Überstürzte Geburt

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Die überstürzte Geburt (lat: partus praecipitatus) bezeichnet eine zeitliche Abweichung vom normalen Geburtsverlauf, also eine besonders schnell (< 2 Stunden) verlaufende, ansonsten aber normale Geburt, bei der das Kind bisweilen mit nur einer einzigen Austreibungswehe geboren wird, beispielsweise nach schneller Muttermundseröffnung bei gut dehnbarem Geburtskanal oder bei kleiner Frucht.

Die Eröffnungswehen sind dann oft kaum schmerzhaft oder folgen in langen Abständen, sodass sie nicht wahrgenommen werden. Plötzlich wird die Gebärende dann von schmerzhaften Presswehen überrascht. Bei einer überstürzten Geburt wird das Kind häufig im Bett oder Rettungswagen geboren. Eine überstürzte Geburt wird hauptsächlich bei Mehrgebärenden mit plötzlich auftretenden, starken Presswehen und besonders nachgiebigem Bindegewebe beobachtet, aber auch bei Erstgebärenden, die die Wehen falsch gedeutet haben.

Im Rahmen einer überstürzten Geburt kann es auch zur begrifflich davon zu trennenden Sturzgeburt kommen. „Sturzgeburt“ bezeichnet das Stürzen des Kindes aus dem Geburtsweg, beispielsweise in eine Toilette oder auf den Boden. Eine Sturzgeburt kann auch bei einer nicht überstürzten Geburt vorkommen. Es besteht Verletzungsgefahr für das Neugeborene, auch eine Nabelschnurruptur ist möglich.[1][2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Schneider H., Husslein P., Schneider K. T. M., Die Geburtshilfe, Springer Heidelberg, 3. Auflage 2006, Kapitel 37.2.2 Seite 709 hier online

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Springer Lexikon der Medizin, Seite 753
  2. Roche Lexikon Medizin, Seite 679