14. Klavierkonzert (Mozart)

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Das 14. Klavierkonzert in Es-Dur, KV 449, ist ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Nach abweichender Zählung handelt es sich um das 8. Klavierkonzert Mozarts.

Entstehung[Bearbeiten]

Das 14. Klavierkonzert ist das erste Werk, das Wolfgang Amadeus Mozart selbst in sein eigenes Werkverzeichnis eintrug, das er bis zu seinem Todesjahr führte. Am 9. Februar 1784 vollendete Mozart das Konzert und trug es in das Verzeichnis ein. Große Teile des Werkes wurden bereits 1782 geschrieben, als das Konzert noch nicht vollendet wurde. Es ist anzunehmen, dass Mozart die Konzeption dieses Konzertes für zu schwierig für die Kreise hielt, in denen es aufgeführt werden sollte. So schrieb er zunächst die leichtgewichtigeren Konzerte KV 413, 414 und 415. Mit dem 14. Klavierkonzert steht Mozart am Scheideweg von der alten Form zu einem neuen klassischen Begriff des Klavierkonzertes. Ein letztes Mal gibt er an, die Bläser ad libitum zu behandeln. In einem Brief an den Vater berichtet Mozart 1784: "Das ist ein Concert von ganz besonderer Art, und mehr für ein kleines, als großes Orchester geschrieben." Die Begleitung kann also auch mit vier Streichinstrumenten gespielt werden. Mozart schrieb dieses Konzert für seine Schülerin Babette Ployer, die er für talentiert genug hielt, das neue schwierige Werk aufzuführen.

Zur Musik[Bearbeiten]

1. Satz: Allegro vivace[Bearbeiten]

Der Hauptsatz steht, wie sonst nur die die Kopfsätze der Konzerte KV 413 und KV 491, im Tripeltakt. Die lange Orchesterexposition setzt mit einem abfallenden Unisonomotiv der Streicher ein. Eine Besonderheit ist die Mischung verschiedener Themengruppen und der überraschende Einsatz des Seitensatzes in c-Moll. Das zweite Thema erscheint unüblicherweise gleich in der Dominante G-Dur. Das Soloklavier setzt mit einer Variation des ersten Themas ein. Die anschließende Überleitung zum zweiten Thema wirkt fast wie ein eigenständiges drittes Thema. In der unruhigen Durchführung verwendet Mozart ein kleines rhythmisches Motiv aus dem Hauptthema, welches zur treibenden Kraft wird. Dieser Teil ist von teilweise dramatischer Dichte, die auf Beethoven weist. Die sehr motivisch vorgehende Solokadenz behält diese Dramatik bei und verleiht ihr virtuosen Ausdruck.

2. Satz: Andantino[Bearbeiten]

Das ergreifende Andantino ist von großer emotionaler Tiefe und Ausdruckskraft. Die Struktur des Satzes stellt eine einmalige Vermischung von dreiteiliger Variationsform, Rondoform und Sonatensatzform dar. Der Hauptgedanke wird von den Streichern im elegischen Gesang eingeführt. Hieraus entwickeln sich mit dem Soloklavier das vollständige erste Thema und das sich daran anschließende zweite Thema in F-Dur, welches nicht abgeschlossen wird. Im verdichteten Mittelteil entrückt Mozart das Geschehen, im Rahmen einer irreführenden Modulation nach B-Dur, kurzzeitig nach h-Moll. Diese harmonische Überraschung verleiht der Musik einen düsteren und schmerzvollen Charakter. Erst der Wiedereinsatz des tröstenden Hauptthemas in B-Dur führt zu einer harmonischen Beruhigung und lässt den Satz friedlich verklingen.

3. Satz: Allegro ma non troppo[Bearbeiten]

Das Finalrondo beginnt mit einem scherzhaft absteigenden Refrainthema in den Streichern. Das erste Couplet stellt in diesem Rondo das eigenständige zweite Thema dar. Das Soloklavier übernimmt Refrain und Couplet fast wörtlich vom Orchester. Das zweite Couplet führt in dramatischer und nahezu kontrapunktisch verdichteter Art und Weise nach c-Moll. Es schließt sich eine kleine Durchführung des Refrains an. Der innovative Schlussteil ist von einer doppelten Coda mit einem Taktwechsel gekennzeichnet. Die erste Coda führt überraschend zur bis hierin hinausgezögerten Wiederholung des zweiten Couplets. Der Übergang von der ersten zur zweiten Coda führt dann in die harmonische entlegene und äußerst selten verwendete Tonart des-Moll. Die zweite Coda schließt nun im 6/8-Takt an und führt den Satz zu einem freudigen und kurzen Ende.

Stellenwert[Bearbeiten]

Das 14. Klavierkonzert gehört zwar, wie die vorhergehenden Klavierkonzerte KV 413, KV 414 und KV 415, noch zu den frühen Wiener Konzerten, entfernt sich jedoch inhaltlich und formal immer weiter von dieser Schaffensphase und weist auf die zweite Gruppe Wiener Konzerte, welche mit dem 15. Klavierkonzert beginnt. So ist das 14. Klavierkonzert das letzte Werk dieser Gattung, bei welchem die Bläserbegleitung ad libitum ist. Der Weg zum obligaten Accompagnement wird im folgenden Klavierkonzert KV 450 vollendet. Schon in den anderen frühen Wiener Konzerten deutete sich an, dass die Bläserbegleitung kaum noch ad libitum, sondern immer mehr obligat wird. Dieses 1784 komponierte Konzert eröffnet eine Reihe von vier Konzerten, die innerhalb eines halben Jahres verfasst wurden und eine neue Schaffensphase Mozarts einleiten. Mozart gibt wie bei Konzerten KV 413 bis 415 an, dass das Konzert auch a quattro, also nur mit Streichquartettbegleitung aufgeführt werden könnte. Hierin unterscheidet es sich vom groß angelegten Vorgänger KV 415. Dieses Vorgehen ist jedoch für die früheren Konzerte Mozarts durchaus üblich. In diesem Konzert bricht Mozart mehr denn je mit formalen Prinzipien und verdeutlicht somit seine Erhabenheit über vorgegebene Kompositionsbedingungen. Mozart hat die künstlerische Reife erreicht, mit eingefahrenen Schemata zu brechen und die vorhandenen Formprinzipien jeweils neu zu interpretieren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]