1962–1966 und 1967–1970

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1962–1966 und 1967–1970
Kompilationsalbum von The Beatles
Veröffentlichung 02. April 1973 (USA)
19. April 1973 (Großbritannien)
Label Apple
Format LP, CD
Genre Rock
Anzahl der Titel 1962–1966:   26
1967–1970:   28
Laufzeit 1962–1966:   63 min
1967–1970:   99 min 34 s

Besetzung

Produktion George Martin, Phil Spector
Studio Abbey Road Studios, Trident Studios, Olympic Studios, Apple Studio, Pathé Marconi Studio
Chronologie
Let It Be
(1970)
1962–1966 und 1967–1970 Rarities
(1979)

1962–1966 und 1967–1970 (auch als Rotes und Blaues Album bekannt) sind zwei Doppelalben der britischen Band The Beatles, die gleichzeitig am 2. April (USA) beziehungsweise 19. April 1973 (Großbritannien) veröffentlicht wurden. Die Alben enthalten eine Auswahl von Liedern der Band, die zwischen 1962 und 1970 veröffentlicht wurden und entstanden im Auftrag von ABCKO, einer Firma des Managers der Beatles Allen Klein. Mit der Zusammenstellung der Lieder wurde Kleins Mitarbeiter Allan Steckler beauftragt, der dies zuvor schon für die 1970 erschienene Kompilation Hey Jude getan hatte. Die Auswahl, die von den Beatles genehmigt wurde,[1] beschränkt sich auf einen Großteil der Singles der Band sowie einige weitere Lieder, die zuvor auf Alben veröffentlicht worden waren. Die insbesondere in den Anfangsjahren veröffentlichten Coverversionen (zum Beispiel Twist and Shout oder Roll Over Beethoven) blieben bei der Auswahl unberücksichtigt.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Bis zur Veröffentlichung des Roten und Blauen Albums gab es in den USA kein reguläres Best-of-Album der Beatles. In Großbritannien war 1966 A Collection of Oldies … but Goldies erschienen, aber Pläne von Capitol Records, eine ähnliche Zusammenstellung in den USA auf den Markt zu bringen, wurden in den 1960er Jahren nicht realisiert. Als Anfang der 1970er Jahre in den USA nicht lizenzierte Hit-Zusammenstellungen mit großem Erfolg vertrieben wurden, sahen die Verantwortlichen bei Apple, Capitol Records und ABCKO einen dringenden Handlungsbedarf. In diesem Zusammenhang kam es im Februar 1973 in den USA zu einem Gerichtsverfahren, in dem George Harrison, Apple und Capitol Records gegen die Hersteller dieser Zusammenstellungen klagten.[2]

Cover[Bearbeiten]

Für die Gestaltung der Alben engagierte Allan Steckler den Designer Tom Wilkes, der zuvor bereits unter anderem für George Harrison, Neil Young oder Eric Clapton tätig gewesen war.[3] Beide Cover der Alben zeigen auf der Vorderseite ein Foto der Beatles, das sie in vergleichbarer Pose im Treppenhaus ihrer Plattenfirma EMI zeigt. Die Bilder entstanden in einem Zeitabstand von sechs Jahren. Das Foto auf dem „Roten Album“ entstand 1963 und stammte aus der Fotositzung für das Cover der ersten Beatles-LP Please Please Me und ähnelt diesem stark. Das Foto auf dem „Blauen Album“ entstand 1969 und war ursprünglich für das Album Get Back gedacht, das letztlich – mit anderem Cover – als Let It Be veröffentlicht wurde. Beide Bilder stammen von dem Fotografen Angus McBean.[4] Das Schwarzweißfoto auf der Innenseite entstand während des sogenannten „Mad Day Out“-Fototermins am 28. Juli 1968 und stammt vom Fotografen Don McCullin. Es zeigt die Beatles inmitten einer Gruppe von zufällig anwesenden Passanten hinter einem Zaun in der Nähe der St. Pancras Old Church in London.[3]

Die Farbgebung der beiden Alben (rot und blau) geht auf die Trikotfarben zweier Fußballvereine der Heimatstadt der Beatles, dem FC Liverpool (rot) und dem FC Everton (blau), zurück.[5] Das Farbschema wurde auch auf der Innenseite der Klappcover, den Innenhüllen und auf den Labeln der einzelnen Schallplatten konsequent beibehalten.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die Veröffentlichung der Alben war die erste der Beatles nach ihrer Trennung im Jahr 1970. Die britischen und die amerikanischen Pressungen unterscheiden sich erheblich, da die amerikanische Fassung Abmischungen der Lieder enthält, die ursprünglich exklusiv für den dortigen Plattenmarkt gefertigt wurden. Beispielsweise enthält das Lied Help! auf der amerikanischen Pressung ein Intro bestehend aus einem Ausschnitt der Filmmusik zum gleichnamigen Spielfilm, das in Großbritannien unveröffentlicht blieb.[6]

Die Kompositionen auf dem Roten Album stammen ausschließlich von John Lennon und Paul McCartney, Ringo Starr ist nur als Sänger (Yellow Submarine) vertreten, während George Harrison unberücksichtigt blieb. Auf dem Blauen Album finden sich vier Kompositionen von Harrison (While My Guitar Gently Weeps, Old Brown Shoe, Here Comes the Sun und Something), ein Stück stammt von Starr (Octopus’s Garden), die übrigen Lieder wurden von Lennon/McCartney verfasst.

