İmralı

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İmralı
Gewässer Marmarameer
Geographische Lage 40° 32′ 13″ N, 28° 31′ 56″ O40.53694444444428.532222222222217Koordinaten: 40° 32′ 13″ N, 28° 31′ 56″ O
İmralı (Türkei)
İmralı
Länge 8 km
Breite 3 km
Fläche 25 km²
Höchste Erhebung 217 m
Lage von İmralı im Marmarameer
Lage von İmralı im Marmarameer

İmralı (früher auch Emrali, griechisch Καλόλιμνος Kalolimnos) ist die flächenmäßig viertgrößte Insel im Marmarameer und dient als Gefängnisinsel. Benannt ist die Insel nach dem osmanischen Admiral und Eroberer der Insel Emir Ali.

In Nord-Süd Richtung ist die Insel 8 km lang und von West nach Ost 3 km. Die Fläche beträgt 25 km². Der höchste Punkt ist mit 217 m der Türk Tepesi (Türkischer Hügel).

Bis 1923 war die Insel von Griechen bewohnt. 1200 Menschen lebten in 250 Häusern. Es gab eine Schule und drei Klöster. Die Insel lebte von Landwirtschaft (Zwiebeln) und Fischerei. Mit dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei nach Ende des Ersten Weltkrieges (Vertrag von Lausanne) wurde die gesamte Insel geräumt und kam unter die Verwaltung der Türkischen Marine. Später diente die Insel als Gefängnisinsel. Ehemalige bekannte Insassen waren der Regisseur Yılmaz Güney, Ministerpräsident Adnan Menderes, Außenminister Fatin Rüştü Zorlu und Finanzminister Hasan Polatkan. Die drei letztgenannten wurden zum Tode verurteilt und im September 1961 auf der Insel hingerichtet.

1977 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Billy Hayes zusammen mit William Hoffer das Buch Midnight Express (Dutton, 1977, ISBN 0-525-15605-4). Darin beschreibt er seinen Aufenthalt auf der Gefängnisinsel İmralı und seine Flucht von dort im Jahre 1975. Die Gefangenen arbeiteten zu dieser Zeit in einer Konservenfabrik für Obst und Gemüse. Das Buch erschien ein Jahr später auch auf deutsch und wurde 1978 von Alan Parker unter dem Namen 12 Uhr nachts – Midnight Express verfilmt.

Von 1999 bis November 2009 war dort als einziger Insasse Abdullah Öcalan, der ideologische Führer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), inhaftiert. Die zuvor dort inhaftierten Häftlinge wurden in andere Gefängnisse verlegt.

Ende 2008 veröffentlichte die türkische Regierung Pläne, einige andere Gefangene in einem Neubau unterzubringen. Laut dem Justizminister ist das Gefängnis auf der Insel ein Typ-F-Gefängnis. Justizminister Sadullah Ergin sagte im August 2009, dass der Umbau des Gefängnisses İmralı zu einer geschlossenen Hochsicherheitsstrafvollzugsanstalt vollendet sei. Die Kapazität sei auf neun Gefangene erhöht worden, so dass acht weitere Gefangene zu Abdullah Öcalan verlegt würden. Welche Gefangene dies seien, werde im Rahmen des Strafvollzugsgesetzes bestimmt.[1] Seit dem 15. November 2009 befindet sich Öcalan nicht mehr in Einzelhaft, sondern ist mit fünf weiteren Häftlingen inhaftiert.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe eine Nachricht in der Tageszeitung Radikal vom 18. August 2009; aufgerufen am 20. August 2009
  2. Der Standard vom 17. November 2009, abgerufen am 4. September 2010