Škorpioni

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Škorpioni (serbisch-kyrillisch Шкорпиони; deutsch Skorpione) war eine serbische paramilitärische Spezialeinheit, die sich vornehmlich aus Krajina-Serben rekrutierte. Sie wurde während des Kroatienkrieges (1991 bis 1995) aufgestellt und hat sich im Laufe dieses Konfliktes zahlreicher Kriegsverbrechen schuldig gemacht, die 2005 während des Haager Tribunals zur Anklage gebracht wurden.

Die Einheit wurde zuletzt von Slobodan Medić („Boca“) kommandiert.

Anklage[Bearbeiten]

Im Jahre 2005 wurde vom Haager Tribunal ein von den Tätern der Einheit angefertigtes Video-Dokument veröffentlicht, das Mitgliedern dieser Einheit die Beteiligung an Kriegsverbrechen an Zivilisten in Srebrenica (Republika Srpska) nachweisen soll. Maßgeblichen Anteil an der Sicherstellung dieses Beweisstücks hatte Nataša Kandić, eine serbische Menschenrechtsaktivistin. Das Video war zudem ein wichtiges Beweisstück im Prozess der Republik Bosnien und Herzegowina vor dem Internationalen Gerichtshof und sollte den zwischenstaatlichen Charakter des Konflikts belegen. Die Einreichung der Klage selber wurde allerdings verfassungsrechtlich innerhalb Bosnien-Herzegowinas angezweifelt, da sie ohne das Einverständnis der Entität Republika Srpska gegen den Staatenbund Serbien und Montenegro, später gegen die Republiken Republik Serbien als Rechtsnachfolger des Staatenbundes, aber auch gegen die neue Republik Montenegro erfolgte.

Der Schiedsspruch des internationalen Gerichtshofs entschied, dass diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf die einzelnen Täter in der Einheit zurückzuführen sind und widersprach der Anschuldigung der Bosniakisch-Kroatischen Föderation einer Beteiligung und staatlichen Planung von Völkermord der Republiken Serbien und Montenegro. Allerdings wurde beigefügt, obwohl rechtlich und offiziell irrelevant, dass die Staatsorgane die Verbrechen in Srebrenica hätten verhindern können. Ein Einspruch ist nicht möglich, obwohl er von der bosniakischen Seite geprüft wird.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Roser: Freispruch zweiter Klasse für Belgrad. In: Tagesspiegel. 17. Februar 2007, archiviert vom Original am 13. Juli 2007, abgerufen am 26. Oktober 2014.