13 Tzameti
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | 13 Tzameti |
| Originaltitel | 13 Tzameti |
| Produktionsland | Frankreich, Georgien[1] |
| Originalsprache | Französisch, Georgisch, Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2005 |
| Länge | 86 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 18 |
| Stab | |
| Regie | Géla Babluani |
| Drehbuch | Géla Babluani |
| Produktion | Géla Babluani, Bruno Daniault, Jean-Marie Delbary, Fanny Saadi |
| Musik | The Troublemakers |
| Kamera | Tariel Meliava |
| Schnitt | Noémie Moreau |
| Besetzung | |
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13 Tzameti ist ein französisch-georgischer Film aus dem Jahr 2005 von Regisseur Géla Babluani. Der Film gehört zur Gattung „Film noir“ und ist ein Thriller.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Der junge georgische Einwanderer Sèbastien belauscht während Dacharbeiten bei Jean-François Godon ein Gespräch über einen Brief, in dem es um eine große Summe Geld gehen soll. Nach dem unerwarteten Tod Godons gelingt es ihm, den Brief zu stehlen, welcher ein Zugticket nach Paris sowie eine Quittung über ein bezahltes Hotelzimmer enthält. In dem Hotelzimmer angekommen, erhält Sèbastien, der sich noch als Monsieur Godon ausgibt, einen Anruf, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er sich am nächsten Morgen zu einem Schließfach zu begeben habe, das ein weiteres Zugticket und neue Instruktionen bereithalte. Tags darauf findet er darüber hinaus ein mit der Zahl 13 bedrucktes Schild und 100 Euro, die er, am Zielbahnhof angekommen, für ein Taxi benötigt, mit dem er zum Treffpunkt gelangt. Als die Polizei, die ihn bis zu diesem Zeitpunkt verfolgt hatte, auf Hinweis des Taxifahrers am Treffpunkt ankommt, ist Sèbastien bereits von einem Fahrer, gegenüber dem er sich mit dem Schild identifiziert hat, abgeholt worden und seine Spur ist für die Polizisten vorerst verloren.
Sèbastien gelangt schließlich zu einem Waldhaus, wo er auf eine Gesellschaft trifft, die eine Art Russisches Roulette veranstaltet. Hier erst wird dem Sender des Briefes, der Monsieur Godon als Spieler erwartet hatte, Sèbastiens wahre Identität bekannt. An dessen Stelle getreten, steht es ihm von nun an nicht mehr frei nicht an dem Spiel teilzunehmen. Sèbastien und 12 weitere Männer bekommen jeweils einen Revolver mit einer Kugel und müssen sich in einem Kreis aufstellen. Sie bekommen die Anweisung, jeweils auf den vor ihnen stehenden Teilnehmer zu schießen, wobei die Versammelten Wetten auf die einzelnen Teilnehmer abschließen.[2] Sèbastien gelingt es, die einzelnen Runden als einziger zu überleben und seine Konkurrenten zu töten und erhält schließlich, nachdem er seinen letzten Gegner getötet hat, 850.000 € Preisgeld. Da er jedoch Angst hat, die Polizei könne ihn finden, schickt er das Geld nach Hause; kurz darauf wird er festgenommen. Der Polizei kann Sèbastien jedoch glaubhaft versichern, dass er bereits vor Beginn des Wettkampfes abgewiesen wurde und deshalb nicht teilgenommen hat. Die Polizei lässt ihn daraufhin laufen; als Sèbastien jedoch in den Zug nach Hause steigt, erschießt ihn der Bruder seines letzten Gegners; während Sèbastien stirbt, flieht sein Mörder mit Sèbastiens leerer Tasche.