Am 30. September 1993 erschienen beide Alben erstmals auf Compact Disc. Obwohl das Album 1962–1966 mit einer Gesamtlauflänge von nur rund 63 Minuten auf eine einzige CD gepasst hätte, wurde das Album dennoch im Sinne der Einheitlichkeit als Doppel-CD veröffentlicht. Alle Lieder wurden digital überarbeitet und die amerikanischen Abmischungen blieben unberücksichtigt, das heißt weltweit erschienen die Alben mit identischem Inhalt. Eine Besonderheit auf der CD ist das Lied A Day in the Life, das auf der Vinyl-Version noch mit einem Fade-in begann und nunmehr mit dem direkten Einsatz einer akustischen Gitarre anfängt.

Im Oktober 2010 wurden beide Doppelalben digital remastert erneut veröffentlicht.[7]

Chart-Erfolge[Bearbeiten]

Das Rote Album erreichte in Großbritannien Platz 3 der Albumcharts und war mit verschiedenen Unterbrechungen im Zeitraum von 1973 bis 2007 insgesamt 174 Wochen in den britischen Charts vertreten.[8] Das Blaue Album erreichte Platz 2 der britischen Albumcharts und war insgesamt 137 Wochen von 1973 bis 1993 in den Charts vertreten.[9]

In den USA wurden beide Alben bereits zwei Tage vor ihrer Veröffentlichung mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet, da eine entsprechend hohe Anzahl an Vorbestellungen vorlag.[10]

In Deutschland erreichten beide Alben Platz 2 und die Wiederveröffentlichungen auf CD 1993 jeweils Platz 40 der deutschen Albumcharts.[11]

In den österreichischen Albumcharts liegt auf den Zeitraum 1973–1979 berechnet das Rote Album auf Platz 1 und das Blaue Album auf Platz 2 der Rangliste.[12]

Titellisten[Bearbeiten]

1962–1966[Bearbeiten]

Seite 1

  1. Love Me Do 2:23
  2. Please Please Me 2:03
  3. From Me to You 1:57
  4. She Loves You 2:22
  5. I Want to Hold Your Hand 2:26
  6. All My Loving 2:08
  7. Can’t Buy Me Love 2:13

Seite 2

  1. A Hard Day’s Night 2:34
  2. And I Love Her 2:31
  3. Eight Days a Week 2:45
  4. I Feel Fine 2:19
  5. Ticket to Ride 3:10
  6. Yesterday 2:05

Seite 3

  1. Help! 2:19
  2. You’ve Got to Hide Your Love Away 2:11
  3. We Can Work It Out 2:16
  4. Day Tripper 2:49
  5. Drive My Car 2:27
  6. Norwegian Wood (This Bird Has Flown) 2:05

Seite 4

  1. Nowhere Man 2:44
  2. Michelle 2:42
  3. In My Life 2:27
  4. Girl 2:31
  5. Paperback Writer 2:31
  6. Eleanor Rigby 2:08
  7. Yellow Submarine 2:37

1967–1970[Bearbeiten]

Seite 1

  1. Strawberry Fields Forever 4:10
  2. Penny Lane 3:03
  3. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band 2:02
  4. With a Little Help from My Friends 2:44
  5. Lucy in the Sky with Diamonds 3:28
  6. A Day in the Life 5:06
  7. All You Need Is Love 3:48

Seite 2

  1. I Am the Walrus 4:37
  2. Hello, Goodbye 3:31
  3. The Fool on the Hill 3:00
  4. Magical Mystery Tour 2:51
  5. Lady Madonna 2:17
  6. Hey Jude 7:08
  7. Revolution 3:21

Seite 3

  1. Back in the U.S.S.R. 2:45
  2. While My Guitar Gently Weeps 4:45
  3. Ob-La-Di, Ob-La-Da 3:05
  4. Get Back 3:14
  5. Don’t Let Me Down 3:33
  6. The Ballad of John and Yoko 2:59
  7. Old Brown Shoe 3:18

Seite 4

  1. Here Comes the Sun 3:05
  2. Come Together 4:20
  3. Something 3:03
  4. Octopus’s Garden 2:51
  5. Let It Be 3:52
  6. Across the Universe 3:48
  7. The Long and Winding Road 3:38

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Zeit vom 4. Mai 1973
  2. Bruce Spizer: The Beatles on Apple Records. New Orleans: 498 Productions, 2003. S. 226.
  3. a b Bruce Spizer: The Beatles on Apple Records. New Orleans: 498 Productions, 2003. S. 228.
  4. The Beatles: Anthology, Ullstein-Verlag, 2000, ISBN 978-3-550-07132-4
  5. Jeff Russell: The Beatles Album-File And Complete Discography, Blendforf Press, 1989, S. 138, ISBN 0-7137-2065-4
  6. www.aboutthebeatles.com (englisch)
  7. Meldung auf www.beatlesbible.com (engl.)
  8. www.jpgr.co.uk (englisch)
  9. www.jpgr.co.uk (englisch)
  10. Bruce Spizer: The Beatles on Apple Records. New Orleans: 498 Productions, 2003. S. 225.
  11. Interpretensuche auf www.charts-surfer.de
  12. Statistik auf austriancharts.at.