1,1-Dimethylhydrazin
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||||||||
| Name | 1,1-Dimethylhydrazin | |||||||||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C2H8N2 | |||||||||||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 57-14-7 | |||||||||||||||||||||||||||
| PubChem | 5976 | |||||||||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose, aminartig riechende Flüssigkeit[1] |
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 60,10 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig |
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| Dichte |
0,78 g·cm−3[1] |
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| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
63 °C[1] |
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| Dampfdruck | ||||||||||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
mischbar mit Wasser[1] |
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| Brechungsindex |
1,4075 (20 °C)[2] |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||||||||
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| LD50 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||||||||||||||
1,1-Dimethylhydrazin abk. UDMH ist ein zweifach methyliertes Derivat des Hydrazins. Im Gegensatz zum symmetrischen Dimethylhydrazin (1,2-Dimethylhydrazin) sind hier beide Methylgruppen am selben Stickstoffatom gebunden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
1,1-Dimethylhydrazin wird seit den 1950er Jahren aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit als Raketentreibstoff verwendet. Als Oxidationsmittel dient dazu heute meistens Distickstofftetroxid, davor wurde oft Salpetersäure verwendet.
[Bearbeiten] Vorkommen und Verhalten in der Umwelt
Es sind keine natürlichen Quellen von 1,1-Dimethylhydrazin bekannt. Aufgrund seines niedrigen Dampfdrucks und seiner hohen Reaktivität (insbesondere gegenüber Ozon) ist eine weiträumige Verteilung bei Eintrag in die Umwelt nicht zu erwarten; es erfolgt ein schneller Abbau.
[Bearbeiten] Gewinnung/Darstellung
1,1-Dimethylhydrazin kann aus einer katalysierten Reaktion zwischen Dimethylamin und Ammoniak hergestellt werden. In Deutschland wird es nicht mehr hergestellt.
[Bearbeiten] Eigenschaften
UDMH ist eine farblose, fischartig riechende Flüssigkeit, die an der Luft raucht. Die Dämpfe von 1,1-Dimethylhydrazin können die Haut und die Schleimhäute (Augen, Atemwege) reizen bzw. bei starker Belastung verätzen. Es hat bei 20 °C eine dynamische Viskosität von 0,56·10−3 Pa·s.
[Bearbeiten] Verwendung
- Zur Herstellung von Farbstoffen, Arzneimitteln und Chemiefasern.
- Als Gasabsorptionsmittel für Kohlenstoffdioxid und Schwefeldioxid.
- 1,1-Dimethylhydrazin ist die brennbare Komponente (Heptyl, russ.) flüssiger hypergolischer Raketentreibstoffe, wenn es zusammen mit den Oxidatoren Distickstofftetroxid (Amyl, russ.) oder RFNA (rauchende Salpetersäure, AK-27I oder Mélange, russ.) verwendet wird. Die Trägerrakete Proton verwendet 1,1-Dimethylhydrazin als Treibstoff mehrerer bzw. aller Stufen, was bei Fehlstarts zu Verseuchungen im Absturzgebiet führt. Im 1. Golfkrieg eingesetzte sowjetische Scud-Raketen enthielten je 1000 kg UDMH und 3500 kg RFNA.
- 1,1-Dimethylhydrazin wird nicht nur pur, sondern auch gemischt mit Hydrazin als Raketentreibstoff verwendet.[5] Bekannte Gemische mit verschiedener Konzentration der beiden Bestandteile zueinander sind Aerozin 50[5] und UH 25.
[Bearbeiten] Physiologie
1,1-Dimethylhydrazin wird leicht über die Haut aufgenommen und hat sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 57-14-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Januar 2007 (JavaScript erforderlich).
- ↑ a b Datenblatt 1,1-Dimethylhydrazin bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. März 2011.
- ↑ a b Eintrag zu CAS-Nr. 57-14-7 im European chemical Substances Information System ESIS (ergänzender Eintrag)
- ↑ a b Datenblatt 1,1-Dimethylhydrazin bei Merck, abgerufen am 8. Oktober 2004.
- ↑ a b Rudolf Meyer: Explosivstoffe, VCH Verlagsgesellschaft, 1985, 6. Auflage, S. 92−93, ISBN 3-527-26297-0.