1. FC Union Solingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
1. FC Union Solingen
Vereinswappen
Voller Name 1. Fußball-Club Union
Solingen 97 e.V.
Ort Solingen
Gegründet 21. Mai 1990
Aufgelöst 2012
Vereinsfarben blau-gelb
Stadion Stadion am Hermann-Löns-Weg
Höchste Liga Oberliga Nordrhein
Erfolge Niederrheinmeister 1994
Heim
Vorlage:Infobox Historischer Fußballverein/Wartung/NurHeim

Der 1. FC Union Solingen war ein Fußballverein aus Solingen. Der Verein wurde im Jahre 1990 als Nachfolgeverein der konkursbedingt aufgelösten SG Union Solingen gegründet und spielte sieben Jahre lang in der damals viertklassigen Oberliga Nordrhein. Im Jahre 2012 wurde der 1. FC Union Solingen nach einem Insolvenzverfahren aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgängerverein SG Union Solingen[Bearbeiten]

Union Ohligs.gif
Union Solingen SG.gif
Vereinslogos der Vorgängervereine

Die SG Union Solingen entstand am 24. Juli 1974 durch die Fusion des OSC Solingen - dieser Verein hieß bis April 1974 Union Ohligs - und des VfL Solingen-Wald. Unter diesem Namen gelang im Jahre 1975 der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Sechs Jahre später qualifizierte sich die SG Union für die eingleisige 2. Bundesliga. In der Saison 1983/84 erreichten die Solinger mit dem fünften Tabellenplatz ihren sportlichen Zenit. Ein Jahr später erreichte die Mannschaft im DFB-Pokal das Viertelfinale, wo sie mit 1:2 an Borussia Mönchengladbach scheiterte. Im Jahre 1989 stieg die SG Union aus der 2. Bundesliga ab und wurde ein Jahr später in die Verbandsliga durchgereicht. Gleichzeitig musste der Verein Konkurs anmelden und wurde aufgelöst.

Fahrstuhljahre (1990 bis 2007)[Bearbeiten]

Als Nachfolgeverein wurde am 21. Mai 1990 der 1. FC Union Solingen gegründet. Obwohl es sich um eine Neugründung handelte konnte die erste Mannschaft in der Saison 1990/91 in der Verbandsliga Niederrhein starten. Im Jahre 1994 gewann Union die Meisterschaft und stieg in die damals viertklassige Oberliga Nordrhein auf. Trotz einer 0:7-Niederlage bei Meister Rot-Weiß Oberhausen konnte die Klasse knapp gehalten werden. Als Drittletzter der Saison 1995/96 mussten die Solinger wieder zurück in die Verbandsliga.

In der Verbandsliga musste Union erneut gegen den Abstieg kämpfen. Im Jahre 1998 folgte der Abstieg in die Landesliga, wobei die Solinger nach dem freiwilligen Rückzug des FC Zons nur aufgrund des schlechteren Torverhältnis gegenüber dem VfB Speldorf den Kürzeren zogen. Ein Jahr später musste der Verein in ein Insolvenzverfahren. Nach dem erfolgreichen Abschluss gelang in der Saison 1999/2000 der Wiederaufstieg. Als Vizemeister hinter dem FC Kray setzten sich die Solinger in der Aufstiegsrunde durch. 8.500 Zuschauer sahen das entscheidende Spiel gegen TuRU Düsseldorf.[1]

Zwei Jahre später wurde Union mit einem Punkt Vorsprung auf den SV Straelen Verbandsligameister und kehrte in die Oberliga Nordrhein zurück. Dort kämpfte die Mannschaft zunächst gegen den Abstieg und musste in der Aufstiegssaison eine 1:8-Niederlage beim Wuppertaler SV hinnehmen. Sportlicher Höhepunkt der Ära war der achte Platz in der Saison 2004/05. Ein Jahr später konnte Union nur dank des besseren Torverhältnis gegenüber dem FC Junkersdorf die Klasse halten. Am 22. Februar 2007 musste der Verein Insolvenz beantragen, konnte den Antrag aber im Mai 2007 zurückziehen. Dennoch stieg die Mannschaft als Vorletzter ab.

Niedergang (2007 bis 2012)[Bearbeiten]

In der Saison 2008/09 kämpfte die Mannschaft aussichtsreich um die Meisterschaft der Niederrheinliga. Im März 2009 wurde der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Brdarić für das Amt des sportlichen Leiters verpflichtet. Nachdem es in der Folgezeit zwischen dem Trainer Frank Zilles und dem Vorstand sowie der sportlichen Leitung immer wieder zu Konflikten kam, reagierte der Union-Vorstand am 12. Mai 2009 und beurlaubte Frank Zilles und sein Team mit sofortiger Wirkung. Bereits am selben Abend übernahm Brdarić als Interimstrainer das Training. Zeitgleich wurde der ehemalige bosnische Nationaltrainer Enver Ališić als Co-Trainer installiert. Am Saisonende wurde Union mit drei Punkten Rückstand auf den VfB Speldorf Vizemeister. Gleichzeitig verließen Geschäftsführer Christian Deutzmann, Enver Ališić und schließlich auch Thomas Brdarić den Verein.

