1981

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert  
| 1950er | 1960er | 1970er | 1980er | 1990er | 2000er | 2010er  
◄◄ | | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | | ►►

Staatsoberhäupter · Wahlen · Nekrolog · Literaturjahr · Filmjahr · Rundfunkjahr · Sportjahr

Georeferenzierung Karte mit allen verlinkten Seiten: OSM, Google oder Bing
1981
Columbia (Raumfähre)
Start des Space Shuttle Columbia
Wojciech Jaruzelski (1968)
Der polnische General Wojciech Jaruzelski verkündet im Fernsehen den Kriegszustand
Anwar as-Sadat
Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wird bei einem Attentat getötet
Jahreswidmungen
Vereinte Nationen: „Atatürk-Jahr“ und „Internationales Jahr der Behinderten
Blume des Jahres (Deutschland): Gelbe Narzisse
Vogel des Jahres (Deutschland): Schwarzspecht
Wort des Jahres: Nulllösung
1981 in anderen Kalendern
Ab urbe condita 2734
Armenischer Kalender 1429–1430
Äthiopischer Kalender 1973–1974
Bahá'í-Kalender 137–138
Bengalischer Kalender 1387–1388
Berber-Kalender 2931
Buddhistischer Kalender 2525
Burmesischer Kalender 1343
Byzantinischer Kalender 7489–7490
Chinesischer Kalender
 – Ära 4677–4678 oder
4617–4618
 – 60-Jahre-Zyklus

Metall-Affe (庚申, 57)–
Metall-Hahn (辛酉, 58)

Französischer
Revolutionskalender
CLXXXIXCXC
189–190
Hebräischer Kalender 5741–5742
Hindu-Kalender
 – Vikram Sambat 2037–2038
 – Shaka Samvat 1903–1904
Iranischer Kalender 1359–1360
Islamischer Kalender 1401–1402
Japanischer Kalender
 – Nengō (Ära): Shōwa 56
 – Kōki 2641
Koptischer Kalender 1697–1698
Koreanischer Kalender
 – Dangun-Ära 4314
 – Juche-Ära 70
Minguo-Kalender 70
Olympiade der Neuzeit XXII
Seleukidischer Kalender 2292–2293
Thai-Solar-Kalender 2524

Das Jahr 1981 stand vor allem im Zeichen der Friedensbewegung. Der Kalte Krieg, der sich nach dem Ende des Vietnamkriegs mit der Ermüdung der Beteiligten etwas entspannt hatte, gewann wieder an rhetorischer Schärfe. Die Sowjetunion war 1979, zwei Jahre zuvor, unter Leonid Iljitsch Breschnew in Afghanistan einmarschiert, was das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf Zentralasien lenkte. Gleichzeitig hatten die USA mit der Islamischen Revolution im Iran ihren Vorposten dort verloren. Die SALT-II-Gespräche zwischen den Großmächten waren gescheitert, die NATO setzte stattdessen auf ihren NATO-Doppelbeschluss als Machtdemonstration. Mit Ronald Reagan wurde 1981 ein Hardliner Präsident der Vereinigten Staaten, dessen erklärtes Ziel es war, den Rüstungswettlauf gegen den Warschauer Pakt zu gewinnen, gewählt. Das geteilte Europa sollte dabei als Basis für nukleare Mittelstreckenraketen eine Schlüsselrolle spielen.

Vor diesem Hintergrund kam es 1981 in Deutschland und in ganz Europa zu Friedenskundgebungen, von denen die größte, am 21. November in Amsterdam, 400.000 Menschen anzog. Die Proteste waren Teil einer größeren Untergrundkultur, die auch Umweltbewegung, die Atomkraftgegner und die Hausbesetzerszene umfasste.

Ereignisse[Bearbeiten]

Polen[Bearbeiten]

Als Reaktion auf die desolate Lage im Land hatte sich 1980 eine neue, unabhängige Gewerkschaft, die „Solidarność“ gegründet, der schon im November 1980 etwa 10 Mio. von 16 Millionen Arbeitnehmern angehörten (siehe auch August-Streiks). Nach ersten Streiks wurden Hardliner im Politbüro gegen gemäßigte Politiker ausgetauscht; danach entspannte sich die Lage. Gleichwohl steigerte die Sowjetunion bzw. die KPdSU (1964–1982 von Breschnew regiert) den Druck auf die PVAP, die „Konterrevolution“ zu bekämpfen, und veranstaltete wiederholt Manöver in der Nähe der Grenzen Polens.

Im Frühjahr 1981 kam es wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Staatsorganen und Gewerkschaftsaktivisten. Anlässlich der weiter verschlechterten wirtschaftlichen Lage häuften sich wilde Streiks. In dieser entscheidenden Phase waren zudem die bewährten Vermittlungsmöglichkeiten der Kirche in Polen eingeschränkt, weil im Mai das Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt worden war und am 28. Mai auch noch Primas Stefan Wyszyński starb.

