herrschaft Heinsberg entlehnt, weil Scherpenseel ursprünglich zu dieser gehörte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Übach-Palenberg unterhält folgende Städtepartnerschaften:

Eurolog[Bearbeiten]

Im April 2013 wurde auf Initiative von Hartmut Urban im Vorprogramm zur jährlichen Karlspreisverleihung in Aachen der sogenannte Eurolog als Europa-Gespräch zwischen EU-Bürgern, EU-Politikern und Eurokraten im städtischen Schloss Zweibrüggen durchgeführt.[8] Zum zweiten Eurolog im Mai 2014 waren auf dem Podium: Die Europaabgeordnete Sabine Verheyen, der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments Prof. Dr. Klaus Hänsch, Sprecher des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden, der Europaabgeordnete Sven Gegold, sowie der Generalsekretär des Europäischen Parlaments Klaus Welle.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Stadtbücherei
  • historischer Wandaltar im Schloss Zweibrüggen
  • Klangbrücke vom Wurmtal zum Dohmenpark

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

St.-Petrus-Kapelle (auch Karlskapelle genannt)
Wasserturm der Zeche Carolus Magnus
Schloss Zweibrüggen
Schloss Rimburg
  • Die St.-Petrus-Kapelle in Palenberg, auch Karlskapelle genannt, ist ein zweischiffiger, aus Kieseln, Bruch- und Backsteinen errichteter Bau des elften, zwölften und 17. Jahrhunderts.
Ältester Teil der Kapelle ist das an der Stelle einer früheren Holzpfostenkirche errichtete, im Lichten 9 m lange und 6 m breite Schiff einer Saalkirche des 11. Jahrhunderts. Im zwölften Jahrhundert erfolgte der Anbau des südlichen Seitenschiffes und wenig später die Niederlegung des bisherigen rechteckiges Altarhauses der Saalkirche. An seine Stelle trat der heutige, aus einem queroblongen, tonnengewölbten Joch und der halbrunden, mit einer Halbkuppel überwölbten Apsis bestehende Chor.
Im 17. Jahrhundert erfolgte nach dem Dreißigjährigen Krieg der Anbau der großen nördlichen Vorhalle, die mit einem Kamin ausgestattet ist. Ferner wurde unter anderem über der Langseite des Seitenschiffes ein hoher, dreieckiger Giebel errichtet und hinter diesem im Obergeschoss Wohnräume für Wachmannschaften eingebaut. Aus der Zeit dieses Umbaues scheint auch der schlanke Dachreiter der Kapelle zu stammen.[9]
  • Der Wasserturm der Grube Carolus Magnus. Dieser wurde in der Bauart nach Prof. Intze 1912 durch die Fa. F.A.Neumann in Eschweiler errichtet. Der auf einem sechseckigen Gerüst aus Stahlfachwerk ruhende Kugelbehälter fasste rund 500 m³ Wasser. 1997/1998 erfolgte eine gründliche Instandsetzung, bei der aufgrund zu starker Korrosionsschäden die Laterne vollständig ersetzt wurde, das Zentralrohr mit der Wendeltreppe zum Durchstieg und die fahrbahre Leiter zur Behälterwartung hingegen leider verloren gingen. Im Rahmen der Euregionale 2008 wurde der Wasserturm mit LED-Leuchten einer Illumination ausgesetzt.[10]
  • Die Wassermühle Zweibrüggen, eine noch bis zur Regulierung der Wurm 1974 in Betrieb gewesene Mühle.
  • Ein Nachbau einer römischen Hypocaustanlage im Naherholungsgebiet Wurmtal
  • Die alte Frelenberger Pfarrkirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Chor aus dem Jahre 1826.
  • Schloss Rimburg: Das an der Wurm gelegene Schloss soll das älteste oder doch zumindest zweitälteste bewohnte Haus Deutschlands sein.

Parks[Bearbeiten]

  • Das Naherholungsgebiet Wurmtalsee liegt zwischen Palenberg und Marienberg.
  • Der Willy-Dohmen-Park in Windhausen (vom verstorbenen Unternehmer Willy Dohmen aus Übach-Palenberg für die Öffentlichkeit gestifteter und frei zugänglicher Park)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Palenberger Bahnhof um 1900

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Übach-Palenberg verfügt über den Bahnhof Übach-Palenberg an der Strecke Aachen–Duisburg/Düsseldorf, gelegen am westlichen Rand des Stadtteils Palenberg. Dort halten die Nahverkehrszüge der Rhein-Niers-Bahn und des Wupper-Expresses.

Busverkehr[Bearbeiten]

Übach-Palenberg gehört zum Aachener Verkehrsverbund und besitzt eine eigene Stadtbuslinie, ÜP1 genannt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind an der A 44Alsdorf“ (ca. 10 km), an der A 46Heinsberg“ (ca. 16 km) und an der A 4Eschweiler-West“ (ca. 16 km).

