Şamaxı (Stadt)

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Şamaxı
Wappen
Wappen
Staat: Aserbaidschan Aserbaidschan
Koordinaten: 40° 38′ N, 48° 38′ O40.63027777777848.641388888889Koordinaten: 40° 37′ 49″ N, 48° 38′ 29″ O
Zeitzone: AZT (UTC+4)
Şamaxı (Aserbaidschan)
Şamaxı
Şamaxı

Şamaxı (russ. Шемаха/Schemacha) ist eine Stadt in Aserbaidschan und Hauptstadt des Rayons Şamaxı.

Die Stadt liegt westlich von Baku am Pir-Sagat und hat etwa 20.000 Einwohner, davon 75 % Aserbaidschaner, sonst vor allem Armenier und Russen. Şamaxı ist bekannt für seinen traditionellen Tanz, der Tanz von Şamaxı, der auch Ähnlichkeiten mit persischen Tänzen hat. Obwohl Şamaxı oft in Erdbeben und Schlachten beschädigt wurde, ist es reich an historischen und kulturellen Schätzen. Besonders lange erhalten ist die Djuma Moschee, die im 10. Jahrhundert errichtet wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Şamaxı wurde zuerst als Kamachia von dem ägyptischen Geografen Claudius Ptolemäus an der Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert erwähnt.

Im Mittelalter gewann die Stadt an Bedeutung und diente den Schirwanschah vom achten bis ins 15. Jahrhundert als Hauptstadt. Zudem lag sie an der Seidenstraße. Es war auch Hauptstadt des Khanats Schirwan, das auch als Khanat von Schemakha bekannt war. Der katholische Missionar und Entdecker Wilhelm von Rubruk kam auf seinem Rückweg vom Hof des Großkhans durch die Stadt. Im 16. Jahrhundert wurde es Sitz einer englischen Manufaktur.

1723 wurde es kurzzeitig russisch, dann erneut osmanisch bis 1735 und wurde danach 1742 von Nadir Schah von Persien zerstört. Nadir Schah ließ eine neue Stadt zehn Kilometer westlich bauen. Bald jedoch wurde die neue Stadt verlassen und das alte Şamaxı wurde Residenz des Khans von Schirwan. 1805 wurde das Khanat und so auch Şamaxı vom Russischen Reich annektiert.

In diesem war es bis 1847 Teil der Provinz Kaspien, die aus der persischen Provinz Schirwan gebildet worden war. Ab 1846 war Şamaxı Hauptstadt des Gouvernements Şamaxı, das aus fünf Kreisen bestand. Zu dieser Zeit hatte die Stadt 21.000 Einwohner und besaß bedeutende Seiden- und Baumwollwebereien sowie Gerbereien. [1]

Bis zum Erdbeben von 1859 war die Stadt die Hauptstadt der Provinz Şamaxı, danach wurde dies Baku und die Stadt verfiel mehr und mehr.

1918 war Şamaxı Schauplatz eines Massakers von armenischen Kämpfern der Daschnakzutjun, die als Vertreter der neu errichteten Sowjetmacht auftraten, an der aserbaidschanischen Bevölkerung. Etwa 8000 Menschen wurden getötet.[2]

Erdbeben[Bearbeiten]

  • 1191 Nach diesem Erdbeben wurde die Hauptstadt kurzzeitig nach Baku verlegt.
  • 1667 Dieses Erdbeben wird als das schlimmste in der Stadtgeschichte betrachtet, es forderte über 80.000 Leben.
  • 2. Dezember 1859 Das Erdbeben verursachte die Verlegung der Provinzhauptstadt nach Baku.
  • 1902 Das Erdbeben verursachte auch Schäden an der Djuma Moschee.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der aserbaidschanische Dichter İmadəddin Nəsimi wurde in der Stadt geboren.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schemacha. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Bd. 15, Altenburg 1862, S. 130 (online bei zeno.org).
  2. Rüdiger Kipke: Das armenisch-aserbaidschanische Verhältnis und der Konflikt um Berg-Karabach. VS Verlag, Wiesbaden 2012. ISBN 978-3-531-18484-5, S. 23-24.

Weblinks[Bearbeiten]