Żmigród

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Żmigród
Wappen von Żmigród
Żmigród (Polen)
Żmigród
Żmigród
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Trzebnica
Fläche: 9,49 km²
Geographische Lage: 51° 28′ N, 16° 54′ O51.46888888888916.906388888889Koordinaten: 51° 28′ 8″ N, 16° 54′ 23″ O
Einwohner: 6485
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 55-140
Telefonvorwahl: (+48) 71
Kfz-Kennzeichen: DTR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E261 BreslauPosen
Schienenweg: Breslau–Posen
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 292,14 km²
Einwohner: 14.888
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0220063
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Zdzisław Średniawski
Adresse: pl. Wojska Polskiego 2-3
55-140 Żmigród
Webpräsenz: www.zmigrod.pl

Żmigród ['ʐmigrut] (deutsch: Trachenberg) ist eine Stadt im Powiat Trzebnicki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt an der Bartsch an der Europastraße 261, die von Breslau nach Posen führt. Jenseits der Bartsch liegt das ältere Żmigródek (Schmiegrode). Bis 1945 war Trachenberg eine Stadt im Landkreis Militsch im preußischen Regierungsbezirk Breslau.

Stadtwappen[Bearbeiten]

Das Stadtwappen von Żmigród zeigt in rotem Feld einen grauen Wehrturm, der mit einem goldenen Kreuz bekränzt ist. Um den Turm windet sich ein grüner Drache.

Der Name der Stadt ist abgeleitet vom altpolnischen Wort „żmij“ (Drache) und „gród“ (Burg).

Alte Formen:

1155 – Zunigrod
1228 – Smigrod,
1245 – Zmigrod
1287 – Trachinburg

Zeittafel zur Stadtgeschichte[Bearbeiten]

Schloss Trachenberg um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Die teilrestaurierte Ruine 2010
Überrest der alten Burg
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  • 1155: Das Dorf der Breslauer Bischöfe Sunigrod an der Bartsch wird zum ersten Mal erwähnt. (1228: Smigrod oder Schmiegrode). Das Dorf liegt auf dem anderen Ufer der Bartsch gegenüber der heutigen Stadt und existiert bis heute (bis 1945: Schmiegrode, heute: Zmigródek).
  • 1253, 15. Mai: Um ein Bollwerk in den ständigen Grenzfehden zwischen den Herzogtümern Schlesien und Großpolen zu schaffen, lässt Herzog Heinrich III. von Schlesien durch Tydricus dictus Deysenberc die Stadt nach deutschem Stadtrecht gründen. Der Ort wird als Längsplatzanlage angelegt.
  • 1287: Der Ort hat etwa 1200 Einwohner und erscheint urkundlich unter dem Namen Trachinburg, der deutschen Namensform von Smigrod.
  • 1290: Als Folge der Teilung des Herzogtums Breslau kommt Trachenberg zum Herzogtum Glogau.
  • 1312: Die Stadt und ihr Umland werden Teil des Herzogtum Oels.
  • 1492: Trachenberg wird zu einer Freien Standesherrschaft derer von Kurzbach erhoben.
  • 1555: Einzug der Reformation nach Trachenberg. Die Stadt wird zu 100% evangelisch. Zu dieser Zeit wird auch die Stadtpfarrkirche zur Heiligen Dreieinigkeit erbaut.
  • 1579: Das alte Schloss Trachenberg brennt völlig ab.
  • 1587: 1500 Söldner und Freibeuter fallen in das Trachenberger Land ein und verwüsten die ganze Gegend.
  • 1592: Die Stadt mit ihrem Gebiet geht an die bekannte schlesische Familie von Schaffgotsch (1593 kaiserlich bestätigt). Um diese Zeit sind auch die ersten Juden in der Stadt nachweisbar, die vom benachbarten polnischen Rawitsch einwandern.
  • 1635: Der letzte Schaffgotsch auf Trachenberg, Hans Ulrich von Schaffgotsch wird als Anhänger Wallensteins hingerichtet. Sämtliche Güter der Familie werden vom Kaiser eingezogen, erst um 1680 bekommt sie die Güter im Vorland des Riesengebirges zurück. Trachenberg wird indessen nicht zurückgegeben.
  • 1641: Der kaiserliche Feldmarschall Melchior Graf von Hatzfeldt bekommt Trachenberg als Lehen des Kaisers und baut das Schloss aus. Die Hatzfeldt bleiben hier bis 1945.
  • 1642: Die Schweden unter Feldmarschall Lennart Torstenson erobern das Schloss und halten es acht Jahre lang besetzt.
  • 1654: Der Kaiser lässt die Stadt mit Gewalt rekatholisieren.
  • 1683–1765: Das Schloss wird zu einer großen barocken Residenz umgebaut.
  • 1706–1723: Die Stadtpfarrkirche wird im Geiste des Barock umgestaltet, unter anderem vom Architekten der Universität Breslau, Christoph Hackner. Um diese Zeit hat die Stadt 1600 Einwohner.
  • 1741: Schlesien mit Trachenberg kommen zu Preußen, Friedrich der Große erhebt die Hatzfeldt zu Fürsten, 1748, werden sie vom Kaiser Franz I. zu Reichsfürsten erhöht. (Umfang des Gutes 1937: 15 941 ha). Die Stadt hat damals 1774 Einwohner, zwei Drittel sind evangelisch.
  • 1813, 12. Juli: Treffen der Napoleon-Gegner Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Alexander I. von Russland und des späteren Königs von Schweden Karl XIV. Johann Bernadotte auf Schloss Trachenberg: der Trachenberg-Plan gegen Napoléon Bonaparte wird ausgearbeitet.
  • 1815–1918: Die Stadt blüht. Sie bekommt Eisenbahnanschluss von drei Linien, eine große Zuckerfabrik, Mittel- und Landwirtschaftsschulen, ein neue evangelische Kirche wird um 1854 erbaut, auch die Juden bauen 1861 eine Synagoge. 1905 hat Trachenberg 3361 Einwohner.
  • 1900, 1. Januar: König Wilhelm II. erhebt die Herrschaft Trachenberg zu einem preußischen Herzogtum in Primogenitur.
  • 1939: 4750 Einwohner
  • 1945, 23. Januar: Die Stadt wird vom 10. Panzer-Gardekorps der Roten Armee erobert. Der Fürst von Hatzfeldt, Herzog von Trachenberg, wird enteignet.
  • 1946: Das Hatzfeldt-Schloss brennt nieder.
  • 1961: 4461 Einwohner.
  • 1970: 4785 Einwohner.
  • 1998: Eine Gedenktafel über das Trachenberger Monarchentreffen von 1813 wird auf der Schlossmauer in Anwesenheit des Herzogs zu Trachenberg enthüllt.

