ʿAlī al-Hādī an-Naqī

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ʿAlī al-Hādī an-Naqī (arabisch ‏علي الهادي النقي‎‎ * 8. September 828 in Medina; † 1. Juli 868 in Samarra) war der zehnte Imam nach dem Glauben der Zwölferschiiten (Imamiten) und somit ein direkter Nachfahre des Propheten Mohammed.

Ali an-Naqi lebte fast sein gesamtes Leben unter Arrest in seinem Haus in Samarra. Er starb am 1. Juli 868. Er wurde vermutlich vergiftet, die schiitischen Quellen bezeichnen den abbasidischen Kalifen al-Mutazz als Anstifter. Er hinterließ einen Sohn, Hasan al-Askari, der sein Nachfolger als Imam wurde.

Al-Askari-Schrein (vor 2006)

Ali an-Naqi wurde in einem Schrein in Samarra bestattet, in dem später auch sein Sohn Hasan al-Askari bestattet wurde. Dieser Schrein wird von den Schiiten als heilig betrachtet. Durch einen terroristischen Anschlag am 22. Februar 2006 wurde der Schrein der beiden Imame stark beschädigt.

Aktuelle Satire und Kritik mit Imam Naqui[Bearbeiten]

Imam Naqi wird in jüngster Zeit von Kritikern des iranischen Regimes verwendet. Seit 11. Mai 2011 besteht die satirische Facebook-Gruppe „Kampagne zur Erinnerung der Schiiten an Imam Naghi“[1], seit 19. Mai 2011 ein Weblog im Namen Naqis[2]. Anfängliches Ziel war es durch Satire den Aberglauben aus der Religion zu nehmen. Die Teilnehmer denken, dass nichts und niemand zu heilig ist um darüber einen Witz zu machen.[3]

Der in Deutschland lebende Shahin Najafi veröffentlichte am 7. Mai 2012 das Lied Naghi[4], in welchem verschiedene Übel im Iran angesprochen werden und Imam Naqi gebeten wird „zurückzukehren“.[5] Daraufhin wurde eine kurz zuvor veröffentlichte, undatierte Todes-Fatwa auf ihn bezogen.

Durch das Lied wurde auch die Facebook-Gruppe plötzlich sehr bekannt. Der in Holland studierende Iraner Yashar Khameneh diskutierte von Beginn rege mit. Er verlinkte auch auf seinen Facebook-Account mit seinem Realnamen. Am 23 Mai 2012 wurde er von seinem Vater angerufen, gebeten mit den iranischen Behörden zu kooperieren und ihnen die Passwörter für seinen Facebook- und E-Mail-Account zu überlassen. Er bat die beiden Administratoren die Gruppe zu löschen, dem sie nicht nachkamen, und löschte seine Accounts. Später wurde er von seiner Schwester gebeten die Facebook-Gruppe zu löschen damit sein Vater aus dem Evin-Gefängnis entlassen werden kann, was aber nicht in seiner Macht steht. Im Juni erklärte er in einem offenen Brief, dass er nicht wisse wer die Facebook-Gruppe kontrolliere. Die US-basierte International Campaign for Human Rights in Iran hält seine Geschichte für glaubwürdig.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. کمپین یادآوری امام نقی به شیعیان, facebook.com
  2. امام نقی (ع) //با غسل جنابت وارد شوید
  3. a b Ashley Fantz, Banafsheh Keynoush, Jennifer Deaton: Son: Iranian dad arrested for my Facebook posts, cnn.com, 15. Juli 2012
  4. Shahin Najafi & Majid Kazemi - Naghi, youtube.com, hochgeladen am 7. Mai 2012
  5. آهنگی از نقویِ مجاهد، شاهین نجفی (mit Liedtext in Persisch und Englisch), imamnaghi.wordpress.com, 9. Mai 2012