Černošín

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Černošín
Wappen von Černošín
Černošín (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Plzeňský kraj
Bezirk: Tachov
Fläche: 4221,0399[1] ha
Geographische Lage: 49° 49′ N, 12° 53′ O49.81583333333312.886388888889500Koordinaten: 49° 48′ 57″ N, 12° 53′ 11″ O
Höhe: 500 m n.m.
Einwohner: 1.159 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 349 01 - 349 58
Kfz-Kennzeichen: P
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 9
Verwaltung
Bürgermeister: Miroslav Plincelner (Stand: 2007)
Adresse: nám. 1. máje 62
349 58 Černošín
Gemeindenummer: 560812
Website: www.cernosin.cz

Černošín (deutsch Tschernoschin) ist eine Stadt mit 1.097 Einwohnern (1. Januar 2004) in Tschechien. Sie liegt in 500 m ü.M. am Černošínský potok und gehört dem Okres Tachov an. Der Ort befindet sich 11 km nordwestlich von Stříbro an der Verbindungsstraße nach Planá. Westlich erhebt sich die Vlčí hora (Wolfsberg, 703 m).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde das einem Oldřich von Černošín gehörige Dorf 1290. Bereits aus dem Jahre 1155 findet sich in alten Dokumenten der Name Bernart von Černošín, gegen den wegen ungebührlichen Verhaltens ermittelt wurde. In Černošín ist seit 1384 eine Kirche nachweisbar, die 1445 zur Pfarrkirche erhoben wurde.

Ursprünglich war das Dorf zur Burg Wolfstein zugehörig und ging in den Besitz der Burgherren von Triebl über. Mit der Zusammenlegung der Herrschaften Triebl und Trpist durch die Schwanberger wurde es Teil der vereinigten Herrschaft. 1541 erfolgte die Stadterhebung. Ein Brand vernichtete 1611 die Kirche und große Teile der Stadt. Während des Dreißigjährigen Krieges fand am 16. August 1647 am Amselbach die Schlacht bei Triebl zwischen den kaiserlichen Truppen und den Schweden unter Generalmajor Helmold Wilhelm Wrangel, die die Burg Triebl besetzt hatten, statt.

Johann Friedrich von Schwanberg verlieh dem Städtchen 1653 mehrere Privilegien, die 1756 durch Maria Theresia, 1783 durch Joseph II. und erneut 1794 durch Franz II. bestätigt wurden. 1682 wurde in Tschernoschin eine Poststation eingerichtet. 1713 brach die Pest in Tschernoschin aus. 1804 zerstörte ein erneuter Stadtbrand 84 Häuser, 1836 und 1899 brannten wiederum Teile des Städtchens ab. Die 1814 errichtete Chaussee von Mies nach Plan führte durch Tschernoschin. 1820 erfolgte der Bau einer Ziegelei. Tschernoschin hatte 1830 889 Einwohner und erhielt 1846 Stadtrechte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden Industriebetriebe. 1927 erfolgte der Anschluss an das Telegraphennetz und der Autobusverkehr führte in die Stadt. 1930 war die Einwohnerzahl auf 1.529 angestiegen, 1939 lebten 1.534 Menschen in der Stadt. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung wurden 1945 Tschechen und Slowaken angesiedelt. Im Oktober 2006 erhielt Černošín seine Stadtrechte zurück.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bedeutendstes Baudenkmal ist die St. Georgskirche. Das ab 1384 nachweisbare Gotteshaus auf dem Marktplatz erhielt zwischen 1711 und 1736 seine heutige barocke Gestalt. In Innern befinden sich Fresken von Wenzel Schmitt aus dem Jahre 1727.

Innenansicht der St. Georgskirche, aufgenommen im August 2008

Neben der Kirche steht die steinerne Bildsäule des hl. Johannes Nepomuk. Die 1732 entstandene Skulptur wurde in den Jahren 2001 und 2002 restauriert.

St. Georgskirche, aufgenommen im August 2008

Der Brunnen auf dem unteren Markt entstand 1871. 1969 wurde er entfernt und nach 35 Jahren im Jahre 2004 restauriert und an alter Stelle wiederhergestellt. Eine gleichartige Anlage befand sich ebenfalls auf dem oberen Markt, diese ist jedoch nicht mehr erhalten.

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die Reste dreier Burgen. Am zwei Kilometer westlich von Černošín gelegenen Vlčí hora (Wolfsberg) liegt die Ruine der Burg Volfštejn (Wolfstein). Auf einem Hügel ein Kilometer südwestlich des Ortsteils Krásné Údolí stand einst die Burg Schönthal, von der kaum noch Reste erhalten geblieben sind. Die gotische Burg Triebel wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und anschließend zum Herrensitz der Schwanberger umgestaltet; nach der Verlegung der Herrschaft nach Trpist erfolgte eine Umnutzung als Wirtschaftshof und Schlossbrauerei.

Am Nordhang des 704 m hohen Vlčí hora steht das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges. Das 1926 auf Initiative von Franz Richter errichtete Hochkreuz geriet nach 1945 in Vergessenheit. Durch die Witterung und vor allem nach vandalistischen Kraftakten war die Gedenkstätte stark geschädigt worden. Im Jahre 2002 wurde sie erneuert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Černošín besteht aus den Ortsteilen Černošín, Krásné Údolí (Schönthal), Lažany (Losau), Lhota (Elhotten), Ostrovce (Ostrowitz), Pytlov (Pittlau), Třebel (Triebl), Víchov (Wikau) und Záhoří (Sahorsch) mit Víska (Weska)[3].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Černošín, Krásné Údolí u Černošína, Lažany u Černošína, Ostrovce, Pytlov, Třebel, Víchov und Záhoří u Černošína[4].

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit dem 30. März 1995 besteht eine Partnerschaft mit der deutschen Gemeinde Pullenreuth.

Literatur[Bearbeiten]

  • 700 Jahre Stadt Tschernoschin. Zandt/Oberpfalz 1991.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Černošín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/560812/Cernosin
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/560812/Obec-Cernosin
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/560812/Obec-Cernosin