1. FC Mülheim

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1. FC Mülheim
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Voller Name 1. FC Mülheim-Styrum 1923 e.V.
Ort Mülheim an der Ruhr, NRW
Gegründet 24. Juni 1923
Vereinsfarben schwarz-weiß
Stadion Städt. Sportanlage Moritzstraße
Plätze n.b.
Trainer Detlef Weides
Homepage www.1fc-muelheim.de
Liga Kreisliga A Duisburg-Mülheim-Dinslaken, Gruppe 1
2013/14 6. Platz
Heim
Auswärts

Der 1. FC Mülheim-Styrum (offiziell: 1. Fußballclub Mülheim-Styrum 1912 e.V.) ist ein deutscher Fußballverein aus dem Mülheimer Stadtteil Styrum. Der Verein wurde am 24. Juni 1923 gegründet. Die Vereinsfarben sind schwarz und weiß. Heimspielstätte ist die Städtische Sportanlage Moritzstraße. Die erste Mannschaft spielt seit dem Abstieg im Jahre 2011 in der Kreisliga A des Fußballkreises Duisburg-Mülheim-Dinslaken. Zwischen 1974 und 1976 gehörte der Verein der 2. Bundesliga an.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühe Jahre (1923 bis 1945)[Bearbeiten]

Der 1. FC Mülheim-Styrum geht auf dem im Oktober 1908 gegründeten Verein SV Viktoria Styrum zurück. Dieser fusionierte im Jahr 1912 mit dem Unterstyrumer Ballspielverein zum BV Viktoria Styrum, der sich ab Mai 1920 Styrumer Spielverein nannte. Am 30. Januar 1923 fusionierte der Styrumer Spielverein mit dem Oberhausener SV 04 zur SpVgg Oberhausen und Styrum. Von diesem Verein spaltete sich am 24. Juni 1923 der 1. FC Styrum ab, während der Restverein sich ab Juni 1923 Rot-Weiß Oberhausen nannte.[1]

Grund für die Abspaltung der Styrumer war die Fusion zwischen dem Styrumer Spielverein und dem Oberhausener SV. Nach Ansicht der Styrumer brauchte die Ortschaft einen eigenen Verein, da die Styrumer keine Oberhausener waren.[2] Auf den Trikots wurde ein Löwe, das Wappen des Schloss Styrum, platziert. Seitdem sind die Spieler auch als „Styrumer Löwen“ bekannt. Trotz eines Widerspruchs der SpVgg Oberhausen und Styrum wurden die Styrumer noch im Gründungsjahr in den Westdeutschen Spiel-Verband aufgenommen.[3]

1934 gelang der Aufstieg in die seinerzeit zweitklassige Bezirksklasse Niederrhein. Nach dem Abstieg im Jahre 1937 gelang der sofortige Wiederaufstieg. Höhepunkt war der vierte Platz in der Saison 1938/39. Noch bis in die Spielzeit 1942/43 konnte der Verein den Spielbetrieb im Zweiten Weltkrieg aufrechterhalten.

Nachkriegszeit (1945 bis 1972)[Bearbeiten]

Nach Kriegsende wurde in der Saison 1945/46 zunächst eine Mülheimer Stadtmeisterschaft ausgespielt, wo die Styrumer Vizemeister hinter dem VfB Speldorf wurden. Anschließende spielte die Mannschaft in der Bezirksklasse, wo die Styrumer im Jahre 1950 nach einer Entscheidungsspielniederlage gegen Westende Hamborn den Sprung in die Landesliga verpassten. Zwei Jahre später gelang der Aufstieg in die höchste Amateurliga im Fußballverband Niederrhein. Gleich in der Aufstiegssaison wurde die Mannschaft Meister der Staffel 3, scheiterte aber in der Endrunde um die Niederrheinmeisterschaft am Homberger SV.[4]

In den folgenden beiden Spielzeiten 1953/54 und 1954/55 wurden die Styrumer jeweils Vizemeister ihrer Staffel hinter Sterkrade 06/07, ehe 1956 die Qualifikation für die neu geschaffene Verbandsliga Niederrhein gelang. Aus dieser stieg die Mannschaft 1958 ab und musste Anfang der 1960er Jahre lange gegen den Abstieg kämpfen. Erst 1964 wurden die „Löwen“ wieder Vizemeister der Landesliga hinter Schwarz-Weiß Alstaden. Eine weitere Vizemeisterschaft gelang drei Jahre später, dieses Mal hinter dem BV Altenessen 06.

Während der Saison 1967/68 kämpften die Styrumer erneut gegen den Abstieg aus der Landesliga. Der aus Essen stammende Antennennbauunternehmer Albert Becker übernahm daraufhin das Traineramt und musste zunächst eine 1:5-Niederlage im Derby gegen Speldorf hinnehmen. Unter Beckers Führung holte die Mannschaft aus den verbleibenden sechs Spielen noch die nötigen Punkte zum Klassenerhalt.[2] In den folgenden Jahren erlebte die Mannschaft einen sportlichen Aufschwung, der im Jahre 1971 zur Meisterschaft in der Landesliga führte. Mit einer punktuell verstärkten Mannschaft gehörten die Styrumer in der Verbandsligasaison 1971/72 schnell zu den Spitzenteams und feierte nach einem 2:1-Sieg vor 3.000 Zuschauern gegen Union Ohligs die Niederrheinmeisterschaft.