Freie Standesherren von Trachenberg (ab 1492)[Bearbeiten]

Freiherren von Kurzbach

  • Sigismund III., bis 1513
  • Heinrich I., bis 1533, Sohn des Vorigen
  • Wilhelm I., bis 1567, Sohn des Vorigen
  • Heinrich III., bis 1592, Sohn des Vorigen

Freie Standesherren von Trachenberg (ab 1592)[Bearbeiten]

Freiherren von Schaffgotsch

1635 bis 1641 war die Herrschaft kaiserliche Domäne.

Freie Standesherren von Trachenberg (seit 1641)[Bearbeiten]

Reichsgrafen von Hatzfeldt (Linie Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf).

  • Melchior, bis 1658, starb unvermählt
  • Hermann, bis 1676, Bruder des Vorigen
  • Heinrich, bis 1683, Sohn des Vorigen
  • Franz, bis 1738, Sohn des Vorigen.

Fürsten und Reichsfürsten von Hatzfeldt (ab 1741 bzw. 1748)

  • Franz Philipp Adrian, bis 1779, Sohn des Vorigen,
  • Franz Friedrich Cajetan, bis 1794, Sohn des Vorigen, letzter Spross der Linie Hatzfeldt-Wildenburg-Crottorf.

Fürsten von Hatzfeldt zu Trachenberg (seit 1803, Linie Hatzfeldt-Werther-Schönstein)

  • Franz Ludwig, 1794–1827
  • Hermann Anton, bis 1874, Sohn des Vorigen
  • Hermann, seit 1900 Herzog zu Trachenberg, bis 1933, Sohn des vorigen
  • Hermann Ludwig, bis 1945, Sohn des vorigen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadt

  • Wohnturm Maria Trauburg, 13. Jahrhundert, um das Jahr 1560 von den Kurzbach umgebaut
  • Ruine des Hatzfeldtschlosses von Christoph Hackner und Carl Gotthard Langhans mit einigen interessanten barocken Details, 17.–18. Jahrhundert
  • Schlosspark, 18.–19. Jahrhundert
  • Orangerie im Schlosspark, Klassizismus, Langhans-Bau
  • Stadtpfarrkirche zur Heiligen Dreieinigkeit, 16.–18. Jahrhundert, Chor 1868–1870 von Alexis Langer

Umgebung

Barkowo (deutsch: Groß Bargen):

  • Barocke Pfarrkirche zum Heiligen Martin, 1787;
  • Ehemalige evangelische Kirche, heute Pfarrkirche zum Heiligen Antonius, Klassizismus, 1829.

Korzeńsko (deutsch: Korsenz):

  • Barocke Pfarrkirche zur Erhöhung des Heiligen Kreuzes, 1722;
  • Reste einer frühmittelalterlichen Burg.