Nachdem der erste Landeskongress der Solidarność im September 1981 ein noch stärkeres politisches Engagement beschlossen und eine Botschaft an alle Arbeiter der anderen sozialistischen Staaten gerichtet hatte, entschloss sich die PVAP-Führung endgültig zum Konfrontationskurs. Auf dem 4. ZK-Plenum vom 16. bis 18. Oktober wurde Parteichef Stanisław Kania durch den als Hardliner geltenden Verteidigungsminister General Wojciech Jaruzelski ersetzt. Trotz der Bereitschaft der „Solidarność“ zu Kompromissen übernahmen in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1981 Militär und Sicherheitsorgane die Macht in Polen. General Jaruzelski verkündete in einer Fernsehansprache die Verhängung des Kriegszustandes. Die Führungsspitze der Gewerkschaft wurde in Danzig verhaftet, ihr Vorsitzender Lech Wałęsa (spätere Präsident Polens) unter Hausarrest gestellt. Regionalführer, Leiter der Betriebskommissionen und oppositionelle Intellektuelle, insgesamt einige Tausend Personen, wurden in Lagern interniert. Erst im Juli 1983 wurde das Kriegsrecht offiziell aufgehoben.

Ägypten[Bearbeiten]

Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wurde am 6. Oktober bei einer Militärparade durch ein Attentat getötet. Sadat hatte Ägypten bereits 1979 durch den Israelisch-ägyptischen Friedensvertrag in der arabischen Welt isoliert. Zusätzliche interne Feinde machte er sich, als er im September gegen zahlreiche muslimische und koptische Organisationen sowie Studentengruppen vorging, und es zu etwa 1.600 Verhaftungen kam. Zusätzlich geriet Ägypten in eine wirtschaftliche Krise. Der islamische Geistliche Omar Abdel-Rahman, der später für seine Rolle im Anschlag auf das World Trade Center 1993 verurteilt wurde, unterstützte das Attentat durch eine Fatwa.

Das Attentat war live im Fernsehen zu verfolgen. Während der Überflug eines Mirage-Kampfflugzeugs die Menge ablenkte, hielt ein Truppentransporter vor der Loge des Präsidenten und ein Leutnant trat nach vorn. Während Sadat aufstand, um den Salut zu empfangen, stiegen die Attentäter aus dem Lastwagen, warfen Granaten und schossen auf den Präsidenten. Im folgenden Schusswechsel wurden sieben Menschen getötet, darunter der kubanische Botschafter, und 28 wurden verletzt, darunter der Außenminister und spätere UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali.

Gambia[Bearbeiten]

Gambia wurde 1981 von einem gewaltsamen Staatsstreich erschüttert. Im Nachspiel zum Putsch unterzeichneten am 12. Dezember 1981 Gambia und Senegal einen Vertrag, der die Vereinigung der Streitkräfte, der Währung und des Wirtschaftsraumes in der Konföderation Senegambia vorsah. Diese Konföderation bestand vom 1. Februar 1982 bis zum 30. September 1989, als Gambia aus dem Bund austrat.

Jahreswidmungen[Bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten]

Januar[Bearbeiten]

Kurt Furgler

Februar[Bearbeiten]

Kernkraftwerk Brokdorf

März[Bearbeiten]

  • 2. März: In Ägypten sterben Verteidigungsminister Ahmed Badawi und 13 weitere hohe Militärs bei einem Hubschrauberabsturz.
  • 2. März: Der spanische Fußballspieler Enrique Castro (Quini) wird entführt und am 25. März von der Polizei befreit.
  • 2. März: Eine Boeing 720 der pakistanischen Luftfahrtgesellschaft PIA mit 137 Passagieren und 11 Besatzungsmitgliedern wird entführt und zur Landung in Kabul gezwungen; die Entführer verlangen die Freilassung von 90 in Pakistan inhaftierten politischen Gefangenen, erschießen am 6. März einen Passagier und lassen das Flugzeug erneut am 9. März in Damaskus landen – 54 pakistanische Häftlinge werden freigelassen und nach Syrien ausgeflogen.
  • 3. März: Auf dem 26. Parteitag der KPdSU wird Leonid Breschnew als Generalsekretär und die gesamte Parteiführung in ihren Ämtern bestätigt.
  • 4. März: Der deutsche Bundespräsident Karl Carstens besucht Indien (bis 9. März), wo er Ministerpräsidentin Indira Gandhi und andere führende Politiker trifft.
  • 5. März: In Nürnberg werden nach Vandalismus bei einer Demonstration 141 Personen im Kulturzentrum KOMM verhaftet.
  • 5. März: In Paris werden zwei türkische Diplomaten von armenischen Attentätern getötet.
  • 6. März: Spektakulärer Fall von Selbstjustiz. Die damals 31-jährige Marianne Bachmeier erschießt im Lübecker Landgerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter Anna.
  • 8. März: Nördlich von Buenos Aires kommen bei einem Zugunglück 50 Menschen ums Leben.
Reichstagsgebäude im Jahr 1982

