(2) Pallas

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Asteroid
(2) Pallas Pallas symbol.svg
Hubble-Aufnahme von Pallas. 2007 aus 2,25 AE
Hubble-Aufnahme von Pallas. 2007 aus 2,25 AE.
Eigenschaften des Orbits (Animation)
Orbittyp Hauptgürtelasteroid
Große Halbachse 2,772 AE
Exzentrizität 0,2310
Perihel – Aphel 2,132 AE – 3,413 AE
Neigung der Bahnebene 34,84°
Argument des Knotens 173,1°
Argument der Periapsis 310,2°
Siderische Umlaufzeit 4 a 225 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 17,6 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 582 × 556 × 500 km
Masse 2,34 · 1020 kg
Albedo 0,16
Mittlere Dichte 2,76 g/cm³
Rotationsperiode 7,8 h
Absolute Helligkeit 4,1 mag
Spektralklasse B
Geschichte
Entdecker H. Olbers
Datum der Entdeckung 28. März 1802
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten von JPL Small-Body Database Browser. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

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(2) Pallas ist mit einem mittleren Durchmesser von 546 km der größte Asteroid und der zweitgrößte Himmelskörper im Asteroiden-Hauptgürtel, wahrscheinlich sogar ein Zwergplanet.[1]

Entdeckung[Bearbeiten]

Pallas wurde am 28. März 1802 von Heinrich Wilhelm Olbers entdeckt und nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt. Die Entdeckung erfolgte zufällig, als Olbers die ein Jahr zuvor entdeckte und heute als Zwergplanet klassifizierte Ceres aufsuchen wollte. Nach der Entdeckung von Ceres hatte Olbers, wie die anderen Astronomen seiner Zeit, nicht damit gerechnet, noch einen weiteren Planeten zwischen Mars und Jupiter zu finden, da man glaubte, den von der Titius-Bode-Reihe vorhergesagten Planeten in diesem Bereich des Sonnensystems gefunden zu haben. Olbers vertrat daher die Hypothese, dass es sich bei Ceres und Pallas um Bruchstücke eines größeren, zerbrochenen Planeten handele.

Die Entdeckung beflügelte die Tätigkeit der sogenannten Himmelspolizey der europäischen Sternwarten; man hatte sie 1800 gegründet, um systematisch nach vermuteten Kleinplaneten zu suchen. Mit Olbers und Harding gelang zwei Mitgliedern dieser Organisation 1804 und 1807 auch die Entdeckung der Asteroiden (3) Juno und (4) Vesta.

Ebenso wie Ceres wurde Pallas unmittelbar nach ihrer Entdeckung als vollwertiger Planet angesehen, somit galten im Jahr 1802 neun Himmelskörper als Planeten. Nach der Entdeckung von Juno und Vesta erhöhte sich die Zahl der „Planeten“ bis 1807 auf elf. Dabei blieb es bis 1845. Dann wurde mit (5) Astraea der fünfte Asteroid entdeckt, und auch dieser zunächst als Planet geführt. Nach der Entdeckung des „echten“ Planeten Neptun im Jahr 1846 galten sogar 13 Himmelskörper als Planeten. Da sich aber ab 1847 die Neuentdeckungen von Asteroiden häuften, wurden diese fortan von den „großen Planeten“ unterschieden, deren Zahl dadurch wieder auf acht sank.

Wilhelm Herschel, der 1781 Uranus entdeckt hatte, versuchte den Durchmesser von Ceres und Pallas zu bestimmen, was ihm einige Schwierigkeiten bereitete: Die beiden Objekte erschienen in seinem Teleskop praktisch sternförmig (also ohne messbare Ausdehnung wie die klassischen Planeten). Herschel schlug daher bereits 1802 vor, Ceres und Pallas als „Asteroiden“ (griechisch für „sternartig“), zu bezeichnen und damit von den großen Planeten abzugrenzen. Seine Ansicht wurde zu dieser Zeit aber nur von wenigen Astronomen geteilt. Erst als um 1850 die Zahl der zwischen Mars und Jupiter gefundenen Himmelskörper rasch anstieg, wurden sie unter den Bezeichnungen „Asteroiden“, „Planetoiden“, „Kleine Planeten“ oder „Kleinplaneten“ zusammengefasst.

Das im Jahr 1803 entdeckte chemische Element Palladium wurde nach diesem Asteroiden benannt.

Umlaufbahn[Bearbeiten]

Umlaufbahn von Pallas zwischen denen von Mars und Jupiter.

Pallas bewegt sich in einem mittleren Abstand von 2,77 AE in 4,62 Jahren um die Sonne. Die Bahnexzentrizität ist mit 0,23 relativ groß: Der Abstand von der Sonne variiert daher zwischen 2,14 AE im Perihel und 3,41 AE im Aphel. Die Umlaufbahn ist mit 34,9° auch stark gegen die Ekliptik geneigt, wodurch es häufig vorkommt, dass sich Pallas fernab der Ekliptik am Himmel aufhält.

Während der Opposition erreicht sie eine scheinbare Helligkeit von bis zu 6,5 mag. Sie ist damit nach (4) Vesta der zweithellste Asteroid am Nachthimmel, jedoch mit dem bloßen Auge nicht mehr zu sehen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Rotationsperiode von Pallas beträgt 7,8 Stunden. Ihre Oberfläche hat eine mittlere Albedo von 0,16. Durch Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop konnte die Größe von Pallas bestimmt werden: Die Form von Pallas entspricht demnach einem triaxialen Ellipsoid mit Achsenlängen von 582 ± 10 km, 556 ± 3 km und 500 ± 9 km. Die Masse wurde zu 1,18 × 10−10 Sonnenmassen (2,34 × 1020 kg) bestimmt. Aus Beobachtungen des Infrared Astronomical Satellite und aus Sternbedeckungen war zuvor ein mittlerer Durchmesser von etwa 523 km abgeleitet worden. Pallas ist damit zwar der nach Ceres größte Himmelskörper des klassischen Hauptgürtels, wird aber an Masse auch von Vesta noch übertroffen.

Sichtbarkeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pallaspositionen bis 2017

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weiterer Asteroid entpuppt sich als Protoplanet, spektrumdirekt, 2009-Okt-08

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. E. Schmidt et al.: Hubble takes a look at Pallas: Shape, Size and Surface. In: Lunar and Planetary Science 39. 2008, S. 2502, (hier online, PDF; 121 kB)
  • G. Gerstbach: Die Asteroiden – Dramatik und Schutt im Planetensystem. Sternenbote Dezember 2002, Wien.

Weblinks[Bearbeiten]