Es folgte die Aufstiegsrunde zur Regionalliga West, wo der FCM auf den Bonner SC, die Sportfreunde Siegen und den STV Horst-Emscher traf. Mit einem 3:1 über Horst-Emscher am vorletzten Spieltag wurde der Aufstieg perfekt gemacht. Im Gegensatz zu anderen Emporkömmlingen setzte man in Styrum auf eine gewachsene Mannschaft, die nur punktuell verstärkt wurde. Trainer Becker wechselte zur Saison 1972/73 zum SSVg Velbert. Bei der Vertragsunterschrift in Velbert Anfang 1972 habe er noch nicht ahnen können, dass seine Mannschaft den Durchmarsch in die Regionalliga schaffen würde.[2]

Das Mülheimer Fußballwunder (1972 bis 1976)[Bearbeiten]

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga verließ der Verein den Platz an der Moritzstraße, da dieser wegen seiner Aschenoberfläche nicht in der Regionalliga genutzt werden durfte. Die „Styrumer Löwen“ spielten von nun an im Jahnstadion. Auch im neuen Stadion behielt die Mannschaft ihre Heimstärke und erreichte in der Saison 1972/73 den achten Platz. Der einzige große Rückschlag war eine 1:10-Niederlage bei Rot-Weiss Essen. Zur folgenden Spielzeit kehrte Albert Becker zurück und führte seine Mannschaft nach holprigem Start zu neuen Erfolgen.

Mit 32:2 Punkten waren die Styrumer die beste Heimmannschaft und mit 27:7 Punkten das beste Team der Rückrunde. Trotz des vierten Platz verpasste die Mannschaft zunächst die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga, da die Mannschaft in der maßgeblichen Fünfjahreswertung nur den elften Platz belegten. Doch die Mülheimer hatten Glück: Tennis Borussia Berlin schaffte den Aufstieg in die Bundesliga und da der Dritte der Regionalliga Berlin Blau-Weiß 90 Berlin auf das Nachrücken verzichtete wurde der FCM doch noch in die 2. Bundesliga aufgenommen.[1]

Gleichzeitig wurde der Name Styrum immer öfter weggelassen und ab 1975 nannte sich der Verein schlicht 1. FC Mülheim. Von der Stadt Mülheim erhielt der Club ein zinsloses Darlehen in Höhe von 160.000 Mark. Trainer Albert Becker verließ im Sommer 1974 erneut den FCM, da der Vereinsvorstand Horst Witzler das Traineramt übergab und Becker künftig nur noch Co-Trainer sein sollte.[2] Während der Saison 1974/75 gerieten die Mülheimer nie in ernsthafte Abstiegsgefahr und wurden am Saisonende Elfter.

Doch der Verein geriet in finanzielle Schwierigkeiten und musste im Sommer 1975 zahlreiche Leistungsträger abgeben. Dafür sorgte der Verein mit der Verpflichtung des Torhüters Manfred Manglitz, der in den Bundesliga-Skandal verwickelt war, für Aufsehen.[1] Sportlich kämpften die Mülheimer gegen den Abstieg. Trotz eines 5:1-Sieges am letzten Spieltag gegen Arminia Bielefeld wurde der Klassenerhalt verpasst, da Konkurrent Bayer 04 Leverkusen gleichzeitig mit 3:2 bei der SG Wattenscheid 09 gewann.

Niedergang (seit 1976)[Bearbeiten]

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga stand der mit 1,6 Millionen Mark verschuldete Verein vor dem Aus. Präsident Haustein trat zurück und das Amtsgericht musste einen Notvorstand installieren. Lange Zeit war unklar, ob der Verein überhaupt in der Saison 1976/77 in der Verbandsliga antreten würde.Schließlich wurde doch eine Mannschaft gemeldet, die mit 9:55 Punkten abgeschlagener Letzter wurde und in die Landesliga abstieg. Das zwischenzeitlich eingeitete Insolvenzverfahren endete mit einem Vergleich, bei dem die Gläubiger mit einem Prozent ihrer Forderung zufriedengeben mussten.[2]

Anschließend kehrte Albert Becker erneut nach Mülheim zurück und führte die Mannschaft 1979 zurück in die nunmehr viertklassige Verbandsliga. Zwei Jahre später wurden die „Styrumer Löwen“ mit drei Punkten Rückstand auf den VfB Bottrop Vizemeister, ehe es 1985 erneut in die Landesliga zurückging. Zehn Jahre später folgte der Abstieg in die Bezirksliga, bevor der Verein in der Saison 1996/97 noch einmal in die Landesliga zurückkehrte. Im Jahre 2001 stiegen die Styrumer in die achtklassige Kreisliga A ab und erreichten von 2007 bis 2011 noch einmal die Bezirksliga. Seitdem spielt der Verein wieder in der Kreisliga A.

Stadion[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren trug der Verein während seiner Zugehörigkeit zum bezahlten Fußball (zwei Jahre Regionalliga und zwei Jahre 2. Bundesliga) seine Heimspiele im städtischen Ruhrstadion aus. Die erfolgreichen Jahre der Aufstiege (1970/71 Meister der Landesliga, 1971/72 Meister der Verbandsliga) wurden noch auf der Anlage an der Moritzstraße ausgetragen. Mit Beginn der Qualifikationsrunde zur Regionalliga West wechselte man dann zum Ruhrstadion.

Erfolge[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON-Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 334.
  2. a b c d e  Ralf Piorr (Hrsg.): Der Pott ist rund – Das Lexikon des Revier-Fußballs: Die Vereine. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 3-89861-356-9, S. 217.
  3. Manfred Weides: Chronik. 1. FC Mülheim-Styrum, abgerufen am 23. Dezember 2013.
  4.  Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952 – 1958. Hövelhof 2012, S. 33.

Weblinks[Bearbeiten]