100-Hz-Technik
Der Begriff 100-Hz-Technik findet bei Fernsehgeräten für zwei völlig unterschiedliche Methoden der Videoverarbeitung Verwendung.
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Bei Fernsehgeräten mit Röhrenbildschirm [Bearbeiten]
Bei Fernsehgeräten mit Kathodenstrahlbildröhre dient die Technik zur Erzeugung eines flimmerfreien Bildes. Hierbei wird das mit einer (Halb-)Bildwechselfrequenz von 50 Hz ausgestrahlte Videosignal im Gerät in RAM-Bausteinen zwischengespeichert und mit doppelter Frequenz (100 Hz) wiedergegeben.
Im europäischen Fernseh-Standard (PAL) wird 25 mal in der Sekunde ein neues Bild übertragen; die Bildwechselfrequenz beträgt daher 25 Bilder/Sekunde. Zur Verringerung des hierbei auftretenden Flimmereffektes wurde weltweit bis 2008 das Ende der 1920er Jahre von dem Telefunken-Mitarbeiter Fritz Schröter entwickelte Zeilensprungverfahren angewendet, bei dem pro Sekunde 50 Halbbilder aus geraden und ungeraden Zeilen übertragen werden. Nachteilig dabei ist, dass das menschliche Auge besonders an waagerechten Linien oder schnell waagerecht bewegten Objekten (z. B. bei Sportsendungen) bei dieser Frequenz immer noch ein geringes Flimmern wahrnimmt, das erst ab 80 Hertz verschwindet.
Das Bild eines 100-Hz-Gerätes wird daher als ruhiger empfunden, allerdings können bei schlechter Implementation des notwendigen Deinterlacing auch Bildfehler wie ruckelnde Bewegungen, Bildzittern oder unscharfe Konturen entstehen, besonders bei schnell bewegten Bildern.
Linear [Bearbeiten]
Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, entwickelten die Gerätehersteller zunächst lineare Interpolationsverfahren zwischen den Vollbildern, die vor allem bei homogenen Veränderungen des gesamten Bildes (Kameraschwenks) den Bildeindruck verbesserten. Hierbei werden die zusätzlich eingefügten Vollbilder dem jeweils vorausgegangenen und dem nachfolgenden Vollbild zu gleichen Teilen angepasst.
Intelligent [Bearbeiten]
Etwa seit dem Jahr 2000 werden für die Interpolation auch intelligente Algorithmen zur dynamischen, lokalen Bewegungserkennung angeboten (z. B. „Digital Natural Motion“ (Philips), „Digital Motion Mastering“ (Loewe)). Bei diesem Verfahren werden Bewegungsmuster im Bildinhalt einigermaßen zuverlässig erkannt und für die Zwischenbildberechnung zugrundegelegt.
Bei Flachbildschirmen (LCD-Fernseher) [Bearbeiten]
Bei Fernsehgeräten mit Flachbildschirmen in Flüssigkristalltechnologie wird der Begriff für eine Technik zur Reduzierung der Bewegungsunschärfe verwendet. Siehe hierzu Motion Interpolation.
Siehe auch [Bearbeiten]
Die 100-Hz-Technik ist nicht mit Linedoubling oder Progressive Scan zu verwechseln. Auch bei der 100-Hz-Technik wird das Zeilensprungverfahren angewendet.