Ortsnamen auf -au

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Antrag:praktisch quellenloser Artikel. Wenn die Ausführungen in der Form stimmen, was ich nach der Lektüre von {{Literatur |Autor=Elfriede Ulbricht |Titel=Das Flussgebiet der thüringischen Saale|Jahr=1957 |Auflage=1. |Verlag=Max Niemeyer |Ort=Halle (Saale)}} teilweise anzweifle, dann müßten sie zumindest irgendwie zu belegen sein. -- Sarkana frag den ℑ Vampirbewerte mich 14:41, 8. Okt. 2011 (CEST)



-au ist eine Ortsnamenendung in verschiedenen deutschsprachigen Regionen.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutungen [Bearbeiten]

Ort am Wasser [Bearbeiten]

Das zugrunde liegende germanische *awjo in der Bedeutung Insel, Au, zum Wasser gehörig ist abgeleitet von einer nur noch in Flussnamen bewahrten Bezeichnung für Gewässer. Vergleiche die Flussnamen Ach, Aach, Ache, Brigach, Salzach, Fulda.[1] Der Namensbestandteil in Namen germanischer Herkunft kann drei verschiedene Bedeutungen haben:

  1. Aue im Sinne der heutigen allgemeinen Bedeutung feuchte Niederung, wie die Rheinau.[2]
  2. Seeninseln, im oberdeutschen Sprachgebiet, wo Flussinseln zumeist -wörth genannt werden, so im Bodensee die Inseln Mainau, Reichenau und die Inselstadt Lindau, im Zürichsee Ufenau und Lützelau.
  3. Fließgewässer und davon abgeleitete Ortsnamen, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie Schwartau, auch -a, gleichbedeutend mit dem dänischen beziehungsweise Å. Die westfälische Entsprechung ist Aa wie in Bocholter Aa, die oberdeutsche Entsprechung ist -ach oder Ache(n).

Die Endung leitet sich von der germanischen Wurzel *ouwe ab. Das Wort steht in Nähe zum lateinischen aqua und zum keltischen aha, beides für Wasser. Es findet sich auch in anderen indogermanischen Sprachen, sodass ein gemeinsamer urindogerm. Stamm *a für Gewässer und allgemeine Hydronyme angenommen werden kann. Vergleiche auch die Liste der Gaue von Alamannien, Schwaben, dem Elsass und von Hochburgund.

Slawische Orte [Bearbeiten]

Andere Namen auf -au leiten sich von slawischen Genitiv- und Adjektivendungen wie -ow, -owa, -awa her. Derartige Namen kommen vor allem im ostmitteldeutschen Sprachgebiet vor und haben mit Aue etymologisch nichts zu tun.

Bestandteil von Gau [Bearbeiten]

Nicht mit -au zu verwechseln sind Namen germanischer Herkunft auf -gau in der Bedeutung von Landschaft, Verwaltungseinheit, eigentlich Gerichtsbezirk. Die Bezeichnungen ist eine Kollektivbildung des germanischen *gaawja, Land am Wasser, die aber auf denselben Ursprung zurückgeht.

Beispiele [Bearbeiten]

Orte in Flussauen [Bearbeiten]

Aarau, Amönau, Aschau, Blumenau (München), Brückenau, Buchenau, Freiwaldau, Fürstenau, Gaggenau, Hallau , Hallertau, Hanau, Holledau, Kiel-Holtenau, Ilmenau, Klotzau, Kreuzau, Künzelsau, Langenau, Muldenau, Nassau, Niederau, Neuendettelsau, Passau, Rheinau, Rhinau, Sachsenwaldau, Schönau (mehrere), Soltau, Steinau (mehrere), Wenau, Werdau, Wernau

Inseln [Bearbeiten]

Flüsse [Bearbeiten]

Hierbei kommen heute beide Schreibweisen vor, mit Silbe -au und Getrenntschreibung:

Slawische Herkunft [Bearbeiten]

Breslau, Bunzlau, Crimmitschau, Glauchau, Krakau, Mockau, Moskau, Bad Muskau, Ostrau, Spandau, Torgau, Warschau, Wustrau, Zittau, Züllichau, Zwickau

Fraglich [Bearbeiten]

teilweise ohne Flussau [Bearbeiten]

Ramsau (nicht alle mit Flussau)

Flussau in altem slawischem Gebiet [Bearbeiten]

Dessau, Roßlau, Krumau

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Das Herkunftswörterbuch, Au, Duden Band 7, Mannheim 1989
  2. http://www.onomastik.com/on_grundwoerter.php