Die 1. Fallschirm-Armee / Fallschirmarmeeoberkommando 1 (FschAOK 1) war ein Großverband des Heeres der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Oberkommando jeweils wechselnder Armeekorps sowie zahlreicher Spezialtruppen und ging aus dem XI. Fliegerkorps hervor.
Mit der Aufstellung der 1. Fallschirm-Armee wurde auf einen Befehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring vom 5. November 1943 zur Aufstellung eines Armeeoberkommandos mit zwei Fallschirm-Korps bis zum April 1944 begonnen. Mit der Durchführung wurde das Generalkommando XI. Fliegerkorps unter General der Fallschirmtruppe Kurt Student beauftragt, das für die Führung, Ausbildung und Ergänzung der Fallschirmtruppe der Luftwaffe zuständig war und zuvor unter anderem in der Luftlandeschlacht um Kreta eingesetzt worden war. Die beiden Fallschirmkorps wurden im Januar 1944 in Italien bzw. Frankreich aus dem von der Ostfront abgezogenen II. Luftwaffen-Feldkorps und dem XIII. Fliegerkorps aufgestellt. Am 3. April 1944 erfolgte in Nancy die Umwandlung des Generalkommandos XI. Fliegerkorps in das Fallschirm-AOK 1, das unter den Befehl der Heeresgruppe D/Oberbefehlshaber West gestellt wurde. Zu der geplanten Unterstellung des I. Fallschirm-Korps kam es nicht, da dieses in Italien gebunden war.
Nach der Landung der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 wurde die 1. Fallschirm-Armee direkt dem OKW unterstellt und setzte ihre Ausbildungstätigkeit fort. Ihren ersten Gefechtseinsatz erlebte die Armee nach dem Durchbruch der Alliierten in Frankreich am 4. September 1944 am Albert-Kanal in Belgien im Verband der Heeresgruppe B. Im Zuge der Operation Market Garden wurde sie zur Maas und zum Waal im östlichen Holland zurückgedrängt. Der Armee unterstanden zu dieser Zeit neben dem II. Fallschirm-Korps auch ein Heeres- und zwei SS-Korps. Im November 1944 übernahm Generaloberst Student die aus der 1. Fallschirm-Armee und der 15. Armee gebildete Heeresgruppe H und wurde bei der 1. Fallschirm-Armee durch General der Fallschirmtruppe Alfred Schlemm ersetzt.
Im Verlauf der Schlacht im Reichswald im Februar 1945 gelang den Alliierten der Vormarsch bis zum Niederrhein, wo die 1. Fallschirm-Armee in den deutschen Brückenkopf bei Wesel zurückgedrängt wurde. Am 10. März zog die Armee sich mit den restlichen deutschen Verbänden auf das rechte Rheinufer zurück und erhielt dort das Gebiet zwischen Emmerich und Krefeld als Verteidigungsabschnitt zugewiesen.[1] Am 21. März, zwei Tage bevor die Alliierten in der Operation Plunder über den Rhein vorstießen, wurde General Schlemm bei einem Fliegerangriff in Erle verletzt und aufgrund einer Fiebererkrankung am 28. März durch General Günther Blumentritt ersetzt.[2] Dieser gab sein Amt wenig später wieder an Generaloberst Student ab. Ab April 1945 unterstand die 1. Fallschirm-Armee dem Oberbefehlshaber Nordwest, wenig später kapitulierte sie unter ihrem letzten Oberbefehlshaber General der Infanterie Erich Straube vor den alliierten Truppen in Oldenburg.
Chefs des Generalstabs der 1. Fallschirm-Armee:
| Dienstzeit |
Dienstgrad |
Name |
| 1. Mai 1944 – 20. August 1944 |
Generalleutnant |
Dipl. Ing. Wolfgang Erdmann |
| 15. September 1944 – November 1944 |
Oberst |
Walter Reinhard |
| November 1944 – 8. Mai 1945 |
Oberst |
Ernst Kusserow |
Generalstabsoffiziere (Ia) der 1. Fallschirm-Armee:
| Dienstzeit |
Dienstgrad |
Name |
| unbekannt |
Oberstleutnant |
Berlin |
| 17. Januar 1945 – 8. Mai 1945 |
Major |
Arnold von Roon |
- Höherer Artilleriekommandeur der Fallschirm-Armee 1
- Fallschirm-Armee-Nachrichten-Regiment 1
- Fallschirmarmee-Nachschubtruppen 1
- Fallschirm-Jäger-Lehr-Regiment 21
- Fallschirm-Panzer-Regiment 1
- Fallschirm-Radfahr-Bataillon 1
- Fallschirm-Sturmgeschütz-Brigade 21
- schwere Werfer-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
- Fallschirm-Pionier-Regiment 1
- Kranken-Transport-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
- Transport-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
- Fallschirm-Armee-Waffenschule 21
- Sturm-Bataillon der Fallschirm-Armee
- Feldersatz-Regiment der Fallschirm-Armee
- Genesenden-Bataillon der Fallschirm-Armee 1
[Bearbeiten] Unterstellte Armeekorps und Divisionen
- September 1944
- Februar 1945
- II. Fallschirm-Armeekorps
- LXXXVI. Armeekorps
- XXXXVII. Armeekorps
- LXIII. Armeekorps
- Panzer-Lehr-Division
- April 1945
- LXXXVI. Armeekorps
- II. Fallschirm- Armeekorps
[Bearbeiten] Anmerkungen und Einzelnachweise
- ↑ Günter Wegmann: Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. 2000, S. 11.
- ↑ Günter Wegmann: Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. 2000, S. 20.
- ↑ ständiger Vertreter vom 1. März 1944 – 15. November 1944 war Generalleutnant Walter Lackner
- Günter Wegmann: Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. 2. erweiterte Auflage, H. Th. Wenner, Osnabrück 2000, ISBN 3-87898-367-0.