Die Bundesstraße 221 führt von Alsdorf kommend durch die Ortsteile Boscheln und Holthausen nach Geilenkirchen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Neben den international tätigen Firmen wie SLV, Neuman & Esser, Schlafhorst oder Spanset werden seit 2010 in Übach Palenberg bei der Firma Solent GmbH & Co. KG für diverse Handelsmarken Schokoladen, Nüsse und Trockenfrüchte hergestellt.[11] Deren Schwesterfirma Bonback GmbH & Co. KG produziert am gleichen Standort als Großbäckerei.[12]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Thomas Maria Blisniewski, (* 1960 in Aachen), aufgewachsen in Übach-Palenberg, Kunst- und Kulturhistoriker
  • Franz Derichs (1885–1967), deutscher Jesuit
  • Jessica Faust (* 1992), Fernsehdarstellerin
  • Hans Holzbecher (* 8. Dezember 1958), TV-Schauspieler, Kabarettist und Kabarett-Regisseur
  • Leonard Jansen, (* 18. Mai 1681 in der Mühle Zweibrüggen; † 21. April 1754) war Prior des Klosters von Knechtsteden
  • Thomas Jordan, (* 15. März 1949 in Aachen), Leichtathlet
  • Detlev Lauscher (1952−2010), Fußballspieler
  • Peter Melchers (Petrus Melchioris), (* 12. Mai 1621 in Stegh bei Übach-Palenberg; † 1. Dezember 1682), war Reform-Abt der niederländischen Abtei Rolduc
  • Richard Riediger, (* in Übach-Palenberg), ist Inhaber der größten mittelsteinzeitlichen Sammlung in Deutschland
  • Alfred Schobert, (1963–2006) deutscher Sozialwissenschaftler und Publizist, aufgewachsen in Übach-Palenberg
  • Peter Speckens, (* 28. Mai 1935), Senioren-Leichtathlet
  • Joseph van der Velden, (* 7. August 1891 in Übach; † 19. Mai 1954 in Krefeld) war von 1943 bis 1954 Bischof des Bistums Aachen

Stadtansichten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Übach-Palenberg (Hrsg.): Übach-Palenberg in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, 1967.
  • Stadt Übach-Palenberg, Reinhold Esser (Hrsg.): 50 Jahre Übach-Palenberg (1935–1985), 1985.
  • Stadt Übach-Palenberg, Reinhold Esser (Hrsg.): Rentmeister Wilhelm Engelen – Meine Lebenserinnerungen, Übach-Palenberg 1998.
  • Jürgen Klosa, Paul Gontrum: Die letzte Förderung Die Gewerkschaft Carolus-Magnus in Geschichten und Bildern, Übach-Palenberg 2002, ISBN 3-00-009703-1.
  • Jürgen Klosa: Boscheln – Das Buch, Heimatgeschichte(n) und Bilder aus Boscheln, Übach-Palenberg 2000.
  • Jürgen Klosa: „Eine Generation verabschiedet sich“ (Geschichten und Bilder aus Krieg und Gefangenschaft von 120 Zeitzeugen), Übach-Palenberg 2004, ISBN 3-00-014237-1.
  • Jürgen Klosa: „Frelenberg und Zweibrüggen – wie es einst war“ (Geschichtliches aus Frelenberg/Zweibrüggen von Leo Pauli, Heinrich Lieck, Friedhelm Burghoff, Franz Mingers, Werner Freiherr von Negri und Jürgen Klosa), Übach-Palenberg 2007, ISBN 978-3-00-22563-5 (formal falsche ISBN)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Gewässerstationierungskarte des Landes Nordrhein-Westfalen – Stand 02.06.2014. Fachinformationssystem ELWAS mit dem Auswertewerkzeug ELWAS-WEB. Abgerufen am 11. Juni 2014.
  3. Leo Schaefer: Früher Kirchenbau im Kreis Heinsberg. Museumsschriften des Kreises Heinsberg 8. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1987, ISBN 3-925620-02-8, S. 13
  4. Jürgen Klosa: Zur Geschichte der Juden in Übach-Palenberg. In: Heimatkalender des Kreises Heinsberg S. 148 ff.
  5. Die nationalsozialistische Zeit in Übach-Palenberg. Eine Dokumentation von Helmut Landscheidt von 2005
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  7. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2014/aktuell/c370028kw1400.html
  8. Aachener Nachrichten vom 11. April 2013: Erster Eurolog im Schloss Zweibrüggen: Keine Loblieder für die EU. Abgerufen am 7. Oktober 2013
  9. Leo Schaefer: Früher Kirchenbau im Kreis Heinsberg. Museumsschriften des Kreises Heinsberg 8. Eigenverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 1987, ISBN 3-925620-02-8, S. 13 ff.
  10. Lutz H. Meyer in: Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2011. Selbstverlag des Kreises Heinsberg, Heinsberg 2011, S. 177 ff.
  11. Solent-Schokolade
  12. Großbäckerei Bonback

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Übach-Palenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien