121. Infanterie-Division (Wehrmacht)

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121. Infanterie-Division
Aktiv 5. Oktober 1940 bis Mai 1945
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Gliederung
Stärke 15.000 Soll
Aufstellungsort Truppenübungsplatz Munsterlager
Spitzname Adlerschild-Division
Zweiter Weltkrieg Leningrader Blockade, Schlacht am Wolchow, Dritte Ladoga-Schlacht, Kurland-Kessel
Kommandeure
Liste der Kommandeure

Die 121. Infanterie-Division war ein militärischer Großverband der Wehrmacht.

Divisionsgeschichte[Bearbeiten]

Die 121. ID wurde als Division der 11. Aufstellungswelle im Oktober 1940 aus Teileinheiten der 1. und 21. Infanterie-Division auf dem Truppenübungsplatz Munsterlager bei Munster in der Lüneburger Heide aufgestellt. Für die Vorbereitung auf die Operation Barbarossa marschierte die Division nach Ostpreußen und wurde der Heeresgruppe Nord und der 16. Armee unterstellt. Das erste Ziel der Division lautete die Eroberung der Stadt Dünaburg[1] im sowjetisch besetzten Lettland, welches Ende Juli 1941 erreicht wurde. Im Winter 1941/1942 nahm die 121. ID an der Belagerung Leningrads teil. Vom Mai 1942 bis Februar 1944 kämpfte die Division fast ununterbrochen an der Wolchow-Stellung. Im Frühjahr 1944 musste die Heeresgruppe Nord dem Druck der Roten Armee weichen und die 121. ID zog sich über Luga, Pleskau und Liviand nach Ostpreußen zurück. Im März 1944 erfolgte eine Auffrischung durch die Schatten-Division Mielau. Die 121. ID wurde im Mai 1945 im Kurland-Kessel vernichtet, die Überlebenden gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.[2]

Personen[Bearbeiten]

Kommandeure[Bearbeiten]

Dienstzeit Dienstgrad Name[3]
5. Oktober 1940 bis 5. Mai 1941 Generalmajor/Generalleutnant Curt Jahn
6. Mai bis 3. Juli 1941 Generalmajor/Generalleutnant Otto Lancelle
8. Juli 1941 bis 11. November 1942 General der Artillerie Martin Wandel
11. November 1942 bis März 1944 General der Infanterie Hellmuth Prieß
März bis 1. Juni 1944 Generalmajor Ernst Pauer von Arlau
1. bis 27. Juni 1944 Generalleutnant Rudolf Bamler
27. Juni bis 10. Juli 1944 General der Infanterie Hellmuth Prieß
10. Juli bis 1. August 1944 Generalleutnant Theodor Busse
1. August 1944 bis 28. April 1945 Generalleutnant Werner Ranck
29. April bis 8. Mai 1945 Generalmajor Ottomar Hansen (mit der Führung beauftragt)

Generalstabsoffiziere (Ia)[Bearbeiten]

Dienstzeit Dienstgrad Name
5. Oktober 1940 bis 16. Januar 1942 Major Kurt Brandstädter
16. Januar 1942 bis 10. Dezember 1943 Major Henning Eppendorff
10. Dezember 1943 bis 20. September 1944 Major Fritz Hoefer
September 1944 bis Mai 1945 Oberstleutnant Dietmar Eckert

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

  • Infanterie-Regiment 405
  • Infanterie-Regiment 407
  • Infanterie-Regiment 408
  • Artillerie-Regiment 121
  • Pionier-Bataillon 121
  • Feldersatz-Bataillon 121
  • Panzerjäger-Abteilung 121
  • Aufklärungs-Abteilung 121
  • Nachrichten-Abteilung 121
  • Nachschubstruppen 121

Literatur[Bearbeiten]

  •  Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6. Die Landstreitkräfte 71 – 130. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1172-2.; S. 286 f.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. das heutige Daugavpils
  2. Vgl. Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 6. Die Landstreitkräfte 71 – 130. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Bissendorf 1979, ISBN 3-7648-1172-2.; S. 286f.
  3. Andris J. Kursietis: The Wehrmacht at War 1939–1945. The Units and Commanders of the German Ground Forces during World War II. Aspekt 1999. ISBN 90-75323-38-7. S. 136–137