April[Bearbeiten]

Start der Columbia

Mai[Bearbeiten]

Richard v. Weizsäcker

Juni[Bearbeiten]

Juli[Bearbeiten]

August[Bearbeiten]

September[Bearbeiten]

Ägyptens Staatspräsident Anwar as-Sadat (1918–1981)

Oktober[Bearbeiten]

November[Bearbeiten]

H. Schmidt und E. Honecker am 12. Dezember am Döllnsee

Dezember[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Das Unternehmen Dickmann (Schokoküsse) wird vom Unternehmen Storck übernommen.

Wissenschaft und Technik[Bearbeiten]

Humber-Brücke

Kultur[Bearbeiten]

Cover des Albums The Wall
Logo der Serie „Dallas“
Die Alte Oper in Frankfurt

Gesellschaft[Bearbeiten]

Das Frauenmuseum in Bonn

Religion[Bearbeiten]

Joseph Ratzinger, 1988

Sport[Bearbeiten]

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Katastrophen[Bearbeiten]

  • 27. Januar: Die am Tag zuvor in Brand geratene Passagierfähre Tampomas II geht in der Javasee unter. Von den mutmaßlich mehr als 1.200 auf dem Schiff befindlichen Personen können 672 gerettet werden, 147 Tote werden geborgen, 373 namentlich bekannte Menschen bleiben nach dem Seeunfall vermisst.
  • 14. Februar: Bei einem Brand in einer Diskothek in Dublin sterben 49 Menschen.
  • 6. Juni: Im indischen Bundesstaat Bihar kommen bei einem Eisenbahnunglück 235 Menschen ums Leben.
  • 11. Juni: Zugunglück von Erfurt-Bischleben. 14 Menschen kamen ums Leben.
  • 11. Juni: Erdbeben der Stärke 6,9 im Iran, ca. 3.000 Tote
Blick auf die Hotellobby des Hotels Hyatt Regency Crown Center in Kansas City am Tag nach dem Einsturz zweier Verbindungsgänge

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Nobelpreise[Bearbeiten]

Nicolaas Bloembergen

Alternative Nobelpreise[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Logo des Senders MTV

Geboren[Bearbeiten]

Januar[Bearbeiten]

Jamelia
Alicia Keys
Clara Morgane
Elijah Wood
Justin Timberlake

Februar[Bearbeiten]

Paris Hilton
Joseph Gordon-Levitt

März[Bearbeiten]

Samuel Eto’o
Matthias Schweighöfer
Julia Stiles

April[Bearbeiten]

Bjørn Einar Romøren
Hayden Christensen
Caro Emerald
Jessica Alba

Mai[Bearbeiten]

Andrea Barzagli
Cosma Shiva Hagen
Iker Casillas

Juni[Bearbeiten]

Natalie Portman
Nora Tschirner
Simon Ammann

Juli[Bearbeiten]

Milow
Fernando Alonso

August[Bearbeiten]

Miracle Laurie
Vanessa Amorosi
Roger Federer
Christina Obergföll

September[Bearbeiten]

Beyoncé Knowles
Collien Ulmen-Fernandes
Christina Milian
Serena Williams

Oktober[Bearbeiten]

Zlatan Ibrahimović
Heikki Kovalainen

November[Bearbeiten]

Joe Cole
Natasha Bedingfield

Dezember[Bearbeiten]

Britney Spears
Amy Lee
Sienna Miller

Tag unbekannt[Bearbeiten]

Gestorben[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nekrolog 1981

Januar[Bearbeiten]

Lanza del Vasto

Februar[Bearbeiten]

Bill Haley & his Comets, 1954

März[Bearbeiten]

April[Bearbeiten]

Leo Kanner ca. 1955

Mai[Bearbeiten]

Wilhelmine Lübke beim Diplomatenempfang 1968
Bob Marley, 1980

Juni[Bearbeiten]

Carl Vinso

Juli[Bearbeiten]

Marcel Breuer, 1957

August[Bearbeiten]

Paddy Chayefsky

September[Bearbeiten]

Tadeusz Baird

Oktober[Bearbeiten]

Anwar as-Sadat (1980)

November[Bearbeiten]

Dezember[Bearbeiten]

Tag unbekannt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spiegel.de: Die Kommunisten in der Falle gefangen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 1981 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien