Śmigus-dyngus

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Polnische Postkarte (vor 1939)

Śmigus-dyngus (auch lany poniedziałek) ist ein polnischer Osterbrauch. Er findet alljährlich am Ostermontag statt. In Polen wird noch sehr an aus der slawischen Mythologie stammenden Ostertraditionen festgehalten. Ähnliche Bräuche gibt es in Ungarn, der Slowakei und in Tschechien.[1]

Im ganzen Land besprengen sich alte und junge Menschen am „Lany poniedziałek“, dem „gegossenen Montag“ mit Wasser. Oftmals kommt es auch vor, dass Jugendliche anstatt einiger Wasserspritzer ganze Eimer voll Wasser auf andere Personen, vorzugsweise Mädchen und Frauen, schütten.

Herkunft[Bearbeiten]

Nach katholischer Überlieferung geht der Brauch auf das Jahr 966 zurück, als sich der polnische Herrscher Mieszko I. taufen und damit stellvertretend Polen zum katholischen Christentum bekehren ließ. Andere Quellen bezeichnen den Brauch als Reinigungsritual heidnischer Herkunft. Der polnische Publizist und Philosoph Karol Libelt (1807–1875) und der Ethnograph Zygmunt Gloger (1845–1910) haben im „Dyngus“ eine Ähnlichkeit mit dem dt. „Dünnguss“ bemerkt.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Śmigus-dyngus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Online-Zeitung der Universität Wien: Osterbräuche in den EU-Erweiterungsländern