'Ammu-rapi III. (Ugarit)

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'Ammu-rapi III. (auch Ḫammu-rapi III.) war der letzte König von Ugarit und regierte von etwa 1215 bis ca. 1194/88 v. Chr.

Seine Verbindung zu dem zuvor regierenden Königshaus ist unsicher. 'Ammu-rapi ist vor allem aus der Korrespondenz mit anderen Herrscherhäusern bekannt. Er war Zeitgenosse des hethitischen Königs Suppiluliuma II. und des Vizekönigs Talmi-Teššup in Karkemiš. Das Hethiterreich litt damals unter Hungersnöten, inneren Auseinandersetzungen und Kämpfen gegen äußere Feinde. In mehreren Briefen verlangt der hethitische Großkönig Getreidelieferungen, in einem Brief auch Kupfer. Diesen Aufforderungen ist 'Ammurapi offenbar nicht immer nachgekommen.[1] Dass sich Suppiluliuma II. zuvor schon über einen nicht erfolgten Antrittsbesuchs seitens 'Ammurapis beklagte, scheint auf eine Abkühlung des Verhältnisses zwischen Hattuša und dem Vasallen im Ugarit hinzuweisen, bzw. auf einen Autoritätsverlust Suppiluliumas.[2]. Die Aufforderung, Kupfer zu liefern, deutet darauf hin, dass das Hethiterreich - zumindest zeitweise - die Kontrolle über Zypern verloren hatte.

'Ammu-rapi scheint aber trotzdem Forderungen des hethitischen Großkönigs nachgekommen zu sein, Truppen in das Hethiterreich zu senden und ihm auch die ugaritische Flotte zu überlassen. Davon zeugt indirekt die Korrespondenz aus den letzten Tagen Ugarits mit dem König von Alašija (=Zypern). 'Ammu-rapi bittet den König von Zypern, den er als "Vater" anredet, ihm Informationen über Schiffe von Feinden zu senden, die bereits Küstenstädte Ugarits verwüstet haben. In einem Fall werden die Feinde als Šikaläer bezeichnet, die "auf Schiffen leben".[3]. Nachdem eine neue Warnung des Königs von Zypern eintrifft, dass feindliche Schiffe aufgebrochen sind, wird die missliche Lage Ugarits deutlich: 'Ammu-rapis Truppen wurden ins Hethiterreich verlegt und die Flotte wird vom hethitischen Großkönig vor der lykischen Küste eingesetzt, so dass Ugarit fast schutzlos ist. Kurz nach diesem Brief, der im Palast gefunden wurde, ereilte Ugarit eine Katastrophe, die es völlig zerstörte.

Literatur [Bearbeiten]

  • Horst Klengel: Syria. 3000 to 300 B.C. A handbook of political history. Akademie-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-05-001820-8, S. 147–151.
  • Gustav Adolf Lehmann: Die ‚politischen-historischen‘ Beziehungen der Ägäis-Welt des 15.–13. Jh.s v. Chr. zu Ägypten und Vorderasien: einige Hinweise. In: Joachim Latacz (Hrsg.): Zweihundert Jahre Homerforschung. Rückblick und Ausblick (= Colloquium Rauricum. Bd. 2). Teubner, Stuttgart 1991, ISBN 3-519-07412-5, S. 105–126.
  • Edward Noort: Die Seevölker in Palästina (= Palaestina antiqua. NS Bd. 8). Kok Pharos, Kampen 1994, ISBN 90-390-0012-3.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Edward Noort: Die Seevölker in Palästina. 1994, S. 86.
  2. Edward Noort: Die Seevölker in Palästina. 1994, S. 86.
  3. Edward Noort: Die Seevölker in Palästina. 1994, S. 85.


Vorgänger Amt Nachfolger
Niqmaddu III. König von Ugarit
1215– ca. 1194/88 v. Chr.
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