155 mm Gun M1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
155 mm Gun M1


M1 Long Tom in Fahrstellung im US Army Ordnance Museum

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: M1 155 mm Long Tom
Herstellerland: Vereinigte Staaten
Entwicklungsjahr: 1930er Jahre
Mannschaft: 14
Technische Daten
Rohrlänge: 6,97 m
Kaliber:

155 mm (6.1 inch)

Kaliberlänge: L/45
Kadenz: 0,66 Schuss/min
Höhenrichtbereich: 0° – +65° Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 60°

Die 155 mm Gun M1 und M2 (später als M59), allgemein bekannt als Long Tom, waren 155 Millimeter Feldhaubitzen der United States Army während des Zweiten Weltkrieges und des Koreakrieges. Der „Long Tom“ ersetzte die Canon de 155mm GPF bei der US Army.

Entwicklung[Bearbeiten]

Vor ihrem Eintritt in den Ersten Weltkrieg waren die Vereinigten Staaten nur äußerst unzureichend mit schwerer Artillerie ausgestattet. Um dem abzuhelfen wurde eine Anzahl solcher Geschütze aus anderen Ländern importiert, einschließlich der „Canon de 155 mm GPF“ aus Frankreich. Nach dem Ende des Krieges begannen in den USA Entwicklungsarbeiten um die vorhandenen Geschütze und Lafetten zu verbessern. Nachdem eine Anzahl an Prototypen in den 1920er und 1930er Jahren hergestellt worden waren, stellte man die Arbeiten aus Geldmangel zunächst wieder ein. Im Jahre 1938 wurde dann der Prototyp „155 mm Gun T4“ auf der Lafette „T2“ als „155 mm gun M1 on Carriage M1“ eingeführt.

Die neue Variante verwendete ein Geschützrohr, das weitgehend dem Vorgängermodell „155 mm GPF“ ähnelte, jedoch wurde jetzt ein „Asbury Verschluss“ (Asbury breech)[1] verwendet.

Die neue Lafette (Split-trail carriage) war mit vier Radpaaren ausgestattet, die in Feuerstellung angehoben werden konnten und dem Geschütz dadurch einen sicheren Stand verschafften, was letztendlich zu besseren Schießergebnissen führte.

Das Modell wurde dann in die Variationen M1A1 und M2 weiterentwickelt. Eine erneute Modernisierungsmaßnahme nach dem Zweiten Weltkrieg führte dann zum Typ M59.

„Long Tom“ Mannschaft bei der Ausbildung in England.

Der „Long Tom“ wurde erstmals am 24. Dezember 1942 von der „A“ Battery des „36th Field Artillery Battalion“ der US Army in Nordafrika eingesetzt. Insgesamt wurden wahrscheinlich 49 Artillerie-Bataillone (einschließlich der 40 auf den europäischen und 7 auf dem pazifischen Kriegsschauplatz) mit dem Gerät ausgestattet. Die bevorzugte Zugmaschine war zunächst der „Artillery tractor“ „Mack NO 6x6 7½ ton“ LKW; der dann ab 1943 von der Kettenzugmaschine M4 High-Speed Tractor.[2] abgelöst wurde.

Auf Grund des Lend Lease Act Programms wurden 184 Geschütze an Großbritannien und 25 Geschütze an Frankreich geliefert.[3]

Varianten[Bearbeiten]

M2 während der Schlacht um Okinawa.
M40 im US Army Ordnance Museum

Geschützvarianten:

  • M1920 – Prototyp
  • T4 – Prototyp
  • M1 (1938) – Erstes Baulos von 20 Exemplaren
  • M1A1 (1941) – Verschluss modifiziert
    • M1A1E1 – Prototyp (Verchromte Rohrinnenwandung)
    • M1A1E3 – Prototyp mit Flüssigkeitskühlung
  • M2 (1945) – Verschluss modifiziert

Lafettenvarianten:

  • T2 – Prototyp
  • M1 (1938).
  • M1A1 – Überholte T2 Lafette

Das Geschütz wurde ebenso als Selbstfahrlafette produziert. Hierfür wurde das Rohr mit der Rohrwiege M13 auf das umgebaute Fahrgestell des M4 medium tank montiert. Das Resultat war das zunächst sogenannte „155 mm Gun Motor Carriage T83“, das dann die Serienbezeichnung 155 mm Gun Motor Carriage M40.[4] erhielt.

Das Versuchsmodell „155 mm Gun Motor Carriage T79“ auf dem Fahrgestell des T23 Medium Tank kam über das Entwicklungsstadium nicht hinaus.[5]

Munition[Bearbeiten]

Das Geschütz feuerte mit getrennten Ladungen (Granate und Treibladung). Die normale Treibladung bestand aus 9,23 kg Pulver und konnte um 4,69 kg vergrößert werden.[6] Die Gewichtsangaben in der Tabelle beziehen sich jeweils auf die Anwendung der maximalen Pulverladung.

Projektile.[4][7][8]
Typ Modell Gewicht, kg Füllung Mündungsgeschwindigkeit, m/s Schussweite, m
APBC/HE (Armor-piercing/High Explosive) AP M112 Shell 45,36 Dunnite (Explosive D) 837 22 014
HE (High-explosive) HE M101 Shell 42,96 TNT 853 23 513
Smoke (Rauchgranate) WP M104 Shell 44,53 White phosphorus (WP) 853 23 720
Smoke (Rauchgranate) FS M104 Shell Sulfur trioxide in Chlorosulfonic acid 853 23 720
Chemical – (Kampfstoff) H M104 Shell Mustard gas, 5.3 kg (Senfgas) 853 23 720
Dummy Dummy Mk I Projectile
Dummy Dummy M7 Projectile 43,09
Stahldurchschlag, mm[4]
Munitionsart \ Entfernung, m 457 914
AP M112 Granate auf legierten Stahl, Auftreffwinkel 30° 160 152
AP M112 Granate auf oberflächengehärteten Stahl, Auftreffwinkel 30° 135 130
Betondurchschlag, mm[4]
Munitionsart \ Entfernung, m 914 4572
HE M101 Granate (Auftreffwinkel 0°) 2011 1402
In einigen Ländern werden unterschiedliche Grundsätze der Messungen angewendet. Daher ist eine verbindliche Festlegung hier nicht möglich.

Eingesetzt von[Bearbeiten]

Ausgestellte Exemplare[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M1 Long Tom 155 mm gun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Über Herrn Asbury als Erfinder dieses Verschlusses ist nichts bekannt. Nach der Ablieferung seiner Erfindung – anscheinend im Jahre 1916 – ist er nicht wieder in Erscheinung getreten.
  2. Zaloga – US Field Artillery of World War II. S. 20–22.
  3. Zaloga – US Field Artillery of World War II. S. 37.
  4. a b c d Hunnicutt – Sherman: A History of the American Medium Tank. S. 353–355, 570.
  5. Hunnicutt – Pershing, A History of the Medium Tank T20 Series. S. 158.
  6. Bei Haubitzen kann zur Regulierung der Schussweite neben der Rohrerhöhung auch die Treibladung variiert werden (zum Beispiel 1.–6. Ladung)
  7. Technical Manual TM 9-1901, Ammunition. S. 197–202.
  8. Technical Manual TM 9-1904, Ammunition Inspection Guide. S. 490–518.