Übelkeit

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Klassifikation nach ICD-10
R11 Übelkeit und Erbrechen
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
3205 - Milano, Duomo - Giorgio Bonola - Miracolo di Marco Spagnolo (1681) - Foto Giovanni Dall'Orto, 6-Dec-2007-cropped.jpg

Nausea (deutsch Übelkeit, lat. nausea, spätgriechisch nausía „Seekrankheit“, zu griechisch naus „Schiff“), ist eine Befindlichkeitsstörung, die auch als „flaues“ Gefühl in der Magengegend und Brechreiz bezeichnet wird. Sie kann physiologisch als Schutzfunktion nach Aufnahme von Schadstoffen oder als Symptom einer Krankheit auftreten. Manchmal verschwindet die Übelkeit nach Erbrechen.

Ursachen[Bearbeiten]

Als Ursache der Übelkeit kommen neben Vergiftungen und Aufnahme verdorbener Nahrungsmittel eine Vielzahl psychischer Störungen und Krankheiten u. a. des Magen-Darm-Traktes, des Gehirns, des Herzens, der Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse in Frage. Auch starke Schmerzen, ungewohnte Reize des Gleichgewichtsorgans z. B. während einer Seereise oder eine Schwangerschaft können Übelkeit auslösen. Ebenso können nach einer Operation Übelkeit und Erbrechen auftreten (Postoperative nausea and vomiting; PONV). Auch psychische Einflüsse wie Angst oder Erregung können Übelkeit auslösen. Nausea ist zudem eine häufige Nebenwirkung verschiedener Medikamente, insbesondere von Zytostatika zur Behandlung von Tumorerkrankungen (Chemotherapy-induced nausea and vomiting; CINV)[1], aber auch nach Strahlentherapie (Radiotherapy-induced nausea and vomiting; RINV).[2] Außerdem kann abruptes Absetzen diverser Medikamente (z. B. Antidepressiva wie z. B. Citalopram) Nausea als eines der vorübergehenden Entzugssymptome hervorrufen.

Pathophysiologie[Bearbeiten]

An der Entstehung von Übelkeit können sowohl das zentrale als auch das vegetative Nervensystem beteiligt sein. Das Brechzentrum liegt in der Formatio reticularis im verlängerten Rückenmark (Medulla oblongata).

Therapie[Bearbeiten]

Eine symptomatische Therapie ist in vielen Fällen ausreichend, z. B. durch Einnahme von Antiemetika, Antihistaminika, Neuroleptika (bei psychischen Erkrankungen) oder pflanzliche Mittel (Ingwer, Fenchel aber auch Cannabis). Eine Behandlung der Grunderkrankung sowie das Unterlassen oder Entfernen des Übelkeitsreizes sind sinnvoll. Bei manchen Ursachen wie Tumoren, Infektionen, Entzündungen usw. sind pharmakologische oder operative Eingriffe ggf. notwendig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jordan K, Sippel C, Schmoll HJ. Guidelines for antiemetic treatment of chemotherapy-induced nausea and vomiting: past, present, and future recommendations. Oncologist. 2007 Sep;12(9):1143-50. Review. PMID 17914084
  2. Feyer PC, Maranzano E, Molassiotis A, Roila F, Clark-Snow RA, Jordan K; MASCC/ESMO. Radiotherapy-induced nausea and vomiting (RINV): MASCC/ESMO guideline for antiemetics in radiotherapy: update 2009. Support Care Cancer. 2011 Mar;19 Suppl 1:S5-14. Epub 2010 Aug 10. PMID 20697746

Weblinks[Bearbeiten]

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