[Bearbeiten] Kritiken
„…Wir versprechen Ihnen jedenfalls einen außergewöhnlichen, extrem bitteren und in der zweiten Hälfte fast unerträglich spannenden Filmgenuss [...] Was er dabei erlebt, sprengt den Rahmen üblicher Survivalthriller. Fazit: Nach einem etwas zähen Start mausert sich dieser wortkarge Thriller zu purem, genialen Spannungskino“
Die Süddeutsche Zeitung bemerkte eine „Spannung zwischen den Kulturen“. Regisseur Géla Babluani würde im Gegensatz zu Eli Roth (Hostel) „einen unterkühlten Psychoterror“ zelebrieren, „in dem es nur feine Schweißperlen auf der Stirn und den stummen Aufschrei angstvoll geweiteter Augen gibt.“ Die Horrorvilla erinnere an die Anstalten aus Einer flog über das Kuckucksnest oder Schock-Korridor. Hervorgehoben wurden die markanten Gesichter der Darsteller sowie die Bildsprache, die an „den Fatalismus des amerikanischen film noir mit der existentialistischen Beklemmung der frühen SchwarzWeiß-Filme von Polanski und Pasolini“ heranreichen würden.[4]
Die tageszeitung hob ebenfalls die vertraute Ästhetik der Schwarz-Weiß-Bilder hervor, mit der man unter anderem eher „hübsche Pärchen in Pariser Straßencafés“ verbinden würde („Die Bilder des georgischen Regisseurs haben etwas dezidiert Französisches“). Ebenfalls wurden Bezüge zu Hostel oder der Saw-Reihe gezogen – 13 Tzameti sei „ein fieser, kleiner Terrorfilm, der diese besondere Form von Extrem-Existenzialismus auf eine neue Bewusstseinsebene zu heben versucht - eine Art Sado-Nouvelle-Vague.“ Die suggerierte Ungerührtheit von Bablanis Regiearbeit habe „etwas Unausweichliches, Nihilistisches“, ein modischer Zynismus, der in Hollywood angesagt sei.[5]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Der Film gewann den „World Cinema Jury Prize“ beim Sundance Film Festival im Jahr 2006, sowie zwei Preise (Luigi de Laurentiis Award und Netpac Award) der 62. Internationalen Filmfestspiele von Venedig 2005. Zudem waren die Brüder Babluani jeweils als bester Nachwuchsdarsteller bzw. Debüt-Regisseur für den César 2007 nominiert und gewannen auch beim Transilvania International Film Festival, dem Tbilisi International Film Festival sowie dem Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya.[6]
[Bearbeiten] Hintergrund
In den deutschen Kinos lief der Film in der französischen Originalfassung mit deutschen Untertitel, auf DVD allerdings wurde eine deutsche Synchronisation beigefügt.
Hauptdarsteller George Babluani ist der kleinere Bruder von Regisseur Géla Babluani.
[Bearbeiten] Zitat
Regisseur Gela Babluani über die Idee seines Filmes:
„Immer wieder kommen die selben Erinnerungen aus meiner Kindheit hoch, fixe Bilder, wie Lichtstrahlen, welche die Finsternis durchdringen. Diese Bilder sind immer präsent, verwirrenderweise. Doch wenn ich ihren Ursprung zu finden versuche, nehme ich nur noch eine vages Gefühl von Unschuld war, welches in die Vergangenheit entgleitet. Ich wollte dieses Moment mittels einer Initiationsreise ins Innere einer geschlossenen Gesellschaft einfangen, wo sich Schusslinien und Interessen kreuzen, wo es keinen anderen Ausweg gibt als den kalten Überlebenstrieb.““
– Gela Babluani[7]
[Bearbeiten] Remake
Schon bevor der Film in den Kinos kam, sicherte sich Brad Pitt die Rechte an einer Neuverfilmung. Das Remake mit dem Titel 13 ist jedoch wieder von Géla Babluani im Jahr 2010 veröffentlicht worden.
Der Independent-Film Luck basiert auf der Handlung von 13 Tzameti.[8]
[Bearbeiten] Weblinks
- 13 Tzameti in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- 13 Tzameti in der Online-Filmdatenbank
- Sammlung von Kritiken zu 13 Tzameti bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Offizielle englischsprachige Website zum Film
- Offizielle deutsche Website zum Film
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ 13 Tzameti im Lexikon des Internationalen Films. Abgerufen am 15. Juli 2011
- ↑ Scott Kaniewski: 13 Tzameti Plays Russian Roulette with the Plot. Associated Content, 26. November 2007.
- ↑ Cinema.de: Filmkritik
- ↑ vgl. Sterneborg, Anke: Georgisches Roulette. In: Süddeutsche Zeitung, 13. März 2008, S. 14
- ↑ vgl. Busche, Andreas: Modischer Zynismus. In: die tageszeitung, 13. März 2008, S. 14
- ↑ 13 Tzameti (2005) – Awards
- ↑ http://www.13-tzameti.de/ - INHALT
- ↑ Soham Shah looks for LUCK via 13 TZAMETI?