Świecie

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Świecie
Świecie herb.svg
Świecie (Polen)
Świecie
Świecie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Świecie
Fläche: 11,89 km²
Geographische Lage: 53° 25′ N, 18° 26′ O53.41666666666718.433333333333Koordinaten: 53° 25′ 0″ N, 18° 26′ 0″ O
Höhe: 19 m n.p.m
Einwohner: 26.332
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 86-100 bis 86-105
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CSW
Wirtschaft und Verkehr
Straße: S 5: BreslauBydgoszcz–Świecie
DK 1: DanzigToruńCieszyn/Tschechien
DW 239: Świecie–Błądzim
DW 240: Świecie–TucholaChojnice
Schienenweg: PKP-Linie 131: ChorzówBydgoszczDanzig
Bahnstation: Terespol Pomorski
Nächster int. Flughafen: Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 28 Ortschaften
13 Schulzenämter
Fläche: 174,81 km²
Einwohner: 34.317
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0414093
Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Tadeusz Pogoda
Adresse: ul. Wojska Polskiego 124
86-100 Świecie
Webpräsenz: www.swiecie.eu

Świecie ([ˈɕfʲɛtɕɛ], deutsch Schwetz an der Weichsel) ist eine Stadt mit Sitz einer gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Außerdem ist sie Verwaltungssitz des Powiats Świecki. Die Stadt hat etwa 25.600, die Gmina 33.053 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Świecie liegt an der Einmündung der Wda (dt. Schwarzwasser) in die Weichsel etwa 40 km nördlich von Bydgoszcz und 105 km südlich von Danzig (je Luftlinie).

Stadtpanorama
Rathaus
Marktplatz

Stadt Świecie (Schwetz)[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort, der in älterer Zeit Swet genannt wurde, soll seine Gründung und seinen Namen schwedischen Emigranten verdanken, die vermutlich am Anfang des 10. Jahrhunderts nach Preußen flüchteten und sich an beiden Ufern der Weichsel als Kolonisten niederließen.[2] 1198 wurde hier die Marienkirche geweiht.[3] Im 12./13. Jahrhundert war Świecie Zentrum eines pommerellischen Teilfürstentums der Samboriden. Eine Burg bestand hier bereits Ende des 12. Jahrhunderts als Sitz des pomoranischen Herzogs, Grimislaus, in strategischer Lage in der Nähe des Flusses Schwarzwasser kurz vor seiner Mündung in die Weichsel. 1309 wurde die Stadt vom Deutschen Orden eingenommen. 1338 wurde Świecie zur Stadt nach Kulmer Recht erhoben. 1410 erlitt der Deutsche Orden in der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) eine schwerwiegende Niederlage gegen das vereinte Heer von Polen und Litauer. Da der Orden der folgenden Belagerung der Marienburg aber standhielt, hatte die Niederlage keine territorialen Auswirkungen in Pommerellen. Erst nach dem Aufstand der preußischen Landstände gegen den Orden 1440, der zum Ausbruch des Dreizehnjährigen Krieges (1453–1466) führte, wurde in Thorn am 19. Oktober 1466 der Zweite Thorner Friede geschlossen. Er brachte Polen den Gewinn Pommerellens, das aber nicht inkorporiert, sondern mit der Krone Polens in einer rechtlich nicht klar definierten Union verbunden wurde. Durch die Lubliner Union von 1569 wurde das Gebiet direkt der polnischen Krone unterstellt.

Schwetz um die Mitte des 19. Jahrhunderts (Lithographie).

In der Ersten Teilung Polens, 1772, fiel Świecie an das Königreich Preußen, wo es bis 1920 verblieb. Nach einer schweren Überschwemmung im Jahr 1858 wurde die Stadt an eine etwas erhöhte Lage verlegt. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz 1888 entscheidend verbessert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam Świecie wieder an Polen und blieb Sitz des 1818 gegründeten Landkreises. Dieser wurde 1975 aufgelöst, aber durch die Verwaltungsreform in Polen 1999 wieder eingerichtet.

