Ōtomo (Klan)

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Dieser Artikel behandelt den Ōtomo-Klan aus dem japanischen Mittelalter. Zum gleichnamigen Klan, jedoch 大伴氏 geschrieben, aus dem Altertum siehe Ōtomo (Klan, Altertum).
Wappen

Der Ōtomo-Klan (jap. 大友氏, Ōtomo-shi) war ein japanischer Klan von der Kamakura-Zeit bis in die Sengoku-Zeit. Sein Ursprung liegt auf Kyūshū, der südlichsten der vier Hauptinseln Japans.

Geschichte[Bearbeiten]

Kamakura-Zeit[Bearbeiten]

Der erste Shogun Minamoto Yoritomo ernannte bereits 1185 Mitglieder des Klans zu Provinzaufsehern, Shugo über die Provinz Bungo und die Provinz Buzen in Kyūshū.

Als einer der drei großen Klans von Kyūshū mussten sie zusammen mit den Shōni und den Shimazu die größten Opfer für die Verteidigung gegen die Mongoleninvasionen in Japan 1274 und 1281 bringen. Sie spielten außerdem eine wichtige Rolle bei der Etablierung des Ashikaga-Shōgunats 1336. Bushi des Ōtomoklans kämpften Seite an Seite mit Ashikaga Takauji und ermöglichten ihm den Sieg bei einigen Entscheidungsschlachten, zum Beispiel der Schlacht von Sanoyama, was wiederum dem Klan einflussreiche Positionen im neuen Shogunat sicherte.

Sengoku-Zeit[Bearbeiten]

In der Sengoku-Zeit schlossen die Ōtomo als erster Klan Kontakte mit Europäern und vereinbarten Handelsbeziehungen. Um 1542 wurden drei portugiesische Handelsschiffe durch einen Taifun an die Insel Tanegashima getrieben, unweit von Kyūshū. Innerhalb von zehn Jahren wurde der Handel mit den Portugiesen zu etwas Gewöhnlichem auf Kyūshū. Der Jesuitenorden und ihr Missionar Francis Xavier kamen im Jahr 1549 nach Japan und trafen sich bald darauf mit Ōtomo Sōrin, dem Shugo der Provinzen Bungo und Buzen, der später von Xavier als „König“ beschrieben wurde und 1578 zum römischen Katholizismus konvertierte. Ōtomo war sehr aufgeschlossen gegenüber den Portugiesen, weil er den technischen und, möglicherweise noch wichtiger, ökonomischen Vorteil sah, den er dadurch gewann. 1552 reisten Gesandte des Ōtomoklans mit Xavier nach Goa, um den Gouverneur von Portugiesisch-Indien zu treffen. Xavier und weitere Jesuitenpater kamen zurück nach Kyūshū, missionierend und umherreisend; die Ōtomo waren ihnen immer wohlgesinnt. Und als Resultat bekehrten sich in Bungo viele Japaner zum Christentum.

Gegen Ende der Sengoku-Zeit, als die Einigung näher rückte, mussten sich die Ōtomo sowohl gegenüber den Shimazu als auch den Mōri behaupten, wobei die Flotte der Letzteren berüchtigt war. Auch wenn sie bei dem Einigungsfeldzug von Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu (die drei Reichseiniger) keine große Rolle spielten, konnten sie ihre Ländereien bis in die an die Einigung anschließende Edo-Zeit behaupten.

Wichtige Personen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sansom, George (1961). A History of Japan: 1334–1615. Stanford, California: Stanford University Press.
  • Turnbull, Stephen (1998). The Samurai Sourcebook. London: Cassell & Co.

Weblinks[Bearbeiten]