ʿAlī ibn Sahl Rabban at-Tabarī

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Abū l-Hasan ʿAlī ibn Sahl Rabban at-Tabarī (arabisch ‏ابو الحسن علي بن سهل ربن الطبري‎, DMG Abū l-Ḥasan ʿAlī ibn Sahl Rabban aṭ-Ṭabarī) war ein christlicher Arzt und Gelehrter aus Tabaristan, der zum Islam konvertierte und eine medizinische Enzyklopädie sowie eine Widerlegung des Christentums schrieb. Seine Lebensdaten sind unsicher.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

ʿAlīs Vater Sahl ibn Bishr war ein Astronom und Astrologe aus Merw in Tabaristan (daher al-Tabari - der Tabaristaner). Der abbasidische Kalif Al-Mu'tasim (833-842) berief ʿAlī an seinen Hof. Während seiner Herrschaft konvertierte er zum Islam.[1] Der Kalif Al-Mutawakkil (847-861) behielt ihn in seinen Diensten. Wahrscheinlich während seiner Regierungszeit verfasste er seine Widerlegung des Christentums.[2]

Ali ibn Sahl beherrschte das Syrische und Griechische, die beiden Quellen für die medizinische Tradition des Altertums, die für das mittelalterliche Europa verloren waren, und schrieb Verse in schöner Kalligraphie. Sein berühmter Schüler Abu Bakr Muhammad ibn Zakariya ar-Razi hat seinen Ruhm verdunkelt.

Werke[Bearbeiten]

  • Radd an-Naṣārā, eine Widerlegung der christlichen Lehren, deren Text erst 1959 ediert wurde.
  • Kitāb ad-Dīn wa-d-daula ("Das Buch von Religion und Staat"). Es wird angenommen, dass ʿAlī at-Tabarī dieses Buch, in dem er sich darum bemüht, das Prophetentum Mohammeds insbesondere aus der Bibel zu beweisen,[3]
  • Firdaus al-Hikmah (Paradies der Weisheit) oder AL-Kunnash, eine Systematik der Medizin in sieben Teilen; er schrieb es in Arabisch, doch übersetzte es auch ins Syrische, um ihm weitere Verbreitung zu sichern. Das Buch ist im Westen nie sehr bekannt gewesen, weil es nicht vor dem 20. Jahrhundert gedruckt wurde. Mohammed Zubair Siddiqui gab die fünf überlieferten Teile heraus. Es gibt noch keine englische Übersetzung.
  • "Tuhfat al-Muluk" (Das Geschenk des Königs), über den richtigen Gebrauch von Essen, Trinken und Medizin
  • "Hafzh al-Sihhah" (Die rechte Gesundheitspflege) nach griechischen und indischen Überlieferungen"
  • "Kitab al-Ruqa" (Buch der Magie oder der Amulette)
  • "Kitab fi al-hijamah" (Abhandlung über das Schröpfen)
  • "Kitab fi Tartib al-'Ardhiyah" (Abhandlung über die Zubereitung der Speisen).

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Schmucker: Die pflanzliche und mineralische Materia Medica im Fridaus al-Hikma des Ali ibn Sahl Rabban at-Tabari. Dissertation, Universität Bonn, 1969.
  • Olaf H. Schumann: Der Christus der Muslime. Christologische Aspekte in der arabisch-islamischen Literatur. Gütersloh 1975, S. 48-71.
  • D. Thomas: Artikel aṭ-Ṭabarī, ʿAlī ibn Rabban. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band X, S. 17a-18b.
  • Edward G. Browne: Islamic Medicine. 2002, ISBN 81-87570-19-9, S. 37-38

Belege[Bearbeiten]

  1. Vgl. Schumann 48.
  2. Vgl. Thomas 17b.
  3. Vgl. Schumann 48, um 855 verfasste.