1,1-Difluorethen

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Strukturformel
Struktur von 1,1-Difluorethen
Allgemeines
Name 1,1-Difluorethen
Andere Namen
  • 1,1-Difluorethylen
  • Vinylidenfluorid
  • Freon 1132a
  • R 1132a
  • Vinylidendifluorid VDF
Summenformel C2H2F2
CAS-Nummer 75-38-7
PubChem 6369
Kurzbeschreibung

hochentzündliches, farbloses Gas mit schwach etherischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 64,03 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
  • 2,89 kg·m−3 bei 0 °C und 1013 mbar[1]
  • 1,12 g·cm−3 (flüssig am Siedepunkt)[1]
Schmelzpunkt

−144 °C[1]

Siedepunkt

−84 °C[1]

Dampfdruck

3,612 MPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

mäßig in Wasser (254 g·l−1 bei 25 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 04 – Gasflasche

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280
P: 210​‐​410+403 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Hochentzündlich
Hoch-
entzündlich
(F+)
R- und S-Sätze R: 12
S: 7/9​‐​16
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−335,0 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

1,1-Difluorethen ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der aliphatischen ungesättigten Fluorkohlenwasserstoffe.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Es gibt verschiedene Herstellungsverfahren für 1,1-Difluorethen, so zum Beispiel Dechlorination von 1,2-Dichlor-1,1-difluorethan oder Dehydrofluorination von 1,1,1-Trifluorethan. Die weltweite Produktionsmenge lag 1999 bei etwa 33.000 Tonnen.[2]

Eigenschaften[Bearbeiten]

1,1-Difluorethen ist hochentzündliches, farbloses Gas mit schwach etherischem Geruch. Es ist leicht polymerisierbar und kommt in Druckgasflaschen in verflüssigter Form in den Handel. Bei höherer Temperatur ist es chemisch instabil. Die kritische Temperatur liegt bei 30,1 °C[6], der kritische Druck bei 44,33 bar[6], die kritische Dichte bei 6,51 mol·l−1[6] und die Tripelpunkttemperatur bei −144 °C (Schmelztemperatur).

Verwendung[Bearbeiten]

1,1-Difluorethen wird zur Herstellung von Polyvinylidenfluorid (CAS: 24937-79-9) und Copolymeren mit Chlortrifluorethylen und Hexafluorpropylen (TFB) verwendet.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

1,1-Difluorethen bildet mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Der Explosionsbereich liegt zwischen 4,7 Vol% (125 g/m3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 25,1 Vol% (664 g/m3) als obere Explosionsgrenze (OEG).[7] Die Zündtemperatur beträgt 390 °C.[7] Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T2. Bei thermischer Zersetzung bildet sich Fluorwasserstoff.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 75-38-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 16. Juli 2011 (JavaScript erforderlich)
  2. a b OECD: Screening Information Dataset (SIDS) Initial Assessment Report (SIAR) für 1,1′-Difluoroethylene (PDF), abgerufen am 4. November 2014.
  3. a b Datenblatt 1,1-Difluorethen bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 15. März 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-21.
  6. a b c Mears, W.H.; Stahl, R.F.; Orfeo, S.R.; Shair, R.C.; Kells, L.F.; Thompson, W.; McCann, H.: Thermodynamic Properties of Halogenated Ethanes and Ethylenes in Ind. Eng. Chem. 47 (1955) 1449–1954, doi:10.1021/ie50547a052.
  7. a b E. Brandes, W. Möller: Sicherheitstechnische Kenngrößen - Band 1: Brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wirtschaftsverlag NW – Verlag für neue Wissenschaft GmbH, Bremerhaven 2003.