Žamberk

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Žamberk
Wappen von Žamberk
Žamberk (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Pardubický kraj
Bezirk: Ústí nad Orlicí
Fläche: 1691 ha
Geographische Lage: 50° 5′ N, 16° 28′ O50.08583333333316.464444444444418Koordinaten: 50° 5′ 9″ N, 16° 27′ 52″ O
Höhe: 418 m n.m.
Einwohner: 6.057 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 564 01
Verkehr
Bahnanschluss: Chlumec nad Cidlinou–Międzylesie
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jiří Dytrt (Stand: 2009)
Adresse: Masarykovo náměstí 166
564 01 Žamberk
Gemeindenummer: 581259
Website: www.zamberk.cz

Die Stadt Žamberk (deutsch Senftenberg in Böhmen) gehört der Region Pardubický kraj in Tschechien an. Sie liegt im Tal der Divoká Orlice am Fuß des Kapelský vrch und wird wegen ihrer Lage auch als das Tor zum Adlergebirge bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Senftenberg entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts an einer wichtigen Handelsstraße von Mähren nach Glatz und wurde 1332 erstmals erwähnt. Aus nicht bekannten Gründen wurden die Besitzungen von Senftenberg geteilt. Eine Hälfte gehörte den Burgherren von Žampach, die andere den Burgherren von Litice. Zu den wechselnden Besitzern gehörten auch die böhmischen Könige Johann von Luxemburg (1339–1341) und Karl IV. (1355–1367 Žampacher Hälfte) sowie 1427–1471 Georg von Podiebrad. Dessen Sohn Heinrich d. Ä. verkaufte die verschuldete Herrschaft Litice, zu der eine Hälfte von Senftenberg gehörte, 1495 an Wilhelm II. von Pernstein. Der nächste Besitzer wurde 1555 der Wittelsbacher Ernst von Bayern, dem auch die benachbarte Grafschaft Glatz gehörte. Nach dessen Tod 1560 verkauften seine Erben 1563 die Herrschaft Litice an Nikolaus von Bubna (Mikuláš z Bubna a z Litic). Er erwarb 1575 auch die zur Herrschaft Žampach gehörende Hälfte von Senftenberg. Vor 1600 errichtete er in Senftenberg ein Renaissance-Schloss, das er zum Sitz der neu gebildeten Herrschaft Senftenberg bestimmte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Senftenberg durch einen Brand zum großen Teil zerstört. 1643 brannten die Schweden auch das Schloss nieder. Franz Adam von Bubna (František Adam z Bubna a Litic) veranlasste den Wiederaufbau und verlieh der Stadt mehrere Privilegien und Erleichterungen. Auch in den Schlesischen Kriegen wurde Senftenberg mehrmals sowohl von den Preußen als auch den Habsburgern besetzt.

Gräfin Anna Karolina von Bubna verkaufte die verschuldete Herrschaft Senftenberg 1809 an Verian Alfred Windisch-Grätz, der das verkommene Schloss im Stil des Empire umbauen ließ.

1815 erwarb John Parish, der älteste Sohn des gleichnamigen Hamburger Kaufmanns John Parish Schloss und Herrschaft Senftenberg, die zu dieser Zeit aus 20 Dörfern mit insgesamt 15.000 Untergebenen bestand. Er war ein großer Förderer von Wissenschaft und Kunst und selbst an Mathematik und Astronomie interessiert. 1844 richtete er in Senftenberg eine Sternwarte ein, die er mit modernen Geräten ausstattete. Während seiner Herrschaft wurde 1848 die Untertätigkeit abgeschafft. 1858 gingen die Besitzungen an George Parish über, der die herrschaftlichen Güter und die Gutsbrauerei modernisierte. Dessen Nachfolger Oscar Parish gehörte ab 1895 dem böhmischen Parlament an. 1899 wurde er mit dem Zusatz von Senftenberg geadelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie Parish von Senftenberg enteignet. Nach der Samtenen Revolution erhielt sie das Schloss im Wege der Restitution zurück.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Schloss Žamberk wurde vor 1600 durch die Herren von Bubna errichtet und mehrmals umgebaut.
  • Die St.-Wenzels-Kirche wurde 1729–1738 im Barockstil erbaut.
  • Das Gebäude des heutigen Stadtmuseums wurde ursprünglich als Catherine-Hospital durch John Paris 1845 errichtet.
  • Marktplatz mit Rathaus, Pestsäule, Marktbrunnen und historischen Bauten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Im Ort geboren[Bearbeiten]

  • Eduard Albert, Universitätsprofessor und Chirurg, der seine Tätigkeit vor allem in Wien ausübte und mit dem Bau seiner Villa den Grundstein für das Lungensanatorium Albertinum (Sanatorium) legte
  • František Albert (1856–1923), Arzt, Schriftsteller, Übersetzer
  • Petr Eben (1929-2007), Komponist und Pädagoge
  • Jan Hejčl (1868–1935), Dekan der theologischen Universität in Olmütz, Forscher, Schriftsteller
  • Josef Knop (1909–1966), General
  • Václav F. Kumpošt (1843–1874), Gründer der Zeitschrift Weltall (Vesmír)
  • František Rous (1872–1936), Bildhauer
  • Josef Jan Šarapatka (1731–1820), Musiker und Komponist
  • Augustin J. B. Seydler (1849–1891), Physiker, Philosoph, Mathematiker
  • Tereza Svatová (1858–1940), Schriftstellerin
  • Eduard Landa (1926-2006), Maler

Im Ort wirkten[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Fotogalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)