Ünye

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Ünye
Wappen fehlt
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Ünye (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Ordu
Koordinaten: 41° 8′ N, 37° 17′ O41.13333333333337.28333333333310Koordinaten: 41° 8′ 0″ N, 37° 17′ 0″ O
Höhe: 10 m
Einwohner: 78.227[1] (2012)
Telefonvorwahl: (+90) 452
Postleitzahl: 52300
Kfz-Kennzeichen: 52
Struktur und Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Ahmet Arpacıoğlu (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Ünye
Einwohner: 117.995[1] (2012)
Fläche: 440 km²
Bevölkerungsdichte: 268 Einwohner je km²
Kaymakam: Mustafa Demir
Webpräsenz (Kaymakam):
Küstenstraße im Stadtzentrum. Die Häuser aus osmanischer Zeit müssen dem steigenden Bedarf an Wohnraum weichen
Fischerboote am zentrumsnahen Strand. Nebenan ein Badestrand mit Tretbootverleih

Ünye (in der Antike griechisch Oinaion, Oine) ist eine Stadt mit etwa 78.227 Einwohnern (2012) und ein Landkreis am Schwarzen Meer in der türkischen Provinz Ordu. In der Umgebung werden vor allem Haselnüsse angebaut, die das wichtigste Handelsprodukt darstellen. Der kleine Fischerhafen hat nur lokale Bedeutung.

Lage[Bearbeiten]

Ünye liegt an der Küstenstraße E10 etwa 90 Kilometer östlich von Samsun und 60 Kilometer westlich von Ordu. Eine weitere Fernstraße zweigt nach Süden ab und führt durch ein Quertal des in diesem Bereich relativ niedrigen Pontischen Gebirges über Niksar nach Tokat. Die Stadt erstreckt sich entlang einer nach Osten geöffneten flachen Bucht und weiter nach Norden um eine felsige Landzunge.

Geschichte[Bearbeiten]

Ünye hat eine lange Geschichte, die bis in die hethitische Zeit in die Mitte des 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Einwanderer aus Milet ließen sich im 7. Jahrhundert an der Küste nieder. Der Ort gehörte zum Königreich Pontos, zum Römischen und Byzantinischen Reich. In der klassischen Antike existierten an diesem Küstenabschnitt die drei Orte Oine (Ünye), Polemonion (beim heutigen Fatsa) und Kotyora (Ordu).

Im 12. Jahrhundert erhielt Oinaion unter der Herrschaft der Rum-Seldschuken Bedeutung. Bis um 1180 ließ sich der Komnenen-Kaiser Andronikos I. für einige Jahre in der Stadt nieder.

Zur Blütezeit während der osmanischen Herrschaft im 18. Jahrhundert besaß der Hafen am Endpunkt der Straße von Niksar eine regionale Bedeutung. Hier bestand auch eine Schiffswerft. Die nahe gelegene große Festung, von der ein Mauerteil aus dem 12. Jahrhundert erhalten blieb, wurde 1806 von einem Pascha aus Trabzon zu einem Palast ausgebaut. Im Jahr 1900 wurde dieser größtenteils durch ein Feuer vernichtet.[2]

Stadtbild[Bearbeiten]

Die Küstenstraße heißt im Stadtbereich Samsun Ordu Yolu. Die von ihr nach Südwesten abzweigende Hauptgeschäftsstraße ist die Niksar Caddesi. An ihr liegt hinter dem Stadion in Stadtmitte der Busbahnhof.

Aus byzantinischer Zeit blieb eine Kirche erhalten, die heute als Hamam genutzt wird. Sie liegt am zentralen Platz, dem Cumhuriyet Meydanı. Aus osmanischer Zeit sind landeinwärts vom Zentrum einige, zum Teil renovierungsbedürftige Gebäude erhalten. Das Rathaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Eine sehenswerte Häusergruppe an der Uferpromenade wurde direkt auf den Klippen über dem Wasser errichtet. Die üblichen mehrstöckigen Wohnblocks sind Zeichen für die heutige schnell voranschreitende Stadtentwicklung entlang der Küste und bis auf die Anhöhen landeinwärts. Am östlichen Stadtrand mündet ein kleiner Fluss ins Meer.

Ünye bietet für den Ausflugstourismus im Sommer Sandstrände, Parks für Spaziergänge, eine Handvoll Hotels in der Stadt, ferner einige Pensionen und Campingmöglichkeiten westlich außerhalb entlang der Küste. In einem Pinienwald einen Kilometer nördlich an der Küste befinden sich Gräber aus osmanischer Zeit.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anthony Bryer, David Winfield: The Byzantine Monuments and Topography of the Pontos (= Dumbarton Oaks Studies 20). Band 2. Dumbarton Oaks Research Library and Collection, Washington DC 1985, ISBN 0-88402-122-X, S. 101ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ünye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 5. März 2013
  2. Thomas A. Sinclair: Eastern Turkey. An Architectural and Archaeological Survey. Band 2. The Pindar Press, London 1989, ISBN 0-907132-33-2, S. 120f.