In der folgenden Spielzeit 2009/10 stiegen die Solinger als abgeschlagener Tabellenletzter in die Landesliga ab. Am 29. Juni 2010 wurde erneut ein Antrag auf ein Insolvenzverfahren eingeleitet und die Mannschaft aus der Landesliga zurückgezogen. Der Restvorstand des Vereins trat im Anschluss daran zurück. Zwischenzeitlich war ein Übertritt von Teilen der ersten Mannschaft zum Bezirksligisten BSC Aufderhöhe und eine Umbenennung dieses Vereins in BSC Union Solingen im Gespräch.[2] Nach einem Jahr Abstinenz im Herrenfußball nahm die Seniorenabteilung des 1. FC Union den Spielbetrieb in der Bezirksliga Niederrhein 2 wieder auf und stieg als Tabellenletzter ab. Im Jahre 2012 endete das Insolvenzverfahren und der 1. FC Union wurde aufgelöst.

Erbfolgekonflikt[Bearbeiten]

Seit 2010 streiten die Vereine OFC Solingen und BSC Union Solingen darum, wer der legitime Nachfolgeverein des 1. FC Union Solingens ist. Der Vorgang ist vergleichbar mit den Leipziger Vereinen BSG Chemie Leipzig und SG Sachsen Leipzig, die sich als Nachfolgevereine des aufgelösten FC Sachsen Leipzig sehen. Auf Seiten des BSC Union wird der OFC ignoriert. Andersherum wird der BSC Union vom OFC-Umfeld weiterhin als BSC Aufderhöhe bezeichnet.[3]

Nachdem gegen den 1. FC Union Solingen im Jahre 2010 das Insolvenzverfahren beantragt wurde, gründeten ehemalige Vorstandsmitglieder, Sponsoren und Fans den OFC Solingen, um der Jugendabteilung eine Perspektive zu geben.[4] Der Großteil der Union-Anhänger sowie der Nachwuchsspieler schlossen sich dem neuen Verein an.[3] In der Saison 2011/12 startete der OFC in der Kreisliga C und schaffte auf Anhieb den Aufstieg. Zwei Jahre später wurden die Ohligser Vizemeister der Kreisliga B.

Eine Gruppe um den ehemaligen Jugendleiter des 1. FC Union, André Altmann, glaubte jedoch an eine Rettung des Vereins. Altmann setzte sich für den Zusammenschluss mit dem in der Kreisliga A spielenden BSC Aufderhöhe ein, der im April 2012 vollzogen wurde.[5] Auf der Gläubigerversammlung am 15. Juni wurde dem Verkauf der Namensrechte der Union an den BSC Aufderhöhe zugestimmt, welcher sich daraufhin in BSC Union Solingen umbenannte.[6] Obwohl der 1. FC Union zu diesem Zeitpunkt nicht mehr existierte, bewertet Altmann den Vorgang als Fusion.[3] Im Jahre 2014 stieg der BSC Union in die Bezirksliga auf.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Meister Verbandsliga Niederrhein: 1994, 2002
  • Meister Landesliga Niederrhein: 2000

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stadion am Hermann-Löns-Weg

Der 1. FC Union Solingen trug seine Heimspiele im 1929 erbauten Stadion am Hermann-Löns-Weg aus. Das in den Jahren 1950 und 1985 renovierte reine Fußballstadion bietet Platz für etwa 16.000 Zuschauer. Im Juni 2006 wurde die Kapazität des Stadions auf 5.000 Zuschauer begrenzt, da eine städtische Begehung erhebliche Verstöße gegen die Versammlungsstättenverordnung zutage brachte. Im Jahr 2009 wurde die 1985 erbaute Flutlichtanlage stillgelegt, da ein nötiges Notstromaggregat aus Kostengründen nicht von der Stadt Solingen erneuert wurde.

Weitere Renovierungsmaßnahmen im Stadion, die im Jahr 2009 hätten ausgeführt werden sollen, wurden von der Stadt ebenfalls aus Kostengründen gestrichen. Das Stadion soll im Jahre 2014 abgerissen werden. Auf der Fläche sollen Wohnungen gebaut werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tim Röhn: Abschied von der ersten großen Fußball-Liebe. Die Welt, abgerufen am 10. Oktober 2014.
  2. Aus nach drei Tagen für den BSC Union 2010. Solinger Tageblatt, abgerufen am 16. August 2013.
  3. a b c Tim Röhn: „Wir gegen Uns“. In: 11 Freunde #131, Seite 46
  4. OFC Solingen gegründet. Rheinische Post, abgerufen am 16. August 2013.
  5. Michael Tesch: Aus Union und BSC wird BSC Union Solingen. Rheinische Post, abgerufen am 16. August 2013.
  6. Gläubigerversammlung genehmigt Namenskauf. Rheinische Post, abgerufen am 16. August 2013.
  7. Martin Oberpriller: Das Stadion im Abseits. Rheinische Post, abgerufen am 16. August 2013.