Česká zbrojovka

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Česká zbrojovka a.s.
Logo
Rechtsform Akciová společnost
Gründung 1936
Sitz Uherský Brod
Branche Waffen- und Maschinenbau
Website www.czub.cz
Firmensitz der Česká Zbrojovka in Strakonice
Logo der Motorradabteilung

Die Česká zbrojovka a.s. (deutsch Tschechische Waffenfabrik) ist ein tschechischer Industriebetrieb. Er entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Hersteller von Feuerwaffen und ist vorwiegend für Selbstladepistolen, Werkzeugmaschinen, Motorräder und Motorroller der Marke ČZ bzw. Čezeta bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit ihrer Gründung 1918 strebte die Tschechoslowakei Eigenständigkeit im Rüstungsbereich an. Ein erster Rüstungsbetrieb wurde 1919 gegründet. In den folgenden Jahrzehnten kam es mehrfach zu Umfirmierungen und Verlagerungen der Herstellungsorte, was die Herstellerzuordnung tschechischer und tschechoslowakischer Waffen bisweilen schwierig gestaltet. Das Unternehmen wird mitunter auch mit der Československá zbrojovka (Tschechoslowakische Waffenfabrik) verwechselt, die vorwiegend Automobile sowie Rüstungs- und Kommunikationstechnik herstellte, aber ein eigenständiges Unternehmen ist.

1919 wurde ein Werk für Taschenpistolen in Plzeň gegründet, das 1921 nach Strakonice umzog. Es begann die Herstellung von ČZ-Ordonnanz-Pistolen für Militär und Polizei. 1935 startete die Motorradproduktion, 1936 wurde ein Zweigwerk in Ungarisch Brod gegründet.

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland 1939 wurden die Werke beschlagnahmt. Während der Besatzungszeit wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Waffen für das deutsche Militär produziert.

Nach dem Krieg wurde die Česká Zbrojovka 1946 verstaatlicht und entwickelte sich zu einem renommierten Motorradhersteller. Besonders erfolgreich waren die Motocross- und Enduro-Modelle, mit denen mehrfach die Internationale Sechstagefahrt gewonnen wurde. Außerdem wurden Motorroller mit der Bezeichnung Čezeta hergestellt.

Nach der Auflösung der Tschechoslowakei wurde die ebenso namhafte Československá zbrojovka nach einer Insolvenz aufgelöst und deren Langwaffensparte von ČZ übernommen.

1992 wurde ČZ in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1993 reprivatisiert.

Erzeugnisse[Bearbeiten]

Waffen[Bearbeiten]

Motorräder und -roller[Bearbeiten]

Motorenprogramm 1977 (alle mit luftgekühltem Einzylinder-Zweitaktmotor):[1]

  • 124 cm³ als Trial-, Motocross- (125 MX) und Wettbewerbsversion
  • 172 cm³ als Trial- und Enduroversion (175 E)
  • 247 cm³ als Enduro- (250 E), Motocross- (250 MX) und Wettbewerbsversion
  • 380 cm³ als Motocross- (400 MX) und Wettbewerbsversion

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Česká zbrojovka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. D.M. in: Illustrierter Motorsport (Berlin), Heft 9/1977, S. 208-209