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen am 1. September 1939 entstand der Reichsgau Danzig-Westpreußen, zu dem dann auch die Stadt Schwetz (Świecie) gehörte. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Schwetz wieder eine polnische Stadt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1789 1.780 davon etwa ein Drittel evangelische Deutsche und zwei Drittel polnische Katholiken[2]
1831 2.660[4]
1837 etwa 3.000[5]
1875 5.210[6]
1880 5.946[6]
1890 6.716 davon 2.734 Protestanten, 3.459 Katholiken und 505 Juden[6]
1905 7.747 davon 3.046 Protestanten und 363 Juden[3]
1931 8.730 davon etwa 1.100 Deutsche[7]
1943 11.664[3]
2008 25.614

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Deutschordensschloss aus dem 14. Jahrhundert
  • Pfarrkirche
  • Befestigungsanlagen
  • Ehemaliges Bernhardiner-Kloster
  • Neogotische St.-Andrzej-Bobola-Kirche
  • Rathaus von 1879
  • Bürgerhäuser

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gmina Świecie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde umfasst eine Fläche von 174,81 km² und verzeichnet 33.053 Einwohner.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

(Ortsnamen, die mit einem * versehen sind, nennen ein Schulzenamt):

polnischer Name deutscher Name
*Chrystkowo Krystkowo (1873–1945 Christfelde)
Czapelki Klein Zappeln (1942–45 Kleinzappeln)
*Czaple Groß Zappeln (1942–45 Großzappeln)
Dolne Sartowice Nieder Sartowitz (1942–45 Niedersarten)
Dolne Święte Nieder Schwenten (1942–45 Niederschwenten)
Drozdowo Drosdowo
*Dworzysko Dworzysko (1874–1945 Wilhelmsmark)
Dziki Dziki (1942–45 Seikau)
Ernestowo Ernsthof
*Głogówko Królewskie Königlich Glugowko (1942–45 Königsglugau)
Górny Sartowice Ober Sartowitz (1942–45 Obersarten)
Górny Święte Ober Schwenten (1942–45 Oberschwenten)
*Gruczno Gruczno (1939–42 Grutschno, 1942–45 Grützen)
*Kosowo Kossowo (1878–1945 Fliederhof)
*Kozłowo Koslowo (1942–45 Kostlau)
Mały Konopat Klein Deutsch Konopath (1942–45 Hanffelde)
Marianki Marienhöhe
Morsk Morsk (1942–45 Schloßdorf)
Niedźwiedź Niedwitz (1942–45 Bärental)
Nowe Dobra Neuguth (1942–45 Neugut)
*Polski Konopat Polnisch Konopath (1942–45 Hanfgut)
Przechówko Klein Przechowo (1875–1945 Wintersdorf)
Przechowo Przechowo (1876–1945 Schönau)
*Sartowice Sartowitz
Skarszewo Skarszewo (1939–42 Skarschewo, 1942–45 Karsau)
*Sulnówko Sullnowko (1942–45 Sulndorf)
*Sulnowo Sullnowo (1908–45 Sulnau)
Świecie Schwetz
Terespol Pomorski Terespol (1942–45 Terzelwald)
*Topolinek Topolinken (1942–45 Pappelhuben)
*Wiąg Jungen
Wielki Konopat Groß Deutsch Konopath (1942–45 Hanfdorf)
Wyrwa Wirwa

Söhne und Töchter aus dem Gebiet der Gmina[Bearbeiten]

  • Aurel Krause (* 1848 in Polnisch Konopath, † 1908), deutscher Naturforscher und Ethnologe
  • Arthur Krause (* 1851 in Polnisch Konopath, † 1920), deutscher Naturforscher und Entdeckungsreisender
  • Franz Adolf von Gordon (* 1865 in Polnisch Konopath, † 1942), Politiker
  • Oskar Loerke (* 1884 in Jungen, † 1941), deutscher Dichter des Expressionismus
  • Paul Boldt (* 1885 in Christfelde, † 1921), deutscher Lyriker

Partnerstädte[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Świecie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 6. Dezember 2014.
  2. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Part II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 72, Nr. 3.
  3. a b c Ernst Bahr: Schwetz. In: Handbuch der historischen Stätten: Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 208-209.
  4. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 386, Nr. 18.
  5. Friedrich Christoph Förster: Statistisch-topographisch-historische Uebersicht des Preußischen Staats, Berlin und Leipzig 1838, S. 96.
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Schwetz (2006).
  7. Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 17, Leipzig 1934, S. 174.