Niezgoda (deutsch: Nesigode):

Radziądz (deutsch: Radungen):

  • „Militscher Teiche“ (Stawy Milickie), Naturreservat mit vielen seltenen Wasservögeln.

Zmigródek (deutsch: Schmiegrode)

  • Reste einer mittelalterlichen Burg.

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Żmigród gehören folgende Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[2] mit einem Schulzenamt::

  • Barkowo (Groß Bargen)
  • Borek (Heidchen)
  • Borzęcin (Borzenzine, 1939–1945: Bornfelde)
  • Bychowo (Beichau)
  • Chodlewo (Kodlewe, 1937–1945: Langhausen)
  • Dębno (Deutsch Damno, 1935–1945: Deutscheich)
  • Dobrosławice (Dobrtowitz, 1936–1945: Gutfelde)
  • Garbce (Karbitz, 1937–1945: Eindorf)
  • Gatka (Goitke)
  • Grądzik (Herrmenau)
  • Kanclerzowice (Kanterwitz)
  • Karnice
  • Kaszyce Milickie (Herrnkaschütz, 1937–1945: Herrnhofen)
  • Kędzie (Kendzie, 1939–1945: Grüntal)
  • Kliszkowice (Groß Glieschwitz, 1937–1945: Freyersdorf)
  • Korzeńsko (Korsenz)
  • Książęca Wieś (Fürstenau )
  • Laskowa (Lauskowe, 1936–1945: Waldhöh)
  • Łapczyce (Zerra, 1937–1945: Labschütz)
  • Morzęcino
  • Niezgoda (Nesigode, 1936–1945: Jagdhausen)
  • Osiek
  • Powidzko (Powitzko, 1936–1945: Urdorf)
  • Przedkowice (Przittkowitz, 1936–1945: Gutweide)
  • Przywsie (Grenzvorwerk)
  • Radziądz (Radziunz, 1935–1945: Radungen)
  • Ruda Żmigrodzka (Hammer-Trachenberg)
  • Sanie (Sayne, 1936–1945: Seidorf)
  • Węglewo (Wanglewe, 1937–1945: Meilershof)
  • Żmigródek (Schmiegrode)

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Barkówko
  • Biedaszkowo
  • Borek-Leśniczówka
  • Bukołowo
  • Bukołowo-Osada
  • Czarny Las
  • Gola
  • Góreczki
  • Hucisko
  • Jamnik
  • Kliszkowice Małe
  • Łabuzki
  • Nowe Domy
  • Nowik
  • Osiek Mały
  • Rogożowa
  • Sieczków
  • Stróże
  • Szarlotka
  • Szarzyna
  • Szydłów
  • Wierzbina
  • Żmigród-Osada

Partnerstädte[Bearbeiten]

Wissenschaft und Schulwesen[Bearbeiten]

Eisenbahnversuchsring[Bearbeiten]

Wenige Kilometer westlich des Ortes befindet sich das Eisenbahn-Testgelände vom Instytut Kolejnictwa. Es wurde früher von der Polnischen Staatsbahn (polnisch: Polskie Koleje Państwowe, PKP) betrieben und beinhaltet neben den Gleisanlagen eine Forschungsstelle und eine Zweigstelle des Forschungsinstituts für Landstraßen und Brücken aus Warschau. Auf dem Testgelände, das u.a. einen Eisenbahnring beinhaltet, wurden beispielsweise von 1997 bis 2001 Versuche des Projekts Safetrain durchgeführt.

Schulen und Kindergarten[Bearbeiten]

Żmigród hat folgende Schulen:

  • eine Landwirtschaftsfachschule auf Gymnasialniveau
  • ein Gymnasium (polnisches Gymnasium: 7. bis 9. Klasse)
  • eine Grundschule
  • eine Spezialgrundschule für Behinderte
  • einen Kindergarten

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Bevölkerung lebt von der Land- und der Forstwirtschaft (große Jagdgebiete in den umliegenden Wäldern). Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist das Stahlkonstruktionsunternehmen "Energomontaż". In der Stadt sind außerdem 800 private Unternehmen, viele von ihnen Ein-Mann-Firmen, registriert.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Almanach de Gotha. Annuaire Genealogique Diplomatique et Statistique. Justus Perthes, Gotha 1931.
  • Izabella Gawin, Dieter Schulze, Reinhold Vetter: Schlesien. Deutsche und polnische Kulturtraditionen in einer europäischen Grenzregion. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4418-X, S. 117 (DuMont Kunst-Reiseführer).
  • Władysław Jan Grabski: 200 miast wróciło do Polski. Wydawnictwo Zachodnie, Poznań 1949.
  • Traud Gravenhorst: Schlesien. Erlebnisse eines Landes. Korn, Breslau 1938.
  • Max Wilberg: Regenten-Tabellen. P. Beholtz, Frankfurt/Oder 1906.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Genealogische Orts-Verzeichnis

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Żmigród – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien