1. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 74

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1. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 74
Aktiv 26. September 1866 bis Januar 1919
Land Königreich Preußen
Truppengattung Infanterie
Typ Infanterieregiment
Unterstellung X. Armee-Korps
Historische Stationierungsorte Hannover
Soldaten des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 74 exerzieren um 1898 auf dem Welfenplatz in Hannover

Das 1. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 74 war ein Infanterieregiment der Preußischen Armee, das in Hannover stationiert war.

Organisation[Bearbeiten]

Unterstellung[Bearbeiten]

Kommandeure[Bearbeiten]

„Oberleutnant Oesterreich vor seiner 3. Kompanie des Inf.-Rgts. 74 [...]“
  • 1866 Oberstleutnant von Pannwitz
  • 1870 Oberstleutnant/Oberst Hermann von Kameke
  • 1871 Oberst von Wunsch
  • 1875 Oberstleutnant von Lattre
  • 1878 Oberstleutnant von Sommerfeld
  • 1883 Oberstleutnant von Mertens
  • 1888 Oberstleutnant von Kalbacher
  • 1890 Oberst von Trotha
  • 1892 Oberst von Neree
  • 1893 Oberst von Lübbers
  • 1893 Oberst Stein von Kamienski
  • 1900–04 Oberst von Woedtke
  • 1904–07 Oberst von Kathen
  • 1907–10 Oberst von Worgitzky
  • 1910–13 Oberst von Lindequist
  • 1913/14 Oberst Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe (gefallen bei Lüttich)
  • 1914 Oberst von Düring (gefallen bei Presles)
  • 1914 Oberstleutnant Bracht
  • 1915/16 Oberstleutnant Hans von Dewall
  • 1917/18 Oberst von Wittich
  • 1918 Oberst Hans von Dewall
  • 1918 Major Funck

Regimentschefs[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Regiment stand in der Tradition von Infanterieeinheiten, die 1813 im Umland Hannovers in den Standorten Celle, Einbeck, Hildesheim, Northeim, Peine und Salzgitter aufgestellt worden waren und an den Schlachten bei Waterloo und Langensalza teilgenommen hatten.

Am 26. September 1866 wurde das Infanterieregiment Nr. 74 zunächst aus Resten dieser Truppen aufgestellt und mit Kompanien verschiedener ostpreußischer Regimenter aufgestockt. Formierungsort war Danzig, erster Standort Köln. Die Truppenaushebung erfolgte ab 1867 im Raum Hannover. Ab 1871 war das Regiment als Teil der Besatzungstruppen in Nancy stationiert. Seit 1873 war das Regiment in Hannover stationiert.

Dort hatte es sich zum Ende des Deutschen Kaiserreichs „[…] eingebürgert, daß das [… Regiment …] bei jedem Ausrücken zu Übungszwecken an […] Paul von Hindenburgs Wohnung mit Pauken und Trompeten "in klingendem Zuge" vorbeidefilierte.“[1]

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Das Regiment nahm an folgenden Schlachten im Deutsch-Französischer Krieg teil:

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

„Antreten der 3. Kompanie des Inf.-Rgts. auf dem Kasernenhofe vor dem Abrücken ins Feld am 1. Mobilmachungstage, 2. August 1914“
„Die Volksmenge auf dem Welfenplatz [... und] das aus der Kaserne marschierende 1. Bataillon [...]“

Der Ausmarsch des Regiments in den Ersten Weltkrieg erfolgte vom Welfenplatz aus. Jubelnd sang dazu die Bevölkerung das Deutschlandlied.

Es kämpfte während des Ersten Weltkrieges überwiegend an der Westfront, im Sommer 1915 und 1916 auch einige Monate an der Ostfront und nahm an folgenden Kampfhandlungen teil:

Im Kriegsverlauf fielen rund 3100 Mann dieses Regiments.

Verbleib[Bearbeiten]

Nach Kriegsende marschierten die Reste des Regiments in die Heimat zurück, wo die Truppe ab 26. Dezember 1918 in Hannover zunächst demobilisiert und im Januar 1919 schließlich aufgelöst wurde. Aus Teilen bildeten sich verschiedene Freiwilligeneinheiten.[2]

Die Tradition übernahm in der Reichswehr die 6. Kompanie des 16. Infanterie-Regiments.

1925 wurde auf dem Welfenplatz ein von Hans Dammann erschaffenes Ehrenmal errichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • zur Nedden: Geschichte des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 74 und des vormaligen Königlich Hannoverschen 3. Infanterie-Regiments, (1866 bis 1903). Verlag E. S. Mittler & Sohn. Berlin 1903.
  • Kurt Gabriel (Hrsg.): Das 1. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 74 im Weltkriege. Selbstverlag der kameradschaftlichen Vereinigungen des ehemaligen 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 74. Druckerei Willy Hahn. Hannover 1931.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Detlef H.O. Kopmann: Die Wedekindstraße - Vom Villenviertel zur Durchgangsstraße, in: Oststadt Journal. Ausgabe Februar 2007. online auf der Seite hannover-oststadt.de. hrsg. von Eckhard von Knorre, Achim Sohns, Uwe Brennenstuhl (Stadtteil-Informationssystem Hannover-Oststadt), zuletzt abgerufen am 25. Februar 2013.
  2. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914-1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007. ISBN 978-3-902526-14-4. S. 135-136.