Żagań

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Żagań
Wappen von Żagań
Żagań (Polen)
Żagań
Żagań
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Żagań
Fläche: 39,92 km²
Geographische Lage: 51° 37′ N, 15° 19′ O51.61666666666715.316666666667Koordinaten: 51° 37′ 0″ N, 15° 19′ 0″ O
Höhe: 100 m n.p.m
Einwohner: 26.492
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 68-100 bis 68-103
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZG
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Zielona GóraJelenia Góra
Schienenweg: CottbusLegnica
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 39,92 km²
Einwohner: 26.492
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 664 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0810021
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Sławomir Kowal
Adresse: pl. Słowiański 17
68-100 Żagań
Webpräsenz: www.um.zagan.pl

Żagań [ˈʒagaɲ] (deutsch Sagan) ist eine Stadt in Polen. Sie ist die Kreisstadt des Powiat Żagański in der Woiwodschaft Lebus, deren südlicher Teil einschließlich Sagan zu Niederschlesien gehörte.

Sagan hat rund 26.500 Einwohner. Sehenswert ist das Saganer Schloss, das um 1670 im Barockstil errichtet wurde. Bei der Stadt befinden sich große Truppenübungsplätze und Kasernen mit dem Kommando der 11. Panzerdivision der Polnischen Streitkräfte König Jan III. Sobieski.

Geografie[Bearbeiten]

Ungefähr in der Mitte zwischen den Großstädten Cottbus und Breslau liegt die Stadt Żagań auf etwa 100 Metern über dem Meeresspiegel zentral im nach ihr benannten Landkreis, rund 40 km von der deutsch-polnischen Grenze und 100 km von der polnisch-tschechischen Grenze entfernt. Umgebende Gemeinden sind im Norden, Osten und Süden die Gmina Żagań, Iłowa im Südwesten und jenseits der Kreisgrenze die Gmina Żary im Nordwesten. Kurz bevor der Bober die Stadtgrenzen erreicht, mündet der Queis in ihn.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wallensteinsche Schloss
Der Plac Słowiański (früher Ludwigsplatz) mit der Stadtverwaltung (Barockpalais) und der Jesuitenkirche
Heilig-Grab-Kapelle
Der Ring mit Augustinerkirche

Sagan wurde 1202 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt um 1285 Stadtrecht. Nach der Teilung des Herzogtums Schlesien gehörte es ab 1249/51 zum Herzogtum Glogau, aus dem erstmals 1274 das Herzogtum Sagan ausgegliedert wurde.

Das 1284 gegründete Augustiner-Chorherrenstift war im späten Mittelalter ein kultureller Mittelpunkt der Region. Die Wirtschaft Sagans war geprägt von Tuchmacherei, Bierbrauerei und Eisenhandel.

1472 verkaufte Hans von Sagan Fürstentum und Stadt an die Wettiner. Unter Herzog Heinrich dem Frommen (1539–1541) breitete sich die Reformation ungehindert aus. Kurfürst Moritz überließ Sagan 1549 dem böhmischen Landesherrn Ferdinand I.

1627 gelangte Albrecht von Wallenstein in den Besitz der Stadt. Auf Einladung Wallensteins wirkte 1627 bis 1630 der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler in Sagan. 1646 erwarb Wenzel Eusebius von Lobkowitz die Stadt; dieser ließ später das Schloss nach Plänen des italienischen Architekten Antonio della Porta neu bauen.

1742 wurde Sagan gemeinsam mit einem Großteil Schlesiens im Vorfrieden von Breslau von den Habsburgern, die seit 1526 die Krone Böhmen innehatten, an Preußen abgetreten.

1758 begann der Saganer Abt Johann Ignaz Felbiger mit der Hebung des Volksschulwesens. Er war ein bekannter preußischer Schulreformer, der später in österreichischen Diensten stand.

1816 wurde die Stadt Verwaltungssitz des preußischen Landkreises Sagan, der 1932 zum Landkreis Sprottau fusionierte, wobei das Landratsamt in Sagan verblieb.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde unweit der Stadt das Stalag VIII C und das Stalag Luft III errichtet, in letzterem waren zeitweilig 10.000 Kriegsgefangene untergebracht. Am 24. März 1944 gelang 76 alliierten Kriegsgefangenen durch einen 110 m langen und zehn Meter tiefen Tunnel die Flucht aus dem Lager. Die meisten der Entflohenen wurden in der Umgebung des Lagers wieder gefasst, und nur drei Männern gelang die Flucht. Auf direkten Befehl Hitlers wurden 47 der wieder eingefangenen Flüchtigen von der Gestapo unter Verletzung der Genfer Konvention erschossen. 21 der beteiligten Polizei- und Gestapobeamten wurden nach dem Krieg im London Cage verhört und später von einem britischen Militärgericht in Hameln abgeurteilt und zum Teil hingerichtet. Das Ereignis wurde 1963 in Gesprengte Ketten verfilmt.

Im Februar 1945 besetzten sowjetische Truppen nach erbitterten Kämpfen Sagan. Die Stadt wurde unter polnische Verwaltung gestellt. In den folgenden zwei Jahren wurden die Einwohner vertrieben und durch Polen ersetzt, die sowohl aus den an die Sowjetunion abgetretenen Gebieten Ostpolens als auch aus anderen Teilen Polens kamen.

Die Enttrümmerung der Stadt begann 1947, es folgten die Inbetriebnahme von Fabriken, Handwerksbetrieben und die Eröffnung von Schulen. In den 1970er Jahren entstanden Neubauviertel und 1983 konnten die Wiederaufbauarbeiten am Residenzschloss vollendet werden.[2]

Im Jahre 1996 gehörte Żagań zu den sieben ersten Städten in Polen, die das Regierungsprogramm zur Rettung historischer Städte erfasste.

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Żagań war früher ein Bahnknoten, durch den die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn führte. Heute verkehrt noch ein EC-Zugpaar HamburgKrakau.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Geordnet nach Geburtsjahr

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Katarzyna Adamek, Marian Ryszard Świątek: Żagań znany i nieznany. Rada i Zarząd Miasta Żagania, Żagań 2002, ISBN 83-912320-3-4.
  • Werner Bein (Hrsg.): Sagan und Sprottau in der schlesischen Geschichte. „Les vues de Sagan“. Bergstadtverlag Korn, Würzburg 1992, ISBN 3-87057-164-0.
  • Johann Gottlob Worbs: Geschichte des Herzogtums Sagan (1795). Neu herausgegeben und mit Bildern, Berichtigungen und Erläuterungen versehen von Georg Feilhauer und Max Krüger. W. Daustein, Sagan 1930.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Żagań – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Juli 2014.
  2. Website der Stadt, Historia, abgerufen am 16. Dezember 2011