15 minutes of fame

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15 minutes of fame (deutsch: 15 Minuten Ruhm) ist ein Ausdruck, der von dem US-amerikanischen Künstler Andy Warhol geprägt wurde und ursprünglich vom Medienphilosophen Marshall McLuhan stammt. Der Ausdruck bezieht sich bei Warhol auf die Flüchtigkeit von Ruhm und medialer Aufmerksamkeit, die sich schnell durch eine Ablenkung auf ein anderes Objekt fokussiert, sobald die Aufmerksamkeitsspanne des Betrachters erschöpft ist. Der Ausdruck wird insbesondere gerne in der Unterhaltungsindustrie und Popkultur verwendet. Bei McLuhan geht es um Medienformate und die Zuschauerkandidaten des Fernsehens, wodurch das Fernsehen medial beispielsweise dem Kino gegenteilige Eigenschaften aufweist.

Im Jahr 1986 moderierte Warhol eine Andy Warhol's 15 Minutes genannte TV-Serie auf MTV, die jedoch nach wenigen Folgen wieder eingestellt wurde.[1]

Ursprung[Bearbeiten]

Der Ausdruck ist eine Paraphrase einer Aussage Warhols aus dem Jahr 1968:

“In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.”

„In Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein.“

– Warhol photo exhibition, Stockholm, 1968: Kaplan, Justin (Hrsg.), Bartlett's Familiar Quotations, 16. Ausgabe, 1992 (Little, Brown & Co.), S. 758:17

1979 erneuerte Warhol seine Behauptung:

“...my prediction from the sixties finally came true: In the future everyone will be famous for fifteen minutes.”

„...meine Vorhersage aus den sechziger Jahren ist schließlich eingetroffen: In Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein.“

– Warhol photo exhibition, Stockholm, 1968: Kaplan, Justin (Hrsg.), Bartlett's Familiar Quotations, 16. Ausgabe, 1992 (Little, Brown & Co.), S. 758:17

Gelangweilt von den ständigen Nachfragen zu dieser Aussage begann Warhol, in Interviews die Aussage vorsätzlich zu variieren:

“In the future 15 people will be famous”

Looking For Fame In All the Wrong Places, von Candace Murphy, veröffentlicht in der Chicago Tribune am 25. August 2006

Interpretationen[Bearbeiten]

Warhols Bemerkung und sein Tiefblick erwuchs aus Warhols eigenem Interesse an Ruhm und Berühmtheit. Nach seiner Auffassung sollten die Medien es jedem ermöglichen, berühmt zu werden. Warhols wechselndes Gefolge in den 1960 und 1970er Jahren von ansonsten unbekannten Trittbrettfahrern, die er seine Superstars nannte, war ein Beispiel für die Kurzlebigkeit und Vergänglichkeit des Ruhms. Zu den Superstars gehörten unter anderem Susan Bottomly, Brigid Berlin, Joe Dallesandro und Mary Woronov.

Das Zeitalter des Reality TVs bewirkte eine ironische Neuschaffung des Ausspruchs, wonach jeder 15 Minuten - nicht mehr - zu sehen ist.[2] Vermutlich ausgelöst durch das Aufkommen von Social Networks, Blogs und anderer Internet-Erscheinungen, wurde der Spruch auch in "In the future, everyone will be famous to fifteen people" (Alternativ: "On the Web, everyone will be famous to fifteen people") abgeändert.[3] Letztere Aussage wird dem schottischen Künstler Momus zugeschrieben.[4]

Der US-amerikanische Regisseur John Herzfeld schuf 2001 den Actionfilm 15 Minuten Ruhm mit Robert De Niro und Edward Burns in den Hauptrollen.[5] Der Film hat das Streben nach Ruhm und dessen Kurzlebigkeit zum Thema. Thomas D hat ebenfalls dieses Thema im Lied "15 Min. of fame" verarbeitet. Außerdem existiert von Karl Bartos ein Titel mit dem Namen "15 Minutes of Fame".

Der britische Künstler Banksy schuf aus Fernsehgeräten eine Skulptur, die die Aufschrift "In the future, everyone will be anonymous for 15 minutes" auf den Bildschirmen trägt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Internetseite mit Episodenliste, zuletzt aufgerufen am 25. Juni 2009
  2. Peltz, Jennifer: Aiken and Clarkson show off Idol mettle. 1. März 2004. Abgerufen am 27. Mai 2008.
  3. Weinberger, D: Famous to fifteen people. 23. Juli 2005. Abgerufen am 21. Dezember 2006.
  4. Momus: POP STARS? NEIN DANKE! In the future everyone will be famous for fifteen people.... Grimsby Fishmarket. 1991. Abgerufen am 7. Oktober 2008.
  5. Hintergrund zum Filmtitel