Ğemdet Nasr

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Ğemdet Nasr (auch Dschemdet Nasr, Djemdet Nasr) ist ein archäologischer Fundplatz in Mesopotamien, 40 km nordöstlich von Babylon und Kisch gelegen. Die für Dschemdet Nasr charakteristische polychrome (bunte) Keramik, die aus der Zeit um 3100/3000 bis etwa 2900/2800 v. Chr. datiert,[1] gab einer Entwicklungsstufe der mesopotamischen Kultur, die sich der Uruk-Zeit anschließt, den Namen.

Diese Keramik zeichnet sich durch scharf abgesetzte Kanten und weit nach außen gezogene Gefäßränder aus. Ihre geometrische Bemalung ist rot, schwarz und gelblich. Die in Dschemdet Nasr gefundenen Tontafeln entsprechen denen, die man in Eanna, dem Kultzentrum für Inanna in der sumerischen Stadt Uruk in der Schicht IIIb gefunden hat. Sie weisen die archaische Schriftform auf. Der Gott Enlil wird auf diesen Schrifttafeln zum ersten Mal erwähnt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger Matthews: Secrets of the dark mound. Jemdet Nasr 1926-1928. Warminster: British School of Archaeology in Iraq 2002 (Iraq Archaeological Reports, Bd. 6) ISBN 978-0-85668-735-8.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Mittlere Chronologie: Uruk IV bis III 3200–2900